Grüngürtel München: Spazieren in Wald, Forst und Park

Wenn man der Studie von Kisi vertrauen darf, liegt München im Ranking von 40 weltweit untersuchten Großstädten auf Platz 2 der Top-Städte in der Rubrik „Work Life Balance“. Beim „City Stress Score“ sicherte sich München den ersten Platz bei den „entspanntesten Städten“, beim „Outdoor Spaces Score“ einen sehr guten sechsten Platz. Die Münchner Wälder, Forste und Parks haben als wichtige Naherholungsgebiete bestimmt einen wesentlichen Anteil daran. Wandern, spazieren oder Radfahren, hier kommt man zur Ruhe! Oder auf einer der Waldwiesen einfach alle Viere in die Gegend strecken. Mit dem Münchner Nahverkehr ist fast jedes Ziel gut erreichbar.

Münchner Wälder: Natur am Stadtrand

Mit 335 Quadratkilometer wird der Münchner Grüngürtel vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. Die größten Forstgebiete mit ausgedehnten Nadel- und Mischwäldern befindet sich im Münchner Süden und Westen, durchteilt von der teilweise renaturierten Isar mit teils ursprünglichen Auwäldern. Auf den trockenen Schotterböden im Nord-Westen finden sich Lohwälder aus Fichten, Kiefern und Eichen. Von Nord-Süd nach Süden hat der Forstbetrieb München eine Ausdehnung von etwa. 40 km und von Ost nach West eine Ausdehnung von ca. 56 km.

Karte der Münchner Waldgebiete

Perlacher Forst

  • Charakter: Geprägt von Fichten-Monokultur. Da die Wege nicht parallel zur Autobahn verlaufen, sondern versetzt, kann man leicht die Orientierung verlieren. Aber nicht nur langweilige Forstwege, sondern auch die Carrés durchlaufende Fusspfade.
  • Lage: Münchner Südosten, 13,36 km², Waldgebiet zwischen Unter-, Obergiesing und Harlaching im Norden, Unterhaching und Taufkirchen im Norden und Grünwald, Harlaching  im Westen.
  • Besonderheiten: Aussichtsberg Perlacher Mugl, Hirschbrunnen, 16er Wiese, Bavaria Filmstadt,
  • Öffentliche Erreichbarkeit: U-Bahn: Mangfallplatz, S3 bis Unterhaching/Taufkichen, Trambahn 15/25 bis Großhesseloher Brücke.
  • Spaziergang zum Perlacher Mugl

Grünwalder Forst

  • Charakter: Wie auch der Perlacher Forst bestimmen Fichten-Monokulturen den Wald. Im Hangbereich zur Isar Mischwald. Durch den Grünwalder Forst führen nach Süden die Tölzer Straße Richtung Sauerlach, nach Westen die Verbindungsstraße nach Oberhaching.
  • Lage: 19,58 km² großes Waldgebiet im Süden von München bei Grünwald, das sich an den Perlacher Forst anschließt und im Westen an die Isar stößt. Im Osten wird der Wald von Deisenhofen/Oberhaching und Laufzorn begrenzt.
  • Besonderheiten: Walderlebniszentrum mit Walderlebnispfad, Wildschweingehege, Kletterwald, Römerstraße und Schanze am Isarhang nahe dem Georgenstein.
  • Öffentliche Erreichbarkeit: Trambahn 25 bis Grünwald, Derbolfinger Platz, Bus 271 bis Grünwald Friedhof.
  • Spazierung zum Walderlebniszentrum Grünwald

Forstenrieder Park

  • Charakter: Der Forstenrieder Park war einst das Jagdrevier des Wittelsbacher Hofestaates. Der heute von Fichten dominierte Wald, wird in laubholzreiche Mischwälder umgebaut. Besonders die Eichenalleen östlich der Autobahn sind eindrucksvoll und vermitteln den Eindruck einer Parklandschaft.
  • Lage: Südlich von München stößt der Forstenrieder Park an die Stadtteile Solln, Forsten- und Fürstenried. Im Westen an Pullach, Baierbrunn und Hohenschäftlarn. Er reicht im Süden bis Leutstetten und Buchendorf. Im Osten geht er in den Forst Kasten über. Mitten durch den Forstenrieder Park verläuft die Autobahn A95 nach Garmisch.
  • Besonderheiten: Freilaufende Wildschweine, Wildbeobachtungsgebiet und das Trinkwasserfördergebiet im Osten. Römerstraße und Waldwiese Eichelgarten
  • Öffentliche Erreichbarkeit: S7 bis  Bahnhof Buchenhain/Pullach, Bus 135 bis Waldfriedhof Solln. Bus 132 bis Forstenrieder Park in Forstenried, U3 bis Fürstenried West
  • Tourenempfehlung: Spaziergang von Solln/Buchenhain/Maxhof

Forst Kasten

  • Charakter: Stiftungswald, der seit 1990 konsequent von einer Fichtenmonokultur in einen Mischwald umgebaut wird. Forst Kasten liegt an der Gautinger Straße zwischen Neuried und Gauting.
  • Lage: 800 ha großes Waldstück im Müncher Süd-Westen, zwischen Stockdorf/Planegg und Neuried sowie Buchendorf im Süden.
  • Besonderheiten: Stiftungswald, Biergarten Forst-Kasten, Preysingsäule, Buchendorf mit Keltenschanze
  • Öffentliche Erreichbarkeit: Mit S6 bis Stockdorf
  • Spaziergang Forst Kasten zur Würm und Buchendorf

Aubinger Lohe

  • Charakter: das Landschaftsschutzgebiet von 6,2 km², ist auf einem überwiegend mit Fichtenwald bewachsen Hügel gelegen und mist an seiner höchsten Stelle 525 Meter über dem Meeresspiegel. Er ist die einzige nennenswerte natürliche Erhebung in der Münchner Schotterebene. Am Nordrand befinden sich ein Weiher, auf dem Gelände einer aufgelassenen Ziegelei-Tongrube.
  • Besonderheiten: Der Hügel  „Teufelsberg“, der im Winter ein beliebter Schlittenberg ist. Der Aubinger Burgstall –  ein Turmhügel aus dem 10.-11. Jahrhundert, von dem noch Wall- und Grabenreste vorhanden sind, zwei Keltenschanzen im Süden und Südosten.
  • Lage: Westlicher Rand von München zwischen Aubing und Gröbenzell
  • Öffentliche Erreichbarkeit: Mit der S3 Mammendorf bis Lochhausen
  • Wanderung Aubinger Lohe

Mallertshofer Forst

  • Charakter: 600 Hektar der einstmals im Münchner Norden verbreiteten“Süddeutschen Heidewiese“, die eng mit lichten Kiefern- bzw. Kiefern-Mischwäldern verzahnt ist.
  • Besonderheiten: Der verschwundene Ort Mallertshofen und der Mallertshofer See und die Heide
  • Lage: Nördlich von München oberhalb von Garching, östlich von Oberschleißheim und südlich von Eching.
  • Öffentliche Erreichbarkeit: Bis U6 bis Garching-Hochbrück. Die Mallertshofer Heide liegt je nach Weg etwa 600 Meter nördlich vom Gewerbegebiet. Das Holz schließt sich im Norden an.
  • Spaziergang im Mallertshofer Holz/Heide

Riemer Wald und Park

  • Charakter: Der Riemer Wald ist der jüngste Forst von München, wenn auch nicht besonders groß. Er ist ein Ausgleichswald, der ab 1995 in mehreren Schritten auf 15 Hektar mit standortheimischen Bäumen bepflanzt wurde.
  • Besonderheiten: Letzter verbliebener Meter des einstigen Flughafens München Riem, Aussichtsberg und See im Riemer Park. Anpflanzung von Bäumen und Hecken in Schriftform „München liebt dich“. Link zu Google Maps. Im nahen „Frauenwald“ wurden Kiefern, im Form eines indianischen Medizinrades als „lebendes Denkmal für die heilenden und kreativen Leistungen von Frauen“ gepflanzt. Link zu Google
  • Lage: Münchner Osten. Westlich von Riem, südlich von Feldkirchen, nördlich von Haar/Gronsdorf
  • Öffentliche Erreichbarkeit: Mit der U2 bis Messestadt Ost
  • Spazieren im Riemer Park und Wald

Truderinger Wald

  • Charakter: Größtes zusammenhängendes Waldgebiet in München mit größtenteils Fichtenmonokulturen. Nahe Neuperlach gelegen, sind kurzweilige Spaziergänge möglich. Der Forst gilt als Bannwald, der im Norden vereinzelt durch Siedlungsstraßen durchbrochen ist.
  • Besonderheiten: Renaturierte Kiesgrube, Nassrohrmühle als Industriedenkmal und letztes Relikt des ehemaligen Quetschwerks, Schwedenstein, St. Joseph Kapelle
  • Lage: Gelegen zwischen Neuperlach im Osten, nördlich von Waldperlach, und südlich von Wald- und Gartenstadt Trudering.
  • Öffentliche Erreichbarkeit: Mit U5 bis Neuperlach Zentrum fahren und dort weiter der Buslinie 55 bis zum „Gefilde“. Von Trudering mit dem Bus 194 bis Nauestraße.
  • Spaziergang zum Kiesgrubenbiotop im Truderinger Wald

Ebersberger Forst

  • Charakter: In der Region München mit Abstand das größte zusammenhängende Waldgebiet, das sich aus dem Anzinger Forst, Ebersberger Forst und Eglhartinger Forst zusammensetzt. Viel Fichtenbestand, der durch Mischwald aufgeforstet wird.
  • Besonderheiten: Wildfütterung Sauschütt, längster gerader Forstweg in Bayern, Römerstraße, Wildruhegebiet mit Tierbeobachtungskanzel
  • Lage: 30 Kilometer östlich von München zwischen Kirchseeon und Ebersberg im Süden, Anzing im Nordosten und Forstinning und Hohenlinden im Norden.
  • Öffentliche Erreichbarkeit: Mit der S4/S6 bis Kirchseeon
  • Wanderung auf Bayerns längstem geraden Waldweg

 

 

 

 

 

 

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