Spazieren im Westpark: oder nenn es Bummeln für Genießer

(Spaziergang ~ 5 Kilometer) Wo sich einst eine brettlebene Brache mit Kieswerk und Gewerbebauten ausbreitete und die Nazis ihre Kraft durch Freude Stadt bauen wollten, entstand ab 1977 einer der beliebtesten Parks der Münchner. Mit der internationalen Gartenausstellung (IGA) 1983 wurde das komplett neu gestaltete Gelände eröffnet, dass sich sofort zu einem Besuchermagnet entwickelt hat. Zu abwechslungsreich ist es hier. Mittlerweile eingewachsen, ist der Westpark heute schöner denn je, auch wenn sich dort Hunde weniger frei bewegen dürfen, als man es ihnen wünschen würde. Und zugegeben, sein Erfolg ist auch ein bisserl das Problem. Stille findet man woanders vielleicht mehr, dafür ist man andererseits hier auch nie allein.

Das erwartet dich im Westpark

  • Die Wege sind allesamt recht gut. Wanderschuhe braucht hier keiner. Die Steigungen sind minimal und wer den kleinen Ausflugshügel nicht schafft, ja mei, der muss auch nicht hochsteigen. 5 Kilometer waren wir im Park unterwegs, für die man leicht einen Nachmittag brauchen kann, weil es auch ums Bummeln und Entdecken geht.
  • Optimale kulinarische Versorgung. Mehrere Biergärten und das wunderbare „Gans am Wasser“  sorgen gegen Unterzucker.
  • Die Weltgärten aus der Gründerzeit der internationalen Gartenausstellung. Geliebt vor allen die asiatischen Ensembles, die München vergessen lassen.
  • Kunst und Augenzwinkern. Eine kleine Überraschung wartet an jeder Ecke.
  • Eine abwechslungsreiche Parkgestaltung mit viel Grün, Seen, Aussichtshügel, Tälern und Liegewiesen. Die Stadt vergisst man hier, denn sie verschwindet weitgehend komplett aus dem Sichtfeld der Besucher.
  • Im Sommer finden im Theatron Veranstaltungen statt, wie zum Beispiel am Abend  „Kino, Mond und Sterne“.
  • Ein Herz für Kinder. Diese Spielplätze sind der Hammer! Grill-Oasen, an denen der schnellere sein Köfte brutzeln kann.
  • Viele Menschen, denn alle finden den Westpark super. Besonders an schönen Sommersonntagen kann das persönliche Erleben des Parks polarisieren.

Im Westpark könnt und sollt ihr euch treiben lassen. Es gibt viele Möglichkeiten den Park zu betreten und genug Wege durch die Oase zu mäandern. Darum ist die Tourempfehlung eher als grobe Orientierung gedacht, die euch zu einigen schönen Plätzen führen kann.

Die Erreichbarkeit des Westparks mit dem MVV und Auto

Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: Weil der Westpark mitten in der Stadt liegt, kann er auch hervorragend mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden. Von der U-Bahnhaltestelle (U6 nach Großhadern) Westpark ist es nur ein Katzensprung (300 Meter nach Norden). Vom Westen her kann man mit den Bussen 51 und 151 bis zu Andreas-Vöst-Straße fahren – von dort etwa 300 Meter zum Park gehen – oder von der Bushaltestelle Baumgarterstraße ( 130/134) ist es auch nicht weit (50 Meter). Eine zusätzliche Alternative ist es, mit der Trambahnlinie 18 (Richtung Grondellplatz) bis Stegener Weg zu fahren. Der Westpark liegt südlich der Autobahnbrücke in 150 Meter Entfernung. Der entscheidende Vorteil: bei schönem Wetter spart man sich die Parkplatzsuche, sofern man nicht rechtzeitig unterwegs ist. 

Mit dem Auto zum Westpark: Nicht immer die beste Idee, da die öffentlichen Parkplätze an der Westendstraße im Westen oder an der Siegenburgerstraße sich flott füllen. Gute Chance hat man im Fall der Fälle in den Siedlungsstrassen nördlich der Lindauer Autobahn. Der Hinweg führt dann über Autobahnbrücke.

So östlich ist der Westpark im Westen: Asiatische Gärten treffen bayerische Lebensart

Lasst euch von der Überschrift nicht verwirren. Ich löse auf: der Westpark besteht aus einem westlichen und östlichen Teil, der durch den mittleren Ring durchschnitten wird und durch eine großzügige Fußgängerbrücke verbunden ist. Die Park Highlights mit den verschiedenen fernöstlichen Gärten findet ihr eben dort, nebst Westsee und Seebühne, dem Biergarten Rosengarten oder dem Bayerwaldhaus. Da die U-Bahnhaltestelle „Westpark“ dieser Parkecke am nähsten liegt, wollen wir den Betrag auch dort beginnen.

  • Natürlich könnt ihr auch sofort zu den Asiatischen Gärten gehen (findet ihr in etwa 350 Meter Luftlinie nördlich am See), doch empfehle ich euch, dies noch einen Moment aufzuschieben. Ob mit oder ohne Biergarten Besuch. In einem weiten Rechtsbogen kommen wir zum Wirtshaus am Rosengarten. Im südwestlichen Eck des Parks findet ihr übrigens das Theatron und den sensationellen Rutschenspielplatz. Um den See herum geht es meist trubelig und multi-etnisch zu. Fast um den ganzen See ist das Grillen erlaubt. Rauch liegt in der Luft und die Musik klingt meist wie im Urlaub.

Die Westpark-Story

Das Areal zwischen Laim, Sendling und der Schwanthalerhöhe misst von Westen nach Osten etwa 2,5 Kilometer. Die Anlage ist etwas 60 Hektar groß, was etwa 84 Fußballplätzen entspricht. Der Landschaftsarchitekt Peter Kluska ließ an machen Stellen das Erdreich acht Meter tief abtragen und an anderer Stelle 17 Meter aufschütten. 1,5 Millionen Kubikmeter Erde mussten dafür bewegt werden, um der Landschaft mit Hügeln und Tälern eine abwechslungsreiche Form zu geben, in der 23 Nationengärten angelegt wurden. Im Gelände wurden 6.000 große Bäume gepflanzt.

Durchaus weitsichtig war 1976 der mit dem Bau verbundene Plan, der zunehmenden Abwanderung ins Umland entgegenzuwirken.  Das Freizeitangebot sollte durch seine Fußläufigkeit außerdem die Belastungen für die Umwelt vorbeugen helfen. Das Konzept ist aufgegangen, der Westpark zählt heute zu den beliebtesten Parks in München, der außerdem ein klimatische Ausgleichsfunktion in der zunehmend verdichteten Stadt bietet.

Wirtshaus am Rosengarten

Das Wirtshaus am Rosengarten liegt wie der Name schon vermuten lässt, am IGA-Rosengarten zwischen zwei künstlichen Moränenhügeln und schönem Blick auf den etwas unterhalb liegenden Westsee. Besonders schön ist es hier von Mai bis Juli , wenn die meisten Rosen blühen. Von Montag bis Freitag von 11.00 Uhr bis 14.30 Uhr (außer Feiertag) wird hier ein günstiger Mittagstisch angeboten. Sonst eher gehoben im Preis. Bei strahlendem Sonnenschein kommt der Service allerdings schnell an seine Grenze. Dann habt ihr hoffentlich einen guten Platz mit schönem Blick. Zur Website Wirtshaus am Rosengarten

  • Zu den Asiatischen Gärten spazieren wir, indem wir im Uhrzeigersinn um den Westsee und die Seebühne herum gehen. Ihr solltet es ebenfalls nicht versäumen den Kegelberg zu besteigen und einen Blick auf das Gelände zu werfen.

Die asiatischen Gärten im Westpark

Der thailändische Tempel

Die asiatischen Gärten sind die bekanntesten und fotogensten Überbleibsel der Internationalen Gartenbauausstellung von 1983. Allen voran der fotogene thailändische Tempel mit Buddha-Statue mitten im Westsee. Der Ort ist gut gewählt, da Wasser in asiatischen Gärten eine zentrale Rolle spielt. Wasser wirkt beruhigend und weitet den Blick. Friedvoll und beschützt zwischen bewaldeten Hängen merkt man hier nichts von Stadt und Autobahn, sondern vergisst München.

Die nepalesische Pagode

Unübersehbar und nur einen Steinwurf steht die zweistöckige nepalesische Pagode auf einem neun Meter hohen Plateau. Von 300 Handwerkern in siebenmonatiger Arbeit in Nepal geschnitzt wurde sie die Einzelteile nach München transportiert, angeblich zusammen mit 400 Kilogramm Haschisch. 48 geschnitzte Säulen und 48 Kehlbalken tragen den Bau, der von Götterfiguren umrahmt ist.

Der chinesische Garten  „Garten von Duft und Pracht“

Er befindet sich nur wenige Essstäbchen weiter. Als Rundweg konzipiert symbolisiert er den Verlauf der vier Jahreszeiten als auch des Lebens. Die Pforte symbolisiert den Frühling, der Pavillon am Wasser steht für den Sommer. Von hier kann man alle Teile des Gartens überblicken. Im übertragenen Sinne, kann man den bisherigen (Lebens-) Weg zurück- und voraussehen.

Der japanische Garten

Die Münchner Partnerstadt Sapporo hat den japanischen Garten zur IGA beigetragen, der sich weitgehend dem Stiel der Heian-Zeit um 800 n. Christus anlehnt. Auf kleinem Raum sollen sich dem Besucher immer wieder neue Ansichten erschließen. Ein kleiner See mit Steg lädt ein, die Ruhe zu genießen oder zu meditieren. Das Rauschen des Wasserfalls unterstreicht die Ruhe des Ortes. Die Wasserfläche, symbolisiert das Meer und das Steinufer die weite Meeresküste. Kunstvoll ins Landschaftsbild eingelassene Felsen stellen die Japanische Gebirgslandschaft in Miniatur ein, die japanische Gärtnern aus Sapporo im Münchner Umfeld bis nach Tirol gesucht haben.

Veranstaltungen in den Asiatischen Gärten im Westpark

Über den historischen Garten und das Bayerwaldhaus in den östlichen Westpark spazieren

  • Unser nächstes Ziel ist der „Historische Garten„. Wir finden ihn, indem wir den Fußweg vor dem Chinesischen Garten 90 Meter in nordwestlicher Richtung folgen und bei nächster Gelegenheit den Weg nach Südwesten spazieren. Symetrisch wie ein Barockgarten angelegt, kann man hier durch einen Laubengang wandeln. In der Mitte ein Brunnen und Zierbeete. Im Vergleich zum restlichen Park ist es hier tatsächlich etwas stiller. Kaum zu glauben, dass der Park eigentlich noch recht jung ist, da die Bäume hoch und die Anlage wie der Teil eines Schlossgartens wirkt.
  • Wir folgen dem Fußweg um nach 120 Metern auf das „Bayerwaldhaus“ zu stoßen. Das historische Bauernhaus aus dem Jahr 1747 fand hier ebenfalls zur IGA eine neue Heimat. Mit Garten, Holzzaun und Backofen wirkt der Hof, als wenn er hier schon immer gestanden hat. Zu besichtigen allerdings nur von außen. Gelegentlich veranstaltet das Volksmusikarchiv (VMA) des Bezirks Oberbayern im Bayerwaldhaus, Preßburger Straße 35, Veranstaltungen zum gemeinsamen Singen.
  • Der Weg läuft von hier spitz auf die Brücke über den Mittleren Ring zu. Das Tor ist eine optische Täuschung, wie auch die Brücke selbst, von der man kaum die Autos darunter wahrnimmt. Der erste Blick in den Ostteil erweckt den Eindruck in ein sanftes Tal zu sehen. Wie halten uns am Weg zur linken Parkseite. Hier spazieren wir auch an den zwei ältesten Bäumen der Anlage vorbei, zwei alte Eichen, die den Westpark noch als Brache kennen.
  • Zum Hopfengarten am „Audi Dome“ erreichen wir über das „Farntal„. Der Weg biegt kurz vor der Niedermoorzone des Mollsee nach Norden (links). Das kleine Bachtal ist mit seiner hohen Artenvielfalt eine Besonderheit auf dem Münchner Stadtgebiet. Wusstet Ihr, dass der Audi Dome bis 2011 RudiSedlmayerHalle hieß und hier zur Olympiade die Basketball-Spiele ausgetragen wurden? Außerdem wurde hier der Eurovision Song Contest 1983 ausgetragen, nachdem im Jahr zuvor Nicole mit „Ein bisschen Frieden“ den Event gewonnen hatte und Deutschland der Gastgeber wurde. Ja mei. Gleich gegenüber der Biergarten.

Biergarten Hopfengarten

Etwas weiter kann der Spaziergänger im Biergarten Hopfengarten seinen Durst oder Hunger im Biergarten stillen. Wir sind hier ein bisserl im toten Winkel, weswegen der Biergarten meist auch bei perfektem Sommerwetter weniger überlaufen ist, als das Wirtshaus am Rosengarten.
Jeden Donnerstag sowie an Sonn- und Feiertagen von Mai bis August gibt es Live-Musik von Bands aus München und Umland. Zur Website des Biergartens Hopfengarten

Am Mollsee entlang zum Cafe Gans am Wasser wandern

  • Zurück zum Mollsee kommt man über den Weg, der nördlich der Schenke einen Rechtsbogen nach Süden schlägt. Wieder am Wasser sehen wir das Cafe Gans auf der kleinen Halbinsel liegen. Vorbei an den Rauchschwaden der Grillanlage im Westen des Parks steuern wir auf das kleine belebte Lager zu. Der Blick ist hinreißend. Felsen liegen am  Ufer, Bäume die im Wasser stehen und Mangroven-Feeling light versprühen. Besonders wenn sich im Herbst Blätter und Nadeln färben.

Cafe Gans am Wasser

Besonders stimmungsvoll ist es am Cafe Gans in der Nachmittagssonne. Direkt am Wasser gelegen ist es ein herrlicher Platz alle, fünfe gerade sein zu lassen. Der kreative Charme dieses Ortes mit seinem Zelt, den Liegestühlen und anderen improvisierten Sitzmöglichkeiten hat etwas von einem romantischen Feriencamp. Wenn die Lichter angehen und es noch warm ist, fühlt man sich überall, nicht jedoch in Sendling. Zu Essen gibt es die Kuchen des Café Kubitscheck, Eis von Engert-Eis oder hausgemachte Pommes. Gelegentlich gibt es ein kleines Kulturprogramm. Zur Website von Gans am Wasser

Um den Mollsee herum zum Wasserspielplatz und zurück

  • Wir wandern weiter entlang des Sees nach Westen. Etwa 130 Meter weiter trennt ein kleiner Wasserfall den naturbelassenen Teil vom Oberen, der geradlinig angelegt ist und sogar für Modellschiffkapitäne über kleine Hafenanlagen verfügt. Geht über die Brücke und auf der anderen Uferseite zurück. Oder eine kleine Extrarunde, wenn ihr den Booten auf dem Wasser einen Besuch abstatten wollt. Südwestlich vom Gans ist ein kleiner Aussichtshügel, von den man einen schönen Blick auf das Cafe hat. Den Wasserspielplatz erreicht ihr von hier über den Fußweg, der von hier nach Süden abwärts führt.

Der Wasserspielplatz und Kiosk

Hier werden Kinderträume war! Während die faulen Papas im Mini-Biergarten sich ein Bier reinzischen, bauen die hoffentlich beaufsichtigten Kinder am Bachlauf Staudämme. Es gibt außerdem einen Sandkasten, eine kleine und eine Riesen-Rutsche, Klettergerüste, Schaukeln, Wippen oder eine Kletterwand. Das Wasser plätschert etwa ab Mitte Mai am Wasserspielplatz. Am Kiosk gibt es außerdem eine Toilette. Obacht: Der Wasserspielplatz wird jeden Dienstag gereinigt und kann deswegen erst wieder am Nachmittag voll genutzt werden.

  • Das Sardenhaus liegt nahe der Liegewiese in der Mitte des östlichen Westparks und westlich des Mollsees. Ihr erreicht es vom Wasserspielplatz über einen kleinen Fußpfad, der südwestlich vom Weg rechts einem Bachlauf nach Norden folgt. Am Hauptweg 150 Meter nach Westen gehen (links). Im Sardenhaus finden Kunstausstellungen und Lesungen statt, die das Kulturreferat der Landeshauptstadt vermittelt. Es hat ein begrüntes Dach mit Sitzgelegenheit.
  • Um weiter in den westlichen Parkbereich zu kommen folgt man demWeg zur Fußgängerbrücke. Auf der anderen Seiten den Weg zurück zu eurem Ausgangspunkt nehmen.

Westpark-Karte

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