Rundspaziergang im Forstenrieder Park zum Eichelgarten und der Buchendorfer Rodungsinsel

(Wanderung) Man muss schon genau wissen, wo sich der Eichelgarten im Forstenrieder Park befindet, da man ansonsten die Nadel im Heuhaufen im 37 km² sucht. Direkt an der Römerstraße nach Buchendorf/Gauting gelegen, ist es ein ganz besonderer Ort, an dem sich Waldgeschichte erleben lässt. Nicht nur im Sommer ein tolles Ziel ist er auch im Winter sehenswert, wenn die Eichen ihre kahlen Äste in den Himmel recken. Da freut sich auch der Fotograf. Damit die Tour nicht zu kurz wird, haben wir den Spaziergang zur Buchendorfer Rodungsinsel verlängert. Von dort gehts im Bogen zurück. Mit etwa 1,5 h Gehzeit eine genussvolle Unterbrechung des Nachmittags.

Die Eichelwiese im Forstenrieder Park

Das erwartet euch auf dem Spaziergang durch den Forstenrieder Park

  • Einfacher Spaziergang, der sich je nach Lust und Laune bis zum Ort Buchendorf verlängern lässt. 2,5 Kilometer gehts auf der historischen Römerstraße Via Julia. Der Eichelgarten, der schon nach einem Kilometer erreicht wird, ist der eindrucksvolle Rest des Waldzustandes vor 1800, wo er noch ein Hutewald war.
  • Die Wege sind unkompliziert zu begehen, meist geschottert, im Bereich des Eichelgartens allerdings Naturpfade.
  • Einkehrmöglichkeiten gibt es auf der kurzen Toure keine. Im Sommer solltet ihr aber ein Picknick im Eichelgarten in Erwägung ziehen. Wer die Tour verlängern will, kann allerdings in Buchendorf im Landgasthof Haller einkehren, sofern er geöffnet hat. In Buchendorf gibt es übrigens die gut erhaltenen Reste der Keltenschanze zu sehen. Zum Hurra-Tourvorschlag über Gauting.

Anfahrt zum Forstenrieder Park

Anfahrt mit dem Auto: Die öffentliche Anbindung ist zum Ausgangspunkt der Wanderung leider nicht gegeben. Mitten im Forstenrieder Park gelegen rauschen die Autos hier eher wie auf der Prinz-Heinrich-Fahrt 1909 durch den Wald. Eine Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ist weit und breit nicht gegeben. Zum Parkplatz kommt man über die alte Olympiastraße, die ab Fürstenried West rechts der Autobahn nach Starnberg verläuft. Ihr erreicht ihn 800 Meter hinter der Hochspannungsleitung auf der rechten Seite. Die Einfahrt wird vom Gedenkstein an die Römerstraße markiert (Google Link). Sollte der Parkplatz voll sein, könnt ihr alternativ 150 Meter davor beim Mobilfunkmast das Auto abstellen.
Zuvor an der Ausfahrt Forstenried/Fürstenried die Autobahn verlassen, die Neurieder Straße überqueren und rechts auf die Landstraße abbiegen, ehe sie auf der anderen Seite wieder in die Autobahn einbiegt. Oder der Forstenrieder Allee in Forstenried nach Süden folgen.

Anfahrt mit dem MVV: Von der U-Bahn-Endhaltestelle Fürstenriedwest kann man die Eichelwiese kerzengerade in 5,3 Kilometer über die Maxhofstraße erreichen. Ist vermutlich etwas langweilig. Mit dem Fahrrad aber eine gute Idee.

Von der Olympiastraße im Forstenrieder Park losspaziert

Bevor wir auf der Römerstraße in östlicher Richtung in den Wald folgen, schauen wir uns den Meilenstein an der Olympiastraße an. Aus römischer Zeit stammt er allerdings nicht, sondern von König Max II. Bis 1979 stand er auf dem Mittelstreifen der Autobahn. Er erinnert an die antike Autobahn zwischen Salzburg nach Augsburg, die hier kerzengerade durch den Forstenrieder Park führt.

  • Auf gehts nach Osten. Rechts und links des Weges fallen Vertiefungen aus. Es sind die Materialentnahmegruben, meist auf der rechten Seite, mit denen die Römerstraße gebaut wurde. Sehr schön zu erkennen, im Bayern-Atlas in der Reliefansicht (Link). Schon nach 800 Meter ist der Eichelgarten erhalten. Wir nehmen einen der nächsten Fußpfade und schlagen einen weiten Bogen, um weiter östlich wieder auf die Römerstraße zu kommen.
    Der Schnee dämpft unsere Schritte und die Autobahn nehme ich eigentlich nicht wahr. Wie schön muss es hier auch im Sommer sein.

Eichelgarten im Forstenreider Park

Wer glaubt, dass Fichten Monokulturen schon immer das Waldbild rund um München bestimmt haben, irrt. Eigentlich gab  es viele Mischwälder mit Buchen und Eichen, in die im 16. und 17. Jahrhundert Bauern ihr Vieh zur Weide trieben. Der „Hutewald“ war einst hundertmal Größer als die heutige Fläche. Der wertvolle Baumbestand wurde allerdings durch die damalige die Abhängigkeit von Holz als Bau- und Energielieferant zunehmend abgeholzt. Um eine Energiekrise zu vermeiden, wurde 1752 die Bayerische Forstverwaltung gegründet, die den Forst kartografierte und mit schnellwachsenden Fichten aufforstete. Die Verflechtung von Landwirtschaft und Wald wurde aufgelöst.

Der Eichelgarten ist der letzte Rest dieser Kulturlandschaft und ein „lebendiges Museum“, da die einstigen Weideflächen mittlerweile Wäldern und Äckern gewichen sind. Um diesen Ort – der Lebensraum für viele seltene Planzen und Tiere ist zu erhalten, werden die Wiesen jährlich gemäht, und im Rahmen eines Pflegekonzeptes entbuscht und gezielt aufgeforstet. 18 Hektar dieses Areals ist als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH)  ausgewiesen.

  • Zurück auf der Römerstraße, der wir weiter nach Westen folgen. Der Wald ist in Quadrate eingeteilt, welchen die Römerstraße diagonal durchschneidet. Rechts, in noröstlicher Richtung geht es nach Maxhof, was zu Fürstenried gehört. Ab dieser nächstgelegenen Wegkreuzung (Max-Josef-Geräumt) sind es noch 1,3 Kilometer bis zur Buchendorfer Rodungsinsel. Zur Ortsmitte sind es ab hier zusätzliche 1,5 Kilometer. Hier findet ihr auch den Landgasthof Haller. Halbrechts seht ihr kaum wahrnehmbar die Keltenschanze.
  • Ab dem Waldrand folgen wir dem Weg weitere 120 Meter ins Freie, um an nächster Gelegenheit links einbiegen. Spitz gehts zum Wald zurück. Dort nach etwa einem halben Kilometer angekommen, links in südöstlicher Richtung in den Wald abzweigen. Wenn der Fahrweg nach 400 Metern eine Rechtskurve beschreibt, geradeaus auf dem Fußweg bleiben. 750 Meter weiter ist nahe der Kiesgrube das Max-Josef-Geräumt erreicht, auf dem wir links in nordöstlicher Richtung einen Kilometer zur Römerstraße zurückgehen. Ab hier sollte der Weg rechts zum Parkplatz an der Olympiastraße bekannt sein.

Wanderkarte Forstenrieder Park