Wildbeobachtung: Spaziergang zu den Wildschweinen im Forstenrieder Park

(Nach Belieben –  11 Kilometer oder kürzer ). Der Forstenrieder Park war einst das Jagdrevier des Bayerischen Königshauses und Schauplatz zahlreicher feudaler Veranstaltungen. Seine Geschichte als Wildpark prägt daher noch heute den Wald, sei es durch die großzügigen Eichenalleen, die stellenweise den Park durchziehen oder freilaufendes Wild – vorzugsweise Wildschweine -, die hier zu beobachten sind. Mit 3.900 Hektar ist die Waldfläche der Staatsforstreviere direkt am südlichem Stadtrand von München riesig. Gitta und ich haben uns den Wäldern von Solln aus von Norden her genähert.
Das Schöne: Der Forstenrieder Park ist so groß, dass sich die Besucher verteilen. Durch das umfangreiche Wegenetz kann die Runde beliebig verkürzt oder verlängert werden. Ihr entscheidet.

Das erwartet euch auf dem Spaziergang von Solln in den Forstenrieder Park

  • Felder und Wiesen nahe Solln/Warnberg, Wald und Wild im weiteren Verlauf der Runde.
  • Kontakt mit Wildschweinen sind keine Seltenheit, im Gegenteil! Wildschweine gibt es nur im Forstenrieder Park östlich der Autobahn zu sehen! An der Wildbeobachtungsstation kann man mit etwas Glück auch weitere Wildtiere beobachten.
  • Der Forstenrieder Park ist in quadratische Geräumt eingeteilt, was die Freunde des gepflegten geradeaus Schreitens schätzen werden. Dennoch ist die Wahrnehmung des Forstes immer eine andere. Besonders die Eichenalleen im südlichen Tourbereich sind recht schön anzuschauen.
  • Vorwiegend sehr gute Wege. An einigen Stellen weichen wir auf Wiesenpfade aus, auf denen man bei schlechtem Wetter auf gutes Schuhwerk achten sollte.
  • Einkehrmöglichkeit unterwegs im griechischem Lokal Poseidon in Forstenried.
  • Seht Euch unsere weitere Wanderung in der Forstenrieder Park ab Baierbrunn an. Beide Touren können miteinander Kombiniert werden.

Anfahrt mit der MVG und dem Auto

Anfahrt mit der MVG: Bus 135 von Thalkirchen bis zum Waldfriedhof Solln, wo unsere Wanderung beginnt. Andere Einstiegspunkte in den Park östlich der Autobahn sind mit dem Bus 132 bis Forstenrieder Park möglich. Die Runde lässt sich abkürzen, wenn man sie schon in Forstenried beendet.

Anfahrt mit dem Auto: Parkmöglichkeit am Friedhof Solln oder der Wilhelm Leibl-Straße.

Losgewandert von Solln über Warnberg zum Wald

  • Jäh ist das Ende von München. Der Waldfriedhof in Solln liegt nahe der Wolfratshauser Straße und direkt am Stadtrand. Wir haben in der nahen Wilhelm Leibl-Straße nördlich des Friedhofs geparkt und spazieren auf der kleinen Warnberger Straße Richtung Südwesten. Autos kommen wenige. Erst säumen Wiesen den Weg, dann ein Feld. Dahinter sehen wir schon die Baumspitzen vom Forstenrieder Park. Ländliches Idyll. Vielleicht hätten wir auch am Friedhofsparkplatz das Auto parken können, doch der Platz ist begrenzt und wir keine Besucher.
  • Bald sehen wir links in exponierter Lage Gut Warnberg mit einem kleinen Türmchen am Dachfirst. Vormals Sitz der Jesuiten, später Grafensitz denn Mädchenschule, der Schwesternschaft Maria vom Trost, in dem auch Lebensmittel für soziale Einrichtungen produziert wurden. Im landwirtschaftlichen Gut ist heute eine private Realschule untergebracht. Das Gelände ist groß, wie auch der Wunsch dieses Areal einmal näher anzusehen. Leider ist der Grund privat. Schade, denn genau hier befindet sich mit 580,5 Metern der höchste Punkt Münchens sowie ein mittelalterlicher Turmhügel aus dem 12. Jahrhundert.
  • Der Weg führt nördlich von Warnberg nach Westen. In einem kleinen Weiher tauchen Buchen ihre Äste ins Wasser. Das Biotop im Landschaftsschutzgebiet bietet Amphibien Lebensraum und Fotografen ein schönes Motiv. Entstanden ist er vermutlich in den Zeiten des Lehmabbaus, als hier in der Nähe noch eine Ziegelei stand. Den Forstenrieder Park erreichen wir nach 500 Metern, die Richtung nach Westen beibehaltend.

Durch den Forstenrieder Park auf dem Karolinen-Geräumt

  • Wir betreten den Forstenrieder Park über einen Wildrost. Wie an jedem Eingang hilft eine Infotafel sich im Wald zu orientieren. Wir biegen 200 Meter vor uns links in das „Karolinen-Geräumt“ ein, das in südwestlicher Richtung durch den Park und etwa parallel zur Isar verläuft. Zum Anfang wirkt es wie eine lange schmale Waldwiese, die sich nach 420 Metern zu einem schmalen Korridor verjüngt. Wir kreuzen das „Link-Geräumt“ und setzen auf der anderen Seite auf dem Wiesenweg unseren Spaziergang fort. Die Spuren der Wildschweine sieht man hier überall, wo das Erdreich auf der Suche nach Nahrung umgepflügt wurde.
  •  Etwa 420 Meter weiter, umgehen wir das Karolinen-Geräumt kurzzeitig, als die Vegetation zu wild ist und kein Weg mehr erkennbar. Gitta und ich wandern hierfür zunächst 200 Meter nach Osten bis zum geteerten Nauhauser Weg und biegen dann links ab. Die Forststraße verläuft im spitzen Winkel wieder auf das Karolinen-Geräumt zu.

 

Das letzte mal als ich hier war, übte meine Mutter mit mir das 1×1. Es war ein Scheiß-Spaziergang weswegen ich mich noch daran erinnere. Positiv war aber immer das Ziel, nämlich genau an jenem Ort, wo der Neuhauser Weg auf das Karolinen-Geräumt stößt. Hier stehen noch immer zahlreiche Kastanien die wir sammelten und versucht haben, an die Wildschweine zu verfüttern. Die Kastanienzeit ist vorbei und auch Schwarzwild haben wir noch keine gesehen.

Ehemaliges Lustschloss „Gelbes Haus“

Hier in der Nähe im Kreuzungsbereich des Zylinhard-Geräumt und Spitzelbergweg stand zwischen 1733 und 1746 einst ein gelbes Jagdlustschloss in Holzbauweise von dem verschiedene Wege und Sichtachsen abgingen. Eine davon war mit Schloss Fürstenried verbunden, was damals das Epizentrum einer gigantischen Jagdinfrastruktur war. Sicherlich ist es kein Zufall, dass das Neuhauser Geräumt in seiner Verlängerung ziemlich genau auf das Schloss Fürstenried zuführt.

  • Etwa 2 Kilometer sind es noch zu unserem Etappenziel am Gelben Haus, der gleichnamigen Arbeiterhütte. Vorbei an der Allee der Freundinnen und Freunde des Forstenrieder Parks, die hier 26 Bäume verschiedener Arten gepflanzt haben, geht es sich hier schnell und noch leichter, je besser die Gespräche und es die Gedanken sind. Etwa ein Kilometer vor dem Gelben Haus beginnt die Eichenallee, die uns in eine großzügige Parklandschaft denken lässt.

Das heutige Arbeiterhaus „Gelbes Haus“

Die Diensthütte steht an der wichtigen Kreuzung von Ludwigs- und Karolinen-Geräumt. Im Inneren des Hauses befinden sich Szenen zur Jagd und zum Wild des Tier- und Themenmalers Friedrich Anton Wyttenbach. 1841 hatte er sie auf Initiative des königlichen Revierförster und Parkmeister Max von Schilcher angebracht, der Mitglied des Münchner Kunstvereins war.

Ungefähr hier war es auch, wo die Römerstraße – heute Via Julia genannt –  vom Georgenstein und Baierbrunn herüber zur nächsten Ansiedlung in Gauting verlief.

  • Den Wildbeobachtungsstand am Rande der Wildruhezone erreicht man entweder über die Forststraße unter der Hochspannungsleitung, oder dem Fußpfad gleich südlich des Gelben Hauses. Vorbei an den Brüdereichen die Forstmeister Goebel zum Andenken an seine beiden im Ersten Weltkrieg gefallenen Söhne gepflanzt hatte, geht es hier etwas steiler einen Moränenausläfer hinab. Die Beobachtungsstation befindet sich knapp 250 Meter weiter westlich linkerhalb des Ludwig-Geräumt.

Wildbeobachtungen im Forstenrieder Park

Während man im Forstenrieder Park nur etwas warten muss, dass Wildschweine den Weg kreuzen, ist Dam- und Rotwild sehr viel scheuer und dadurch seltener zu beobachten. Es wurden zwei Zonen im Forstenrieder Park eingerichtet, wo das Wild ohne Störung äsen und ruhen kann. Südöstlich der Autobahn zwischen dem Karolinen-Geräumt sowie südwestlich vom Ludwigsgeräumt befindet sich das 376 Hektar große Areal, wo man vom überdachten Beobachtungsstand einen guten Blick auf die Fütterungswiese erhält. Wild gewöhnt sich an die Menschen am Rand dieser Ruhezonen und sieht die Besucher nicht mehr als Feinde, vor denen es flüchtet.

Die Wahrscheinlichkeit einer Wildbeobachtung ist am frühen Morgen oder in der Abenddämmerung am höchsten. Zur Winterzeit gibt es Schaufütterungen.

Der Wildbestand im Forstenrieder Park:

Rotwild Bestand 50 – 60
Damwild 50-60
Schwarzwild 70 – 100
Rehwild 30 – 40

Verhaltenshinweise bei Begegnungen mit Wildschweinen:

  • Wildschweine nicht füttern und ausreichend Abstand halten.
  • Hunde an die Leine nehmen und besser auf dem Weg bleiben.
  • Ab Februar und auch in milden Wintern, bekommen die Bachen oft über das ganze Jahr hinweg ihren Nachwuchs. Niemals zwischen Bache (Wildschweinmutter) und die Frischlinge (Nachwuchs) kommen!
  • Wenn die Bache laut schnaubt und bläst, Ruhe bewahren und ohne hastige Bewegungen sofort den Rückzug antreten. Auf keinen Fall hektisch werden und wegrennen.

Zwei Wegoptionen zurück durch den Forstenrieder Park

Wegoption 1: Richtig für euch, wenn ihr noch im griechischen Lokal Poseidon einkehren wollt. Allerdings kommt ihr der Garmischer Autobahn  nahe, so dass man sie hört.
Wegoption 2: Passt, wenn ihr durch die Parkmitte ohne Zivilisationslärm und Schlenker zurück wollt.

Wegoption 1: Nach Forstenried zum Lokal Poseidon gehen

  • Von der Wildbeobachtungsstation gehen wir 250 Meter zurück Richtung gelbes Haus. Unter dem Moränenausläufer folgen wir dem „Otter-Tal“ einen Kilometer nach Norden, das auf das Preysing-Geräumt stößt. Hier 200 Meter nach Westen und dann rechts auf das Theresiengeräumt einbiegen und 2 Kilometer bis zum geteerten Neuhauser Weg.
    Hier haben wir sie endlich entdeckt. Eine Rotte Wildschweine scharrt im Wald links des Wegs. Sie interessieren sich nicht für uns und für gute Fotos sind sie glatt zu weit weg.
  • Das Lokal Poseidon findet ihr am Ende des Wegs am Wanderparkplatz rechts, in östlicher Richtung.

Griechisches Lokal Poseidon

Da ihr im Forstenrieder Park nur eure selbstgeschmierten Brote essen könnt, ist das Lokal Poseidon in der Schießstätte Forstenried kein schlechter Stop für eine Einkehr, zumindest für alle Freunde der griechischen Küche. Wir hatten die kalte und warme Vorspeisenplatte gegessen, die richtig gut war. Das Ambiente der Gaststube ist rustikal griechisch Bayerisch mit Erkerzimmer und Jagdtrophäen. Nach unseren Waldspaziergang hat uns das aber nicht gestört. Kleiner Wirtsgarten im Sommer.

Öffnungszeiten: 11:00–15:00/17:00–1:00/ Sonn- und Feiertags: bis 23:00
Adresse:  Forstenrieder Allee 327 81476 München
Telefon: 089/757360
Website: Poseidon

  • Zurück kommt ihr, in dem ihr links den Weg am Lokal vorbei nach Norden geht und an der rechten Abzweigung bis ans Ende des Forstes geht. Warnberg solltet ihr hier auf der anderen Seite des Waldes sehen. Nur ein Stück rechts am Waldrand entlang und auf dem gleichen Weg zurück, wie ihr gekommen seid.
  • Alternativ bietet sich vom Poseidon aus der Weg über den Amphibientümpel an. Zurück zum Wanderparkplatz und vom Neuhauser Weg gleich links am Zaun des Schießpatzes entlang gehen. Quert am Ende des sichtbaren Wegs die Waldwiese und genießt die tollen Baumriesen. Nach einiger Weile stoßt ihr auf einen Forstweg, den ihr links bis zum Ende des Waldes spazieren könnt. Den Amphibientümpel entdeckt ihr links spätestens nach 200 Meter.

Wegoption 2: Über den Spitzelbergweg zurückspazieren

  • Von der Wilbeobachtungsstation zurück zum Gelben Haus und weitere 420 Meter bis zum Spitzelbergweg gehen. Nach 3 Kilometer am Waldrand nach links bis zum Parkeingang, den ihr schon kennt. Von hier auf dem gleichen Weg zurück, wie ihr gekommen seid.

Wanderkarte Forstenrieder Park

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Alternative Wanderung ab Buchenhain

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