Ganzjahreswanderung von Miesbach auf den Stadlberg

(Wanderung 8,4 und 9.2 Kilometer) Neben dem Taubenberg ist der Stadlberg einer jener sachten Erhebungen, die das Voralpenland prägen, aber als Berg nicht ganz für voll genommen werden. Es sind mehr die Locals, die ihn anwandern, weil man schnell oben ist und auch noch einen ganz guten Blick über die Heimat hat. Den Stadlberg kennen wir selbst schon sehr viel länger, als wir für den Blog schreiben. Warum der Berg dann erst jetzt seinen eigenen Beitrag bekommt? Weil mir der Anteil der Teerstraßerl zu groß war, obwohl das gerade im Winter eine der Stärken ist. Man kann hier eigentlich immer gehen und wird nur selten von Autos genervt. Jetzt habe ich aber auf der Karte neue Wege entdeckt, die sich bislang verborgen hatten, aber ganz wunderbar zu gehen sind. Außerdem habe ich den Rückweg von Arget nach Miesbach einfach an die Schlierach links der Bundesstraße verlegt. Und voilà, jetzt passt es. Empfehlung!

Das erwartet euch auf der Stadlbergwanderung

  • 200 Höhenmeter bei 8,4 Kilometer Entfernung. Etwa 2,5 h Wanderzeit. Vom Bahnhof sind es etwa 800 Meter mehr. Die Strecke besteht aus Wald- und Wiesenwegen sowie Teersträßchen mit wenig Verkehr, auf denen man alternativ im Winter recht gut gehen kann.
  • Immer wieder schöne Ausblicke, z.B. von der Habererlinde, wo sich einst die Haberermeister trafen.
  • Einkehrmöglichkeit von Donnerstag bis Sonntag in der Stadlbergalm.
  • Der Ausgangspunkt ist sowohl mit dem Auto, als auch mit der BOB von München ausgezeichnet erreichbar. Es gibt zusätzlich die Möglichkeit, von Agatharied mit der Bahn zurückzufahren.

Anfahrt mit Auto und Bahn nach Miesbach

Anfahrt mit dem Auto: Über die Autobahn A8 Salzburg bis Ausfahrt Weyarn und weiter nach Miesbach etwa in 35 Minuten. Parkplatz in der Stadlbergstraße/Ecke „Am Eichenhag“. Vor der Esso-Tankstelle kurz vor dem Ortsausgang im Süden links abbiegen.

Anfahrt mit der Bahn: Anfahrt mit der BOB/Bayrischzell bis Miesbach (43 Minuten) oder Agatharied (50 Minuten).

Losgewandert von Miesbach auf den Stadlberg

Miesbach ist mit etwa 13.000 Einwohnern die kleinste Kreisstadt in Oberbayern. Wir haben festgestellt, dass hier häufig das Wetter besser ist als in München, wenn es am Vormittag noch eine trübe Suppe hat. Dennoch konnten wir uns in Miesbach selbst noch nicht wirklich verlieben, da der Ortskern als Ensemble weniger attraktiv ist, als die nahe Umgebung.

Wanderstart am Bahnhof Miesbach

  • Obacht, wer mit der Bahn nach Miesbach kommt, hat in die Wanderung einen anderen Einstieg, nämlich bei der Harztalstraße beim Wasserhaus. Ihr geht am besten am Kreisverkehr vor dem Bahnhof etwa 20 Meter nach Osten und folgt dann der Pfarrgasse. An der Stadtkirche rechts zum Stadtplatz abzweigen. Östlich des Platzes an der Bäckerei Geschwendtner vorbei links in den kleinen Salzweg einbiegen und dann halbrechts durch die Grünanlage mit Teich. Durch den Fußgängertunnel die Bayerischzeller Straße unterqueren, die auf die Harztalstraße stößt. Das Wasserhaus erreicht ihr 430 Meter weiter.

Start für die Autofahrer in der Stadlbergstraße

  • Eigentlich könnte man der Stadlbergstraße von hier aus auf Teer bis zum höchsten Punkt 2,6 Kilometer aufwärts folgen. Heute eher nicht, da der Schnee nicht hoch genug liegt. Lieber den Fußweg 150 Meter links im Wald folgen, wo die Straße am Hang in einer Linkskurve ansteigt.
  • Der Fußweg verläuft knapp 300 Meter den Hang entlang nach Nordosten. Durch ein Drehtor und einen
  • kleinen Steg gelangen wir auf die Harztalstraße mit den letzten Siedlungshäusern von Miesbach. Nach rechts abbiegen. 750 Meter steigt der Wirtschaftsweg in einem Tal sanft an, erst durch einen Forst, dann an einer Hecke vorbei, bis er auf einen Feldweg mit Nord-Süd-Verlauf stößt.
  • Hier wechseln wir die Richtung rechts weiter hinauf nach Süden und halten auch die Richtung bei, wo der Weg halbrechts weiterführt. Der mäßig steile Wiesenpfad rechts einer das Feld säumenden Baumreihe, stößt etwas oberhalb an einer kleinen Wegkreuzung wieder auf die Stadlbergstraße.
  • 100 Meter oberhalb der Stadlbergstraße (Süden) biegt rechts in westlicher Richtung der Gschwendtnerweg ab. Bis zum nahen Einödhof ist es knapp ein halber Kilometer. Ab hier auf der Allee (Hochfeldweg) hangaufwärts gehen, da jeder weitere Weg auf Privatgrund führt. OBACHT: Gleich oberhalb des Anwesens rechts den Fußpfad entlang dem Hangverlauf nach Süden folgen. 800 Meter weiter stößt man am Weidegatter auf den Wanderweg, auf den wir rechts über die Wiese zur Stadlbergalm spazieren.
  • Hinweis für die Teerstraßenwanderer: Wer sich für den Aufstieg über die Teerstraße entschieden hat, biegt kurz vor dem Gehöft auf der flachen Kuppe des Stadlberges rechts am Wegkreuz ab, der euch zur Stadlbergalm bringt.

Nur wenige Meter sind es zum Etappenziel. Ob ihr gleich bei der Kapelle nebenan vorbei schaut, oder nach dem Besuch der Wirtschaft, liegt an euch. Der Blick auf jeden Fall rüber zum Taubenberg solltet ihr auf keinen Fall verpassen!
Der Weg dahin führt links durch das Drehtor an der Baumreihe entlang. Unglaublich, den Kaiserschmarrn rieche ich schon vor der Türe! Hunde bitte an die Leine nehmen, da die Alm auch ein landwirtschaftlicher Betrieb mit freilaufenden Tieren ist.

Einkehren in der Stadlbergalm

Die Lage der Stadlbergalm ist klasse. Als Einzelgehöft liegt sie auf einem Ausläufer des gleichnamigen Berges und ist zur richtigen Zeit das richtige Ziel. Zumindest von Donnerstag bis Sonntag. Ehrliche bayerische Küche, Brotzeit oder Kaffee und Kuchen zu fairen Preisen. Pommes gibt’s keine :-). Gemütliche Stubn und kleine Terrasse fürs warme Wetter.

Tipp: Vor einem Besuch die Öffnungszeiten prüfen. Wir standen hier schon häufiger als bei jeder anderen Wirtschaft wegen Betriebsurlaub vor verschlossener Türe! Kleiner Parkplatz.

Öffnungszeiten: Do./So. 12:00 bis 20:00 Uhr, Fr. /Sa. 12:00 – 22:00 Uhr
Adresse: Untergunetsrain 114, 83734 Hausham
Website: Stadlbergalm

Von der Stadlbergalm den Berg runter nach Agatharied gewandert

  • Auf der kleinen Zufahrtsstraße zur Alm wandern wir zuerst 500 Meter hangabwärts bis zum nächsten Gehöft. Bevor wir links hinter den Schuppen auf den Fußweg nach Agatharied abbiegen, machen wir noch einen kurzen Abstecher zur exponierten Habererlinde 50 Meter weiter.

Haberfeldtreiben und Habererlinde

Etwa zweihundert Jahre wurde im bayerischen Oberland das geheime Rügegericht der Haberfeldtreiber praktiziert, bis Bayerische Gendarmen 1893 der Selbstjustiz für immer ein Ende bereiteten. Miesbach war damals das Zentrum und die nahe Habererlinde der Treffpunkt des Zwölferrates der Haberermeister, die sich hier verabredeten und zu beraten, über wen gerichtet werden sollte.

Beim sogenannten „Haberfeldtreiben“ wurden Vergehen sittlicher Natur, aber auch soziale oder wirtschaftliche gerügt. Eine gehörige Portion Doppelmoral war gang und gäbe, bei der eine Verteidigung der Angeklagten nicht möglich war und danach der Ruf meist ruiniert.

Der Blick von der Habererlinde ist wunderbar und der Baum in seiner Statur ein tolles Fotomotiv. In der Ferne sehen wir die ersten Berge um den Tegernsee und weiter westlich von Bad Tölz.

  • Zurück: Am Gehöft führt der Fußweg erst durch den Wald abwärts, schneidet die Serpentine der Fahrstraße ab, um nach insgesamt 700 Metern oberhalb des Krankenhauses Agatharied aus dem Wald zu kommen.
  • Optional kann man die Teerstraße hinunter bis zum Krankenhaus gehen. Am Parkplatz links bis zum Fußweg nach Agatharied gehen.

An der Schlierach von Agataried nach Miesbach zurück gewandert

  • Zum Bahnhof: Am Parkplatz vorbei links um das Haus wandern und am Kindergarten und nochmal links den Fußweg hinunter zur Hauptstraße spazieren. Der Bahnhof befindet sich unterhalb der Kirche.
  • Weiter nach Miesbach: Dem Bachlauf östlich der Hauptstraße vorbei an Reihenhäusern und Garagen nach Norden 150 Meter folgen. Kurz vor dem Ortsausgang über die Brücke und links in den Lehenweg einbiegen. Der Fuß- und Radweg erreicht nach 1,2 Kilometern das Siedlungsgebiet von Miesbach und heißt hier Haidmühlstraße.

Zum Auto: Nach der Realschule rechts nach Osten spazieren und nach 100 Metern links die Treppe noch oben steigen. Rechts den Janweg bis zur Hauptstraße folgen. Die Stadlbergstraße biegt halbrechts auf der anderen Straßenseite ab.

Zum Bahnhof: Dem Verlauf der Haidmühlstraße folgen. Der Name ändert sich lediglich zur Rathaus- und später zur Bahnhofstraße.

Wanderkarte zur Stadlbergtour

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