Der Bärlauch: Leckere und heilkräftige Frühjahrspflanze

Die Namen Ramser, Räms und Raines sind weitere Namen, die auf einen sehr alten Namensstamm hindeuten. „Hroms“ und „Rämesadr“ wurden im germanischen und altdeutschen Zwiebel- und Lauchgewächse genannt. Mit großer Freude habe ich auf unserer Wanderung in und um Bad Heilbrunn herum große Mengen an Bärlauch entdeckt.

So erkenne ich den Bärlauch

Er wird ca. 20 cm hoch. Der Blattstiel entspringt direkt aus der Zwiebel. Die Blätter stehen einzeln da. Beim Maiglöckchen kommen Blätter und Blütenstiel in einem aus der Knolle. Die Blätter sind saftig grün, lanzettlich geformt, haben parallel laufenden Blattadern und auf der Rückseite eine stark ausgeprägte mittig über das ganze Blatt laufenden Mittelnerv, der beim abknicken richtig knacken sollte. Die Stängel sind lang und dreikantig geformt. Die Blüten sitzen als Scheindolden mit weißen sternförmigen Blumenkronen auf langem Stiel. Die Blüten sind streng nach der Zahl drei aufgebaut: der Nektar wird in drei Drüsen in einem dreifächrigen Fruchtknoten gebildet. Und dieser Nektar sammelt sich in sechs Staubblättern. Bärlauch hat einen sehr starken und intensiven Knoblauchgeruch. Er liebt die Gesellschaft und tritt deshalb meist in Massen auf.

Die Heilwirkung des Bärlauchs ist schon seit langer Zeit bekannt. Römer, Germanen und Kelten kannten bereits seine Heilwirkung. Bärlauch hat eine reinigende und stärkenden Kraft.

Achtung Verwechslungsgefahr – der Bärlauch und das Maiglöckchen

Wie weitläufig bekannt ist, gibt es einige giftige Pflanzen (Maiglöckchen, Herbstzeitlose, Aronstab, Salomonsiegel), mit denen der Bärlauch verwechselt werden kann, deshalb möchte ich ihn hier sehr genau beschreiben, damit ihr ihn sicher wieder erkennen könnt. Im Gegensatz zum Maiglöchcken, bei dem alle Blätter und der Blütenstängel zeitgleich eingedreht aus der Knolle kommen (wie auf dem Bild unten zu sehen), kommt beim Bärlauch jedes Blatt einzeln aus der Erde, auch die Blüte.

Bärlauch, bärenstarke Kraftpflanze im Frühling

Der Bärlauch ist eine Frühlingspflanze, so wie der Bär, sein Meister, nach seinem Winterschlaf der Frühlingsbringer ist. Deshalb entfaltet der Bärlauch im Frühjahr seine stärksten Kräfte und man sollte ihn auch zu dieser Jahreszeit als Heilmittel verwenden, um den Körper zu stärken und zu reinigen.

Der Name des Bärlauch erinnert nicht zufällig an den Bären. Er stammt daher, dass man früher Bären beobachten konnte, die nach Ihrem Winterschlaf zielstrebig nach Bärlauch suchten, um ihre noch vom Winterschlaf müden Eingeweide wieder auf Vordermann zu bringen.

Die Pflanzen des Bären, so wusste man früher, haben die Kraft der Erneuerung, Revitalisierung und Reinigung, sie brechen das Verhärtete und erwärmen den Körper. Der Bärlauch gehört mit zu den kräftigsten „Bärenpflanzen“ (Heilpflanzen). Pflanzen, in deren Namen „Bär“ auftaucht, wurden von alten Völkern von jeher als mächtige und heilkräftige Gewächse angesehen.

Bärlauch Rezepte

Um ebensolche Bärenkräfte zu erlangen, aßen die Menschen zu Frühlingsbeginn oder am „Grünen Donnerstag“ vor Ostern oft eine Bärlauchsuppe. Gerne auch mit anderen Wildkräutern gemischt, damit die Suppe nicht zu intensiv und nur nach Bärlauch schmeckt. Verwenden kann man z.B. Löwenzahnblätter, Giersch, Brennnessel, Spitzwegerich, Knoblauchsrauke, Brunnenkresse etc. Als Grundstock eine Gemüsesuppe mit Kartoffeln, Karotten, Sellerie etc. mit Brühe kochen. Sobald das Gemüse gar nicht, pürieren. Die gewaschenen Kräuter kleinhacken und ganz zum Schluss zur Suppe geben. Gegebenenfalls mit Sahne abschmecken.

Zum Grundvorrat unseres Haushaltes gehört eigentlich immer ein Pesto, damit ist immer schnell ein leckeres Nudelgericht gezaubert. Daher mache ich im Frühjahr immer gerne ein Wildkräuter-Pesto mit viel Bärlauch. Dazu sammel ich noch Löwenzahnblätter, Spitzwegerich, Giersch, Brennnessel, Knoblauchsrauke, Schafgarbe und gebe alles gewaschen und getrocknet in die Küchenmaschine (ca. 50 g), dazu gebe ich Parmesan (50 g), 2 Knoblauchzehen, 20 g Pinienkerne und Olivenöl und zerkleinere das Ganze. Durch die Mischung mit den anderen Kräutern hat das Pesto nicht ganz so den intensiven Knoblauchgeschmack des Bärlauchs.

In unseren täglichen Salat gebe ich auch gerne ein paar Blätter Bärlauch dazu, schneide sie klein und menge sie mitunter. Da ist der Geschmack nicht so dominant, gibt dem Salat aber eine würzige und leckere Note.

Solltet ihr mal richtig viel Knoblauch gesammelt haben, könnt ihr ihn auch trocknen und ein Bärlauch-Salz daraus machen. Dafür den gewaschenen Bärlauch kleinhacken und auf einem Küchentuch trocknen lassen. Sobald er trocken ist einfach mit einem guten Meersalz vermischen und vielleicht noch mörsern, so schnell habt ihr ein schmackhaftes Kräuter-Salz gezaubert.

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