Der Rams, Bärlauch, Bärenkraut oder Hexenzwiebel

Die Namen Ramser, Räms und Raines sind weitere Namen, die auf einen sehr alten Namensstamm hindeuten. „Hroms“ und „Rämesadr“ wurden im germanischen und altdeutschen Zwiebel- und Lauchgewächse genannt. Mit großer Freude habe ich auf unserer Wanderung in und um Bad Heilbrunn herum große Mengen an Bärlauch entdeckt.

Die Pflanzen des Bären, so wusste man früher, haben die Kraft der Erneuerung, Revitalisierung und Reinigung, sie brechen das Verhärtete und erwärmen den Körper. Der Bärlauch gehört mit zu den kräftigsten „Bärenpflanzen“ (Heilpflanzen). Pflanzen, in deren Namen „Bär“ auftaucht, wurden von alten Völkern von jeher als mächtige und heilkräftige Gewächse angesehen. Um ebensolche Bärenkräfte zu erlangen, aßen die Menschen zu Frühlingsbeginn oder am „Grünen Donnerstag“ Bärlauchsuppe.

Dieses Mal habe ich aus meiner Tüte frisch gesammelten Bärlauch ein leckeres Bärlauchpesto gemacht, das wir gleich am nächsten Tag mit Nudeln gegessen haben. Sehr lecker!

Der Bärlauch ist eine Frühlingspflanze, so wie der Bär, sein Meister, der Frühlingsbringer ist. Deshalb entfaltet der Bärlauch im Frühjahr seine stärksten Kräfte und man sollte ihn auch zu dieser Jahreszeit als Heilmittel verwenden, um den Körper zu stärken und zu reinigen.

Der Name des Bärlauch erinnert nicht zufällig an den Bären. Er stammt daher, dass man früher Bären beobachten konnte, die nach Ihrem Winterschlaf zielstrebig nach Bärlauch suchten, um ihre noch vom Winterschlaf müden Eingeweide wieder auf Vordermann zu bringen.

Wie weitläufig bekannt ist, gibt es einige giftige Pflanzen (Maiglöckchen, Herbstzeitlose, Aronstab, Salomonsiegel), mit denen der Bärlauch verwechselt werden kann, deshalb möchte ich ihn hier sehr genau beschreiben, damit ihr ihn sicher wieder erkennen könnt.

Merkmale des Bärlauch

Er wird ca. 20 cm hoch. Der Blattstiel entspringt direkt aus der Zwiebel. Die Blätter stehen einzeln da. Beim Maiglöckchen kommen Blätter und Blütenstiel in einem aus der Knolle. Die Blätter sind saftig grün, lanzettlich geformt, haben parallel laufenden Blattadern und auf der Rückseite eine stark ausgeprägte mittig über das ganze Blatt laufenden Mittelnerv, der beim abknicken richtig knacken sollte. Die Stängel sind lang und dreikantig geformt. Die Blüten sitzen als Scheindolden mit weißen sternförmigen Blumenkronen auf langem Stiel. Die Blüten sind streng nach der Zahl drei aufgebaut: der Nektar wird in drei Drüsen in einem dreifächrigen Fruchtknoten gebildet. Und dieser Nektar sammelt sich in sechs Staubblättern. Bärlauch hat einen sehr starken und intensiven Knoblauchgeruch. Er liebt die Gesellschaft und tritt deshalb meist in Massen auf.

Die Heilwirkung des Bärlauchs ist schon seit langer Zeit bekannt. Römer, Germanen und Kelten kannten bereits seine Heilwirkung. Bärlauch hat eine reinigende und stärkenden Kraft.

Da der Bärlauch einen sehr knofeligen Geschmack hat, ist er nicht bei jedem so konzentriert, wie z.B. im Pesto so beliebt. Was ich gerne mache, wenn ich mir eine Handvoll davon pflücke, in unseren täglichen Salat ein paar Blätter klein schneiden und mit unter mengen. Da ist der Geschmack nicht so dominant, gibt aber dem manchmal langweiligen Salat eine leckere Note.

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