Pflanzenportrait: Den Giersch erkennen und verwenden

Der Giersch ist ein Un-Kraut, das wirklich seinem Namen entspricht. Wer ihn einmal im Garten hat, wird ihn nicht mehr los und da ich ein Riesen Giersch-Fan bin, hab ich ihn mir sogar in den Garten gesetzt und freue mich nun daran, wie er jedes Jahr mehr und mehr von meinem Garten Besitz ergreift. Da hilft es nur, den Giersch zu pflücken und zu genießen und sich bewusst sein, dass man sich etwas Gutes tut, da er so viele wertvolle Inhaltsstoffe enthält.

Der Giersch ist ein unglaublich schmackhaftes Un-Kraut, das ich unglaublich leckere finde und euch unbedingt hier vorstellen möchte:

Die Merkmale wie ich den Giersch erkenne

Hier gedeiht der Giersch

Der Giersch ist in ganz Europa heimisch und in den gemäßigt-kontinentalen Gebieten des eurasischen Laubwaldgürtels verbreitet. In Gärten ist er ein gefürchtetes Unkraut, das sich durch seine Wurzeln schnell ausbreitet und dadurch schwer auszurotten ist. Man kann aber durch regelmäßiges Pflücken der Blätter die Pflanze schwächen, sodass sie sich nicht unkontrolliert weiter ausbreitet. Giersch wächst bevorzugt in feuchten und schattigen Lagen und hat gerne nährstoffreichen Boden. Oft gedeiht er gut an Wald- und Gehölzrändern.

So erkennt ihr den Giersch

  • Die Giersch Pflanze, übrigens ein Doldengewächs, kann zwischen 30 cm und bis zu einem Meter hoch werden. Das typischste Merkmal ist der dreikantige Blattstiel. Das Gesamtblatt ist außerdem dreifach gefiedert. Es ist hellgrün, leicht behaart und der Blattrand gezähnt. Bei dem einzelnen Blatt ist wiederum eine Dreiteilung des Blattes angedeutet. Der Stiel der Blüte ist nicht dreikantig, sondern rund. Man erkennt den Giersch durch seinen Geruch nach Petersilie und Möhre.
  • Charakteristisch für den Giersch ist auch der Geißfuß am Boden des Stängels, wo man ihn aus der Erde reißt.
  • Die Blütezeit des Giersch ist von Juni bis Juli. Die Blätter kann man von März an Ersten, wenn sie aus dem Boden sprießen und knackig, nussig und lecker schmecken bis in den September.

Die Inhaltsstoffe des Giersch

Die Pflanze enthält eine Menge gesunder Inhaltsstoffe wie Kalium, Magnesium, Calcium, Mangan, Zink und Kupfer. Außerdem enthält der Giersch ein Mehrfaches an Vitamin A, C und Eiweiß als ein Kopfsalat. Harze, ätherisches Öl, Flavonoide und Phenolcarbonsäuren sind außerdem enthalten.

Kann ich den Giersch mit anderen Pflanzen verwechseln?

Es gibt in der Pflanzenfamilie der Doldenblütengewächse, zu der der Giersch gehört, auch giftige Vertreter wie die Hundspetersilie oder den Giftigen Wasserschierling. Gut ist es sich ein Pflanzenbestimmungsbuch zu kaufen, um bei Zweifeln ganz sicherzugehen. Wenn man die Merkmale des Giersch genau studiert, sollte es keine Verwechslung mit anderen Doldenblütlern geben.

Giersch-Geschichten

Der wissenschaftliche Name des Gierschs (Aegopodium podagraria) deutet auf seine ursprüngliche Nutzung und Wirkung hin. Sein Name leitet sich aus den griechischen Wörtern für Ziege und Füßchen her, wahrscheinlich wegen der einem Ziegenfuß ähnelnden Kronblätter.

Schon im Mittelalter wurde Giersch bei Gichterkrankungen eingesetzt. Daher rührt auch sein Name: Podagra ist eine alte Bezeichnung für Gicht. Ein Umschlag aus zerquetschten Blättern linderte die schmerzhaften Beschwerden, besonders an den großen Zehen. Ein Tee aus Blättern und Wurzeln unterstützte durch seine leicht harntreibende Wirkung den Heilungsprozess. Auch sein Name Zipperleinkraut scheint darauf zurückzuführen.

So kann der Giersch in der Küche verwendet werden

Besonders lecker schmecken die jungen Blattschösslinge, die man von März bis April roh in Salaten verwenden kann. Zarte Blätter, die immer wieder nachwachsen, kann man das ganze Jahr über ernten.

Auch die Blüten sind essbar und finden Verwendung als essbare Dekoration oder als aromatische Zutat für Suppen und Eintöpfe.

Der Giersch ist durch seinen sehr aromatischen Geschmack, der an Karotten oder Petersilie erinnert, eine nicht wegzudenkende und sehr wichtige Pflanze in der Wildkräuter- und Wildgemüseküche.

Rezepte mit Giersch

  • Rezept für Giersch Limonade
  • Sehr lecker schmeckt Giersch zusammen mit anderen Wildkräutern wie Brennnessel oder Labkraut in einem Wildkräuter-Spinat.
  • Mit diversen anderen Wildkräutern kann man Giersch auch in einem schmackhaften Wildkräuter-Quark mengen.
  • Giersch ist ebenso eine wichtige Zutat für die „Grüne Neune“, die Gründonnerstagssuppe, in die neun verschiedene Frühlingskräuter gehören.
  • Auch in einen Wildkräutersalat darf der Giersch nicht fehlen, für den ich aber nur frische junge Blätter verwenden würde.

Das solltet ihr beim Sammeln beachten

Bei allen Wildkräutern, die ihr sammeln wollt, gilt: sammle nur, was du 100%ig kennst. Bei fast jeder Art gibt es giftige oder unverträgliche Varianten oder Pflanzen, die ihr ähnlich sehen und sogar tödlich giftig sind. Ich übernehme keine Haftung für eure Sammlung der Wildkräuter. Ich versuche sie euch möglichst genau zu beschreiben, sodass ihr sie sicher wieder erkennen könnt. Und wenn ihr nicht sicher seid, so lasst sie lieber zurück. Das wäre es am Ende nicht wert.