Rundwanderung um die Osterseen bei Iffeldorf

(Wanderung 4,4 oder 12 Kilometer) Es gibt Wander- und Ausflugsziele bei München, die sind alles andere als ein Geheimtipp. An schönen Tagen sind sie sogar richtig überlaufen. Die Osterseen südlich vom Starnberger See bei Iffeldorf gehören in diese Kategorie. Wir waren neulich dort und haben eine wunderbare Runde gedreht und waren wieder einmal begeistert. Karibikblaues Wasser mit malerisch umgestürzten Baumriesen, Zwiebelturm vor Alpenpanorama. Knaller! Das man dieses Idyll mit anderen Wanderern teilen muss, ist der Kompromiss, aber kein Schlechter. Die Osterseen bestehen aus einer Kette verschiedener kleiner Seen und Weiher die miteinander verbunden sind. Dazwischen Schilf, Inseln, Wald und Wiesen. Das sensible Gelände ist geschützt. Bootfahren ist daher auf den Hauptseen nicht gestattet, baden nur an ausgewiesen Stellen möglich. Zur Auswahl stehen zwei Routen, die kurze Schnupperrunde mit der gehmüden Sippschaft ist 4,4 km und man startet sie am besten vom Wanderparkplatz in Iffeldorf, die Genießerrunde  ist knapp 12 Kilometer lang und wird von uns mit diesem Beitrag geschildert.

Unterwegs gibt es nur beschränkte Einkehrmöglichkeiten:  Das Fohnseestüberl am Campingplatz, das vegetarische Restaurant im Gut Aiderbichel oder in Iffeldorf die Seemadames.

Losgewandert an der Maffeistraße 20, 82393 Iffeldorf

Je früher man startet desto mehr Intimität auf der Wanderung. Vielleicht sieht man sogar noch den Morgennebel über den Seen.  Am späten Vormittag oder frühen Nachmittag werden die Parkplätze knapp und Iffeldorf zugeparkt. Schlau ist es daher die Wanderung am Sportplatz zu beginnen, wo die Parkplatzsituation entspannter ist und der Genuss unmittelbar einsetzt. Wichtig: Wir gehen die Runde gegen den Uhrzeigersinn, halten uns also am Campingplatz rechts!

Ostersee #1: „Fischkalter See“

Unser Weg geht gleich wenige Meter südlich des Parkplatzes in den Wald, wo uns der Fischkaltersee begrüßt. So mögen wir das: starker Start, bei dem es gleich was zu schauen gibt und die ersten Fotomotive winken. Den Badeplatz dürfen wir nur ansehen, da er privat ist. Egal, zum Baden ist das Wasser eh noch zu kalt. Bis auf den Privatstrand mit angeschlossenem Fischerrefugium ist der See, den man hinter vorgehaltener Hand auch Weihner nennen darf, dicht mit Schilf eingewachsen. Wer baden will, sollte am besten noch etwas warten.

Der schöne Fußweg führt nahe des Ufers entlang. Boah, ist es hier wunderbar! Dieser Seiteneinstieg scheint bei vielen Wanderern nicht auf der Agenda zu stehen, da es hier (noch) verdächtig ruhig ist. Wir fühlen uns nach Schweden versetzt.

Ostersee #2: „Staltacher See“

Je mehr die Seen zuwachsen, bzw. verlanden, desto mehr werden es. Der Staltacher See ist lediglich durch Röhricht getrennt. Er wird uns praktisch untergejubelt, da man dies selbst kaum bemerkt. Bewaldedete Ufer vermitteln auch hier Skandinavien-Exotik. Dass vielleicht ein Wohnwagen aus dem Grün heraus lugt, stört uns nicht.

Der Weg hält auf jeden Fall auf die Zufahrtsstraße zum nahen Campingplatz zu, sofern man sich westlich hält. Man erreicht ihn schneller, wenn man im südlichen Uferbereich rechts dem Bohlenpfad folgt, der den manchmal matschigen Untergrund ausgleicht. Der Pfad wird schnell fester und orientiert sich die leichte Böschung hinauf, wo man bereits die ersten Wohnwägen sieht.

Tipp: Bleibt immer auf dem richtigen Weg mit der kostenlosen Tourenbeschreibung und dem GPX Track auf Eurem Smartphone. Wie das geht, erfahrt ihr hier!

Auf den offiziellen Ostersee-Rundwanderweg kommt ihr, in dem ihr einfach auf einem der vielen Wege zum Campingplatz nach Westen geht.

Ostersee #3: „Fohnsee“

Der Rundwanderweg folgt dem See in unmittelbarer Nähe des Fohnsees. Durch den Campingplatz musst du gehen. Haltet euch rechts, also in nördlicher Richtung. Am Anfang sieht man vom See recht wenig, da die Premiumplätze durch Dauercamper und – wieder einmal Schilf – verdeckt sind. Doch das ändert sich schnell, versprochen. Solltet ihr unterzuckert sein, oder dem Duft der Grillgelage erlegen, bietet sich ein Abstecher zum Fohnsee-Stüberl an, was über den Daumen gepeilt etwa 200 Meter südlich wartet. Aber Obacht, mit längeren Wartezeiten müsst ihr rechnen, da die Bedienung dem Anstum bei Sonne kaum hinterher kommt. Vermutlich gilt das auch fürs „Weißwurstfrühstück mit den Schnipsy Kings“. Wenn der Name Programm ist, klingt das nach einer Goaßlschnalzer-Truppe, welche mit ihren Peitschen die Weißwurstpellen wegschnippsen. Klingt auf jeden Fall schneller als die Wartezeit aufs Essen.

Hinter dem Campingplatz queren wir über einen Steg den kleinen Kanal, der den Staltacher See mit dem Fohnsee verbindet. Mit einem Aaah entdecken wir ab jetzt immer wieder das Panorama von Iffeldorf mit seinem schönen Zwiebelturm vor der Alpenkulisse.

Toller Drohnenflug-Video im Herbst von Skywalker Munich

 

Rumpel, rumpel geht es 700 Meter Kinderwagenfahrer weiter, von denen es hier wahnsinnig viele gibt, da dies eine der Top-Wanderungen in dem gleichnamigen Wanderführer für junge Eltern ist. Wir schreiten über die Wurzeln und genießen den schönen Weg, der dem zerklüfteten Fohnsee zuerst nach Süden, dann nach Nordwesten folgt.

Ostersee #4, called „Ostersee“

Der Ostersee taucht nach etwa 200 Meter kurzer Waldstrecke auf. Er hat die größte Wasserfläche und war einst mit dem südlichen Starnberger-See verbunden. Uns erschlägt das turkisblaue Wasser. Was für ein Anblick! Wir versuchen den Anblick in Vergleiche zu pressen, wo es keine gibt. Skandinavien-Exotik trifft es vielleicht noch am ehesten. Im Sommer darf hier an den ausgewiesenen Stellen gebadet werden. Hierfür gibt es sogar Umziehkabinen. Überall haben es sich Wanderer gemütlich gemacht, um die Frühlingssonne in sich aufzusaugen. Der nun auch für Kinderwangenfahrer komfortable Wanderweg mäandert nach Norden.

Osterseen in 360 °: Wische über das Bild und entdecke mehr

Dumpfes Wummern kündigt Gut Aiderbichl an, das man nach knapp zwei Kilometer erreicht. Man feiert das fünfjährige Jubiläum.

Der Tiergnadenhof der Premiumklasse liegt inmitten von Wiesen leicht oberhalb des Ostersees. Die vielen Menschen hier nerven etwas. Nachdem man dem pensionierten Vieh in den Stall geguckt hat, scheint ein kurzer Seeabstecher das Bewegungs-Feigenblatt zu sein. Ich vermute unter den Tierfreunden einige Doppelmoralisten, die daheim Fleisch aus Massentierhaltung essen. Aber je schöner die Menschen es hier finden, je mehr spenden sie. Den Tieren ist ihr Show-Stall vermutlich wurscht, solange sie es gut haben.

Nicht blöd auch Volksmusik Festivals mit Nik P (Spezi von DJ Ötzi) stattfinden zu lassen, weil sich die Zielgruppen überschneiden. Bestimmt stört die laute Volksmusik die Tiere nicht, weil sie alt sind und nicht mehr gut hören. Also alles gut, oder? Wer will kann den Gnadenhof bei seinem letzten Willen berücksichtigten, einfach dem Link auf der Website folgen.

Luxus Tiergnadenhof Gut Aiderbichl

„Tierfreunde sammeln auf den Gütern von Gut Aiderbichl die Kraft, die sie so oft brauchen, wenn sie dem Leid der Tiere begegnen. Für einige Stunden müssen auch sie Orte haben, an denen sie Integrität und gegenseitige Liebe zu allen Lebewesen empfinden.“  Quelle: Gut Aiderbichl

Lt. Wikipedia ist Gut Aiderbichl „ist die geschützte Bezeichnung einer Gesellschaft und mehrerer gemeinnütziger Stiftungen, die im deutschsprachigen Raum Tier-Gnadenhöfe“. Höfe gibt es z.B. hier in Iffeldorf, Deggendorf und Henndorf.

Eintritt / Erwachsene 9.– € / Kinder (4-14 Jahre 3,50 – 2017)

Wir haben uns das Gut nur von der Ferne angesehen, denn was man sieht reicht. Es geht weiter. Der Weg führt an alten Baumreihen weiter nach Norden. Vorbei an Bienenstöcken und an der Bahnlinie sind wir mittlerweile am Seeende angekommen. Ein dünnes Bächlein verbindet den Ameissee oberhalb des Ostersees mit dem Stechsee auf der anderen Seite der Eisenbahn. Mehr sieht man aber kaum, da alles zugewachsen ist. Schon 100 Meter nach der Brücke biegen wir links auf den Fußweg ab und befinden uns somit auf der westlichen Seite der Osterseen. Am schilfverwachsenen Ufer geht es zurück nach Süden, bis man nach etwa 800 Metern die wenig befahrene Teerstraße nach Unterlauterbach kommt. Unterwegs sehen wir über grüne Wiesen, das Wasser und auf der anderen Seite das Gut Aiderbichl.

An der Privatklinik Lauterbacher Mühle vorbei

Unterlauterbach ist ein Klinikareal, was sich in schönster Parklandschaft an den See fügt. Es wirkt mehr wie eine verschwenderische Hotelanlage, nur dass hier Patienten mit Burnout oder einem Herzinfarkt behandelt werden. Für Kassenpatienten wird ein „Qualitätszuschlag“ erhoben. Da ist schon verständlich, dass man Wanderer nicht auf dem Grundstück sehen will. Die Wanderstiefel verschmutzen vermutlich den Rasen.

Also erst mal am Klinikareal vorbei gehen, bevor wir am Parkplatz links abbiegen. Der Wanderweg führt irritierender Weise wenige Meter in einem spitzen Winkel zurück, ehe er 2 Kilometer weiter durch den Wald nach Süden führt. Hier kommt man schnell voran.

In 360°: Der Ostersee mit seinen Inseln bei der Privatklinik

Etwas unterhalb vom Pferdegut Schwaig stößt der Weg auf die geteerte Zufahrtsstraße nach Iffeldorf. Sehr eindrucksvoll ist die 360° Luftaufnahme auf der Website mit Blick über die Osterseen (zur Website). Mehr als diesen Blick auf das Gut wird man nicht erhaschen, denn der Wanderweg geht daran vorbei. Nach 600 dürfen wir die kleine Teerstraße schon wieder verlassen und auf einen Feldweg den knapp letzten Kilometer nach Iffeldorf gehen. 

Die Seemadames am Iffeldorfer Parkplatz

Der kleine Kiosk befindet sich am Südlichen Ende des Sees. Er ist fröhlich, individuell und erinnert ein klein wenig an das „Isarfräulein“ in Großhesselohe. An schönen Tagen bewirten Bea & Annelie hier die Heerscharen von Ausflüglern mit selbstgebackenden Kuchen und Bauernhofeis. Auf Kreidetafeln steht die vielfältigen Angebote des Tages. Die Lage am Iffeldorfer Parkplatz ist zwar praktisch, aber nicht soooo schön. Das vergisst man aber schnell, wenn in einem der Liegestühle sitzt, in Richtung der Berge guckt und bei einer Erfrischung über eine bereits gelungene Wanderung sinniert. Wenn hier geöffnet ist, sollte man auch einkehren. Zur Website der Seemadames

Ostersee #5: „Waschsee“

Endspurt! Um das Auto irgendwann zu erreichen, kommt man nicht umhin, durch den Parkplatz nach Norden zu gehen und den Fußweg hinauf zur Kirche zu steigen. Der Weg führt an der Kirchenmauer herum und stößt nach der anderen Seite wieder hinunter zum Waschsee. Die Osterseestraße ist schnell erreicht. Auf ihr gehen wir 650 Meter am östlichen Ortsteil von Iffeldorf wieder nach Norden. Sie ist im übrigen die Zufahrt zum Campingplatz, den wir zum Start gestriffen haben.

Ostersee#6: „Sengsee“

Nicht vergessen immer mal wieder stehenzubleiben und sich am Blick der Iffeldorfer Pfarrkicher vor den Alpen zu erfreuen. Der Sengsee liegt links malerisch zwischen den Moorenhügeln versteckt und ruft „Fotografier mich“! Nach einem kleinen Moortümpel gleich neben den ersten Bäumen zur Rechten, biegen wir danach, ebenfalls rechts in den Wald (knapp 100 Meter nach dem letzten Haus zur linken Seite). Den kleinen Pfad folgen wir 300 Meter, kreuzen einen Weg und biegen an der nächsten Möglichkeit wieder links ab. Unterhalb von uns liegt bereits der Fischkalter See, bei dem wir unsere Wanderung begonnen haben. Den Weg zurück zum Auto solltet ihr finden. Zur Sicherheit: den nächsten Pfad links runter an den See und rechts an dem Badeplatz zurück zum Parkplatz.

Auch wenn wir auf dieser Runde mal nicht allein unterwegs waren, ist diese Wanderung ein Traum, wenn auch aus guten Grund. Unbedingte Wanderempfehlung!

Viel Spaß!

Kleine Orientierungshilfe

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Wanderung um die Osterseen, 11.96 Kilometer

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Parkplatz: 47.780189, 11.324759
Seemadames: 47.771767, 11.315135
Badeplatz: 47.782409, 11.308429
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Kurze Osterseerunde (4,4 Kilometer)

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Kurze Osterseerunde (4,4 Kilometer): 47.777267, 11.313686
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