Rezept  für Hollerkücherl auf dem Petromax Raketenofen RF33

Juni ist Hollerzeit. Innerhalb weniger Tage sind die Blüten des Holunders auch Fliederbeerbusches aufgegangen und haben betörend angefangen zu duften. Es reicht im Dunkeln an einen Busch vorbei zu gehen, um ihn ungesehen zu erkennen. Im Süden von München ist es nicht schwer ihn zu finden, denn er wächst an vielen Waldrändern. Im Blütenzustand kann man nicht nur super Sirup aus ihn zubereiten, sondern auch Hollerkücherl backen. Und ich übertreibe nicht: ihr schmeckt den ganzen Frühling, sofern ihr die Blüten nicht nach einem Regen gepflückt habt. Tipp also: Am Besten ihr pflückt den Holler an einem schönen sonnigen Tag, wenn der Blütenstaub sein volles Aroma entfaltet.

Das Rezept ist einfach, unsere Zubereitungsart eher urig: Im Garten mit einem Raketenofen ist schnell genug Hitze vorhanden, um dieses wunderbare Gericht zuzubereiten und zu verspeisen, wo es wächst, nämlich draussen! Ohne offenes Feuer ist eine Zubereitung in der Pfanne zwar leichter, aber längst nicht so stimmungsvoll.

Der Holler, Holunder oder  Fliederbeerbusch

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) hat viele Namen. In Norddeutschland wird er zum Beispiel Flieder genannt. Der Schwarze Holunder gehört in unserer Region zu den häufigsten Straucharten der bis zu 11 Meter hoch werden kann und sich stark verzweigt.

Von Mai bis Juni wachsen am jungen Holz bis zu 30 Zentimeter große und flache „Schirmrispen“, die aus vielen Einzelblüten bestehen und die wir für die Hollerkücherl verwenden. Im August und September werden dann die Blüten zu dunklen Beeren.

Lies hier weiter, wenn du mehr über den Holler erfahren willst.

Kleine Einführung in das Prinzip Raketenofen

Raketenofen RF33

Unser Raketenofen von Petromax ist ein glänzender Zylinder von etwa 33 cm Höhe. Oben die Standfläche für Pfanne oder Kanne, unten die Brennkammer, die seitlich mit Holz befüllt werden kann. Die Handhabung ist einfach. Trockenes Holz, Papier und ein Streichholz reichen, um nach fünf Minuten mit den Kochen starten zu können. Weitere Infos und mein Test des Petromax Raktenofens.  … Weiterlesen

Die Zubereitung der Hollerkücherl

Der Teig

  • ca. 10 Holunderblüten
  • 200 g Mehl
  • 1/4 l Milch
  • 2 Eier
  • Prise Salz
  • Öl
  • Puderzucker oder Ahornsirup
  1. Die Eier trennen und das Eiweiß zu Schnee schlagen. In einer zweiten Schüssel das Eigelb und die Milch vermischen, das Mehl und das Salz hinzufügen und schön (natürlich per Hand 😉 ) verrühren.
  2. Nun das Eiweiß vorsichtig drunter heben. Ich habe dem Teig noch zwei EL Zucker hinzugefügt, ohne war’s ein bisschen langweilig. Und schon ist der fluffige Pfannkuchenteig fertig!

Backe, backe, Hollerkücherl

Für das Kochen auf dem offenen Feuer ist eure Teflonpfanne nicht geeignet. Es entsteht große Hitze und Ruß, bei der der Stil abschmelzen kann und die Oberfläche unschön verfärbt wird. Wir verwenden daher eine Gusseiserne Pfanne, die mittlerweile eine so tolle Schutzschicht hat, das dass Wenden kein Abschabdrama wird. Wer hat, kann auch den Deckel eines Dutch Ovens für die Zubereitung verwenden. Wegen des fehlenden Stils ist das Handling des sauheißen Topfes besser nur mit Handschuhen zu empfehlen.

  1. Neutrales Öl (nicht von der Olive)  in die Pfanne gießen.
  2. Den Holler am Stil in den Teig tunken, in die Pfanne legen.
  3. Wenn der Raketenofen faucht, wird der Teig superschnell gar und schnell an der Unterseite dunkel. Lieber früher als später wenden!
  4. Tipp: Vor dem Wenden die Stängel mit einer Schere abschneiden. Das hält die Hollerkücherl flach und erspart euch den Zahnstocher.

Fazit: Ein tolles Naturdessert aus dem Garten

Am Ende rückt ihr den Sonnenschirm zurecht und streut mit einem Sieb etwas Puderzucker über die Hollerkücherl. Unser Nachwuchs liebt das Dessert zusätzlich mit Ahornsirup und mit reichlich frischen Erdbeeren als Topping. Jeder wie er will, Hauptsache Genuss.

Guten Appetit!

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