Schwarzer Holunder, Holler, Holder, Flieder

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) hat viele Namen. In Norddeutschland wird er zum Beispiel Flieder genannt. Mir war er zuerst auch nur als Flieder bekannt, da meine Familie aus Schleswig-Holstein kommt. Die im Herbst reifen Fliederbeeren haben wir immer als Familienausflug inklusive Oma im Norden Münchens am Rande der Felder Feldmochings Richtung Ruderregatta Strecke gemeinsam geerntet, gezupft und zu Saft verarbeitet. Im Winter gab es dann immer Fliederbeersuppe, meine Tochter liebt sie heute genauso wie ich und sagt immer „Lila Suppe“ dazu. Das ist eine süße Suppe aus dem Fliederbeersaft mit Griesknödel und Äpfeln und Nelken, sehr lecker, wenn heiß gegessen und sehr hilfreich in der erkältungsreichen Winterzeit.

Was hat der Holunder mit Frau Holle zu tun?

Einer Göttin verdankt der Busch seinen Namen. Die hohe Frau, nämlich Frau Holle, wohnte als beschützender Hausgeist in dem Strauch, der an keinem Hof fehlte.  Dort brachten die Germanen ihre Opfer zu Ehren ihrer Göttin. Sie beschützte das Leben der Pflanzen und Tiere am Hof und sogar die Menschen konnte sie von Krankheiten heilen.

Holunderstrauch

Ihr Name hat den gleichen Ursprung wie der noch heute gebräuchliche Name „hold“ oder „Huld“, deren eigentliche Bedeutung die Leuchtende, die Strahlende war. Die Germanen glaubten, dass die Göttin besonders zur Wintersonnenwende vom Wind und Schnee begleitet, über die Erde zieht, um mit den todbringenden Kräften zu ringen und der Erde die Fruchtbarkeit und das neue Leben (sprich den Frühling) wieder zu bringen. Die weißen Schneeflocken verglichen sie mit den hellen und strahlenden Erscheinung der Holda. Später hat man dann das Fell gegen Federbetten getauscht und es entstand die Vorstellung von Frau Holle, die ihre Federbetten ausschüttelt, um es auf der Erde schneien zu lassen.

Rezept für fluffige Hollerkücherl

Holler in Pfannenkuchenteig tauchen und in die Pfanne legen

Hollerkücherl schmecken unglaublich lecker und sind schnell zubereitet. Wir haben sie neulich im Garten auf unseren Raketenofen auf offenen Feuer zubereitet. Natürlich sind sie auch auf den Elektroherd schnell zubereitet, aber längst nicht so stimmungsvoll.

Wie wir das gemacht haben und was überhaupt ein „Raketenofen“ ist, haben wir hier geschrieben.

Dieses Jahr haben wir uns spontan entschieden, zum Gartencenter Seebauer zu fahren und uns endlich auch einen eigenen Fliederbusch zu kaufen. Wir haben zwar nur einen kleinen Reihenhausgarten, aber da passt er schon rein. Er duftet so wunderbar, jetzt im Juni wenn die weißen Blütendolden blühen und bei Sonnenschein so betörend duften. Schnell ganz viel Zucker und Bio-Zitronen kaufen und einen Holunder-Sirup ansetzen. Hier ist das Rezept.

 

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