Unser neuer Petromax Raketenofen RF33 im Test

Es könnte so einfach sein: Einfach die gewünschte Herdplatte auf die Hitze der Wahl stellen und schnell etwas warm machen. Will man das, immer? Ja, zumindest am Morgen, am Abend, im Alltag. Will man das nach einer Wanderung an der Mangfall, wenn die Dämmerung langsam in den Talboden schlüpft? Hier lautet meine Antwort eindeutig NEIN! Zum einen, weil es  da ein Problem mit dem Strom gibt und zum Anderen, weil ich seit meinem Geburtstag den Petromax Raketenofen RF33 habe, der so klein und handlich ist, überall auf offene Feuer ein kleines aber stimmungsvolles Outdoor Cooking Event zu starten. Hier unser Test.

Schau dir den kleinen Stimmungs-Video an!

Was ist eigentlich ein Raketenofen?

Das Ofenprinzip baut auf einer L-förmigen Verbrennungskammer auf, dem eine wagrechte Brennkammer angeschlossen ist. Das Ganze endet in einer Art Kamin, der Nachverbrennungskammer, bei der sich am am Ende der Rauchabgas Entspannungsteil  anschließt und die Rauchgase abkühlen und austreten. Es entstehen große Temperaturen und ein hoher Wirkungsgrad bei der Verbrennung von von bis zu. 90%. Das ist dem selbst regelnden Mechanismus geschuldet, der Temperatur und dem daraus entstehen Druck der Verbrendungsgeschwindigkeit. Ich hoffe, dass ich es richtig beschrieben habe, denn das Prinzip ist mir selbst eigentlich total wurscht, sofern das Ding macht, was ich von ihm erwarte.

Warum braucht Mann eigentlich einen Raketenofen?

  • Du liebst Kochen und den Gedanken vom Strom unabhängig zu sein, überall, hier und in Einsamkeit von Skandinavien.
  • Du bist Romantiker.
  • Du hast schon einen oder mehre Dutch Oven und siehst in dieser Kombination die perfekte Ergänzung  für eine komplett autarke und funktionierende Outdoor-Küche.
  • Im Keller und auf deiner Wunschliste ist noch Platz.
  • Outdoor-Cooking macht einfach mehr Spaß und schmeckt sowieso viel besser.
  • Es könnte der Strom für längere Zeit ausfallen.

Der Raketenofen in der Praxis

Der Ofen ist zwar klein, ein mittleres Schwergewicht, aber für eine Mitnahme auf Wanderschaft  doch  etwas zu groß und klobig. Die Petromax Tragetasche für knapp 40 Euro ist eher etwas zur Aufbewahrung. Rechne zum Ofen noch Topf oder Pfanne, Kochlöffel, Topflappen, dann wird das Ganze nicht nur schwerer, sondern auch unhandlich. Wir haben uns für den Ersteinsatz eine Stelle an der Mangfall bei Valley ausgesucht, die für unserem Test gut mit dem Auto erreichbar war. Etwas Suboptimal beim Transport sind die seitlichen Tragegriffe die nach der Montage den Karton etwas ausbeulen.

Erster Eindruck

Der glänzende Zylinder des Ofens mit der gußeisenen Auflagefläche für das Kochgeschirr ist ein echter Hingucker. Er wirkt bereits auf den ersten Eindruck hochwertig verarbeitet. Wir stellen ihn auf die Kiessteine. Der Stand ist solide, nichts wackelt. In der Brennkammer befindet  sich ein gebogenes Holz-Nachschubblech, was ich am Eingang einhänge und was ermöglicht längere Holzscheite kontinuierlich in die Brennkammer nachzuschieben. Der Deckel liegt locker darüber. Damit kann man zusätzlich die Luftzufuhr regulieren.

Kochbereit in fünf Minuten

Echte Trapper haben ihre Zunderdose mit Birkenrinde dabei, wir vertrauen auf drei Öko-Grillanzünder, die wir durch die obere Öffnung in die Brennkammer werfen. Wir suchen Reisig, was wir ebenfalls zum schnellen Anfeuern hineinwerfen. Obwohl halbfeucht gelingt es uns schnell die Flamme zu vergrößern. Schnell züngeln die Flammen oben aus dem Raketenofen. Wir stellen unsere emaillierte Kanne auf den gußeisenen Ständer und machen Teewaser warm, während ich unten die mitgebrachten Anzündhölzer in die Brennkammer schiebe. Der Ofen fängt langsam zum Fauchen an. Das Wasser gewinnt schnell an Temperatur. Ich verbrenne mir eine Fingerkuppe, da ich idiotischerweise die Ofenklappe berühre. Selbst schuld. An den zwei Henkeln lässt er sich bei Bedarf umplazieren.

Kaiserschmarrn am Mangfallufer

Während wir nach knapp 8 Minuten warmen Tee aus den passenden Tassen schlürfen habe ich eine eine kleine Paellapfanne aus Eisenblech auf den Kochbereich gestellt. Ich sorge immer für Holznachschub, da der Raketenofen scheinbar unersättlich ist. Wir haben zu Hause den Teig angerührt und mitgebracht. Rein in die Pfanne!

Man sieht schnell wo die größte Hitze ist, nämlich im Zentrum. Mit einem klassischen Pfannkuchen wird es wohl nichts werden. Egal. Kaiserschmarrn aus der Pfanne ist doch auch super. Der Teig wird schnell fest und gemeinsam essen wir mit den Gabeln direkt aus der Pfanne. Mehr davon! Zum Glück haben wir reichlich Teig. Eine gußeisene Pfanne wäre hier natürlich optimaler, um die Hitze gleichmäßiger zu verteilen.

Es ist schon wirklich erstaunlich, wie schnell wir aus Holz Asche produzieren. Die Reste lassen sich ganz gut aus der Brennkammer schütteln. Die Griffe leisten hierbei gute Dienste. Kaum etwas fällt heraus. Der Korpus ist aber durchaus heiß geworden und wir müssen etwa 15 Minuten warten, bis wir den Ofen bei vertretbarer Hitze wieder in den Karton packen können. Im Sommer könnte es deutlich länger dauern.

Steckbrief des Petromax Raketenofen RF 33

  • Der Petromax Raketenofen hat einen Außendurchmesser von 23,5 cm ohne Griffe gemessen und wiegt ohne Verpackung 6,5 Kg.
  • Seine Abmessungen im Aufgebautem Zustand betragen B x H x T (in cm): 25 x 33 x 30
  • Außendurchmesser (ohne Griffe und Kamin): 23,5 cm

Fazit

Ja! Genau so hab ich mir den Einsatz vorgestellt. Der Petromax Raketenofen ist schnell einsatzbereit und bietet sofortigen Kochspass. Mit 129 Euro ist dieses kleine Teil aber sicherlich nicht zu teuer bezahlt, denn es scheint robust verarbeitet und für langlebigen Outdoorvergnügen gemacht.

Katastrophen wünschen wir uns keine, aber mit dem Raketenofen ist eine warme Mahlzeit nicht nur an der stimmungsvollen Mangfall gesichert. Je nach Brennstoff fällt mehr oder wenig Ruß an dem Kochgeschirr an. Abgelagertes und trockenes Holz sollte aber schon verwendet werden

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