Brennnessel: Auf den den Pflück-Trick kommt es an!

Wie bei vielen Wildkräutern stellt die Brennnessel bei einigen Leuten, die nicht näher Bescheid wissen, eher eine Plage als eine Bereicherung dar. Die Brennnessel brennt natürlich und ist nicht leicht zu pflücken, aber davor sollte man sich nicht abschrecken lassen. Jeder hat wohl schon frühestens in seiner Kindheit eher eine unschöne sprich juckende oder brennende Bekanntschaft mit der Brennnessel gemacht, ich habe mich blöderweise beim Pipimachen in eine solche gesetzt, das weiß ich heute noch. Man kann die Brennnessel aber anlangen, ohne sich zu brennen: wenn man die Blätter mit dem Strich anfasst und nicht dagegen bürstet, dann brechen die kleinen Härchen nicht ab und das Nesselgift kann nicht in die Haut eindringen.

Die Brennnessel ist in der altgermanischen Mythologie das Symbol für den Blitzgott Donar, dessen Strahl ebenfalls sengt und brennt. Sie sucht oft die Nähe des Menschen, dort wo Abfälle und Ausscheidungen hinterlassen werden. Die Brennnessel wirkt auf den Boden ausgleichend. Abgestorbene Pflanzen bereichern den Boden. Sie bietet außerdem einen Lebensraum für drei Schmetterlingsarten, dem Tagpfauenauge, dem kleinen Fuchs und dem Amiral. Allein deshalb sollte man ihnen in einem kleinen Eck in seinem Garten Platz zum wachsen lassen.

Auf den den Pflück-Trick kommt es an!

Die Brennnessel ist gut an den überall auf der Pflanze befindlichen Brennhaaren und dem vierkantigen Stängel zu erkennen. Verwechselt wird sie oft mit allen Arten der Buntnessel, die ihr sehr ähnlich sieht, aber keine Brennhaare hat und natürlich auch essbar ist.

Sie hat eine blutreinigende und entgiftende Wirkung, regt die Blase und Nieren an und fördert die Magen- und Darmtätigkeit. Auch ihre Samen sind vitalisierend und enthalten viele Mineralien und Vitamine. Man kann sie über den Salat oder eine Suppe streuen und hat so einen kleinen nussigen und würzigen Beigeschmack.

Wer schon einmal Brennnessel-Spinat gegessen hat, wird nie wieder den langweiligen Blattspinat essen. Er schmeckt viel würziger und leckerer und ist auch gesünder. Außerdem kann man sie zum Beispiel in einer Wildkräuter-Suppe oder einem Wildkräuter-Kartoffelgratin verwenden. Roh als Salat geht auch, aber da sollte man mit einem Nudelholz mehrmals kräftig drüber rollen, damit alle Brennhaare gebrochen sind und nichts mehr brennt. Sehr wohltuend ist sie auch als Brennnessel-Tee Kur im Frühling.

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