Wanderung von Furth /Deisenhofen zur Keltenschanze bei Oberhaching

(Wanderung 6,2  oder 7,7 Kilometer) Um gleich mit einem Missverständnis aufzuräumen: Die Bezeichnung „Hachinger Tal“ ist eine arge Übertreibung, denn Berge gibt es hier keine, lediglich Endmoränenhügel der Risseiszeit. Ist aber egal, denn wir kennen die schönsten Stellen um, – wenn aus geringer Höhe – Richtung Hachinger Bach und Oberhaching zu blicken. Wir führen euch zu einigen wirklich tollen und idyllischen Flecken, die wir vor der Wanderung auch noch nicht kannten. Mit der Keltenschanze im Süden ist die Tour sogar etwas wie eine Zeitreise, zu der ihr auch ausgezeichnet mit der S-Bahn fahren könnt.

Blick auf Oberhaching und den Kirchturm von St. Stephan.

Das erwartet euch im Hachinger Tal

  • Keine Angst, die Tour ist nicht mal als Einsteiger Bergwanderung, denn die Höhenunterschiede sind marginal! Die Wege sind größtenteils autofrei, und problemlos gangbar. Viel Kondition braucht es nicht und auch kein langes Zeitfenster. Für die 7,7 Kilometer benötigt ihr vermutlich keine 2h. Uneingeschränkt rollstuhlgeeignet ist die Strecke leider nicht, da im Hangbereich des Tales einige Stufen den Weg erschweren.
  • Für die Nähe zu München hat sich insbesondere Oberhaching an einigen Stellen seinen ursprünglich bäuerlichen Charme erhalten. Schön, wenn man hauptsächlich in der Stadt ist und es gerne mal eine Nummer kleiner und ursprünglicher haben möchte.
  • Die Wanderung führt euch zum Ursprung des Hachinger Bachs, den ihr später in beide Richtungen ein Stück begleiten dürft.
  • Geschichtsinteressierte dürfen sich auf die Keltenschanze am südlichen Ende der Wanderung freuen.
  • Einkehrmöglichkeit findet ihr zum Beispiel im Ortszentrum Oberhaching.
  • Ausgezeichnet mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

So kommt ihr nach Furth/Deisenhofen

Anfahrt mit der S-Bahn: Mit der S3 (Richtung Holzkirchen) benötigt ihr vom Ostbahnhof bis zum Bahnhof Furth bei Deisenhofen lediglich 16 Minuten.
Anfahrt mit dem Auto: Über die Autobahn 995 (Giesing) oder A8 (Ramersdorf) 10 oder 15 Minuten. An der Ausfahrt Oberhaching die Autobahn verlassen und den Straßenverlauf nach Grünwald folgen. Nach der überdachten Fußgängerbrücke nach einigen 100 Metern rechts zum P+R der S-Bahn folgen. Google Link.

Losgewandert in Furth im Hachinger Tal zur Quelle des Hachinger Baches

  • Vom Bahnhof bzw. dem P+R zunächst dem Further Weg nach Südosten folgen. Ihr findet den Fußweg westlich des Bahnhofs (von München kommend, Fahrtrichtung links). Etwa 200 Meter weiter geht’s über die Umgehungsstraße. Nach einer Linkskurve stoßen wir auf den Leitenweg. Der Name kommt nicht von ungefähr, denn Leite heißt Berghang, der hier ein Endmoränenhügel ist. Links unter Bäumen die kleine Wegkapelle Furth. Wir biegen rechts ab und folgen für 500 Meter den beschaulichen Weg an der Hangkante nach Süden.

Wer bislang noch nicht das Gefühl hatte im Hachinger Tal zu sein, kann den Eindruck spätestens nahe der Weggabelung wecken. Baum, Kreuz, Bank: Hier gibt’s einen tollen Blick und eine Verschnaufpause, die wir nach so kurzer Wegstrecke eigentlich nicht nötig haben. Aber warum nicht kurz verweilen und den Moment genießen? 1. Mai: Wir hören die Blasmusik vom Kirchplatz. Auf geht’s. Das sehen wir uns näher an.

  • Den bekiesten „Alten Müchner Weg“ am Kreuz links 200 Meter abwärts wandern. Erneut links abbiegen und auf den Fußweg rechts der Talanger Straße gefolgt. Halbrechts hinter der Wiese ragt der quadratisch stumpfe spätromanische Kirchturm von St. Stefan auf. Die Erstweihe des Gotteshauses wird in den Jahren 749/50 vermutet und ist somit deutlich älter als die Stadtgründung von München.
  • In 300 Metern nach der Wiese rechts halten. Vorbei am schilfigen Dorfteich und dem Hachinger Bach. Wenn ihr Hunger habt, oder euch die Kirche St. Stefan oder den Maibaum ansehen wollt, am Kreisverkehr links abbiegen. Wir haben uns den Eindruck natürlich nicht entgehen lassen und gerade noch mitbekommen, wie fesche Madln und Buam um den Maibaum tanzten. Das griechische Lokal Odeon bietet sich für Hungrige als früher Einkehrschwung an. Ansonsten einfach dem Bachlauf auf der anderen Straßenseite folgen. Die Quelle des Hachinger Bachs findet man 400 Meter weiter im Tal. Sie befindet sich links und etwas unterhalb des Weges. Völlig unspektakulär ist sie ein rostiges Rohr, was das gesammelte Wasser in einen Schwall ins Bachbett lässt. Liebe Gemeinde, macht was draus! Ein paar ordentliche Stufen, eine ordentliche Fassung und mit Sitzgelegenheit würden den wichtigen Ort ordentlich aufwerten!

Quelle des Hachinger Bachs

Als einziges Fließgewässer rechts der Isar plätschert der Hachinger Bach 12 Kilometer von Deisenhofen durch die Schotterebene bis Berg am Laim. Wenn man die unterirdische Weiterleitung durch den Münchner Nord-Osten und später seine Existenz als Hüllgraben bei Daglfing/Aschheim mitzählt, kommen noch ein paar weitere Kilometer dazu.

Der Hachinger Bach entstand in der Schmelzwasserabflussrinne des Isar-Loisach-Gletschers. Der Einschnitt legt hier den Grundwasserspiegel offen, von dem Grundwasser in das tiefer liegende Bachbett zufließt. Name von Bach und Ort stammen vom Bajuwaren „Hacho“, der im 5. hier Siedlungen errichtete. Da oberirdisches Wasser in der Münchner Schotterebene rar und überlebenswichtig ist, war er ein Wachstumsbeschleuniger wie eine Petrischale für Bakterien.

Vom Hachinger-Bach zur Oberhachinger Keltenschanze gewandert

  • Von der Hachinger-Bach Quelle geht’s den Weg erst ein paar Meter weiter, dann oben am Hang rechts nach Süden. Die Bergstraße ist nach etwa 330 Metern erreicht. Um zur Oberhachinger Keltenschanze zu kommen, müssen wir auf ihr links in östlicher Richtung bis zur Tölzer-Straße wandern und anschließend gegenüber halbrechts dem Wirtschaftsweg weiter nach Osten folgen.

Abstecher zur Keltenschanze

  • 500 Meter nach der Tölzer-Straße rechts dem Feldweg folgen, dann zweimal nach rechts (170 Meter/110 Meter). Abkürzen bringt nichts, nur schmutzige Schuhe und Ärger mit dem Landwirt. Wer sich den Abstecher sparen möchte, springt im Text zur nächsten Überschrift.

Oberhaching Ost-Keltenschanze

Die Besiedlung des Hachinger Tals lässt sich durch archäologische Funde 5.500 Jahre zurückverfolgen. Der älteste Nachweis ist ein auf einem Unterhachinger Acker gefundenes Kupferbeil. Die Keltenschanze am östlichen Ortsrand geht auf das 1. oder 2. Jahrhundert vor Christus zurück und ist daher vergleichsweise „jung“. An der südwestlichen Ecke findet ihr eine Infotafel die Überraschendes erklärt: der sichtbare Wall mit seinem vorgelagerten Graben ist Teil einer sehr viel größeren Anlage, die bis zum Waldrand reichte. Dort findet ihr noch einen Teil von Wall und Graben. Damit ist die Oberhachinger Keltenschanze eine der größten in Süddeutschland. In der Reliefzeichnung des Bayernatlas könnt ihr die Umrisse aber noch ganz gut erkennen.

War man früher der Meinung, dass es sich bei der Anlage wegen seiner Nähe zur Römerstraße um einen befestigten römischen Gutshof handelt, vertreten Fachleute heute die Meinung, dass der Zweck der Schanze ein kultischer war. Klingt mystisch und mystisch ist spannend.

Im näheren Umkreis befinden sich vier weitere Keltenschanzen. Auf unserer Wanderung durchs Gleißental entdeckt ihr übrigens eine davon. > Wanderung durch das Gleißental

Zurück über das Ortszentrum und den Hachinger-Bach gewandert

  • Wer sich mit dem Blick auf die Keltenschanze begnügen will (halbrechts über die Felder als Wall erkennbar) hält sich auf den Feldweg, der nach 150 Meter und nach dem letzten Wirtschaftsgebäude links nach Norden führt. Im Zick-Zack erreicht er in 700 Metern die Lanzenhaarer Straße. Gegenüber auf dem Wiesenpfad, dann auf dem Anlagenweg bis zum Spielplatz wandern (330 Meter). Hier links abgebogen.
  • Ins Ortszentrum von Oberhaching zurück, kommt ihr über den Büchlweg. Unterwegs quert er die Kohlstattstraße und wird zum Fußgängerweg, der die Münchner (Haupt)-Straße) unterquert. Vorbei an der Kirche bis zum Kriegerdenkmal gewandert.

Hachinger-Bach Idylle

  • Am Kirchplatz mit Kriegerdenkmal und Maibaum rechts in die Hahilingastraße abgezweigt. Dem Straßenverlauf für 240 Meter um die Links- und Rechtskurve wandern. Anschließend geradeaus dem kleineren Bachweg folgen, der 150 Meter weiter nur noch den Fußgängern vorbehalten ist. Dahinter auf der Siedlungsstraße weiter dem Wasser entlang. Nach dem Brückerl 2 stoßt ihr an der netten Dorfwiese auf die Hahilingastraße. Kurz rechts halten und danach links an der Kreuzung in die Further Bahnhofstraße einbiegen. Der Verlängerung (Gartenstraße) geradeaus bis zum Kapellensteig gehen (300 Meter). Die Runde schließt sich an der Wegkapelle Furth im Westen. Den Weg zur S-Bahn/P+R solltet ihr von hier kennen.

Wanderkarte Hachinger Tal

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