Rundwanderung von Aying über Graß und Kaltenbrunn

(Wanderung von 7 Kilometer Länge) Wenn man im Süden von München wohnt, kommt man am Ort Aying kaum vorbei. Sei es wegen des Biers oder als Durchgangsstation, wenn es auf der Autobahn mal wieder voll ist. Wenn ich ganz ehrlich bin, mir geht – oder zumindest ging Aying ganz schön auf den Sack. Hübsche Kirche und netter Wirtsgarten, aber Bier so lala und für Wanderungen eher fade. Vielleicht lag’s an meiner ersten großen und prägenden Wanderung. Ich war ca. 6 Jahre alt und meine Eltern sind mit mir von der S-Bahn-Station Aying zu derselben nach Kirchseeon gelaufen. Was für ein ereignisloser Hatscher! Schon die Allee vom Bahnhof in den Ort war langweilig und ließ Schlimmstes befürchten. Unterwegs gab’s zudem keine Einkehrmöglichkeit. Das hat mich geprägt und Aying als freudloses Kaff in der Umgebung eingebrannt, da zaghafte Annäherungsversuche bestätigten: Teerstraße, Zäune, Hochspannungsleitung, grosser Wald im Westen, Osten und Norden.

Losgewandert am Lindacher Weg, 85653 Aying

Neulich haben wir Aying wieder eine Chance geben, aber auch nur, weil es in der Brauerei einen Trachtenflohmarkt gab. Vorab: Der Markt war hoffnungslos überlaufen und gegen dem späten Vormittag so geplündert, dass nur noch Überteuertes oder textile Albträume übrig waren. Jetzt konnte sich Aying nur noch einen smarter Marsch retten, den ich uns vorher zurecht gelegt hatte. Kurze 7 Kilometer, die im Rund über Graß, Kaltenbrunn und zurück über die „Graf Aygo Höhe“ nach Aying führt.

Wir parken am Lindacher Weg. Wir folgen dem Feldweg Richtung Wald und Hochspannungsleutung. Die Sonne lacht. Das erste Rapsfeld leuchtet gelb. Bereits am Waldrand wartet eine kleine Überraschung auf uns.

 Am Platz des guten Hirten

Ende des 19 Jahrhunderts flüchtete der Dorfhirte von Aying, der Much, mit den ihm anvertrauten Schafen wegen eines aufkommenden Gewitters unter eine sehr alte Buche. Das Unwetter kam näher und befand sich bald direkt über den Wald. Plötzlich stoben die Schafe urplötzlich in alle Richtungen davon. Der Much hinterher, als es hinter ihn einen gewaltigen Knall gab. Der Blitz hatte in der Buche eingeschlagen. Dieses Erlebnis überwältigte den Much, der Gott für seine Rettung dankte. Danach wurde er aber nachdenklich und wortkarg. Nur wenige Wochen später fand man ihn tot in seinen Sonntagsanzug an der gleichen Stelle, wo er Gott noch vor Wochen dankte. Die Todesursache wurde nicht geklärt.
Zu seinem Gedenken wurde ein grüner Gneis-Stein mit den Namen vom Much gesetzt.

Wald mit Überraschungen

Der Wald ist schön hier. Eine Menge Laubbäume, welche Licht durch die jungen Blätter scheinen lassen. Wir gehen grob in östliche Richtung und biegen nach etwa 250 Meter rechts ab. Der Weg mäandert durch das Grün, der sich mal rauf und mal runter durch die moränengeprägte Voralpenlandschaft windet. An der dritten Abzweigung (Kreuzung), etwa nach einem Kilometer halten wir rechts und orientieren uns somit südlich. Im Waldboden fallen vermutlich Hufspuren auf. Das Gestüt von Graß lässt Grüssen. Wenn der Pfad auf eine Kreuzung stößt, abermals rechts nach Südosten halten. Eine Waldwiese kündigt die nächste Überraschung an. Es ist ein kleiner Fischteich, der von einem Romantiker zum Leisure-Idyll ausgebaut wurde. Auf eine kleine Insel führt eine geschwungene Brücke unter der er mit dem Tretboot fahren kann.

Vom Traumweiher nach Graß sind es nur noch wenige hundert Meter. Nach dem Wald sehen wir Koppeln mit zahlreichen Pferden. Mittlerweile ist vom Sonnenschein nichts mehr zu sehen. Im Gegenteil, dicke Schneeflocken segeln zu uns herunter. Wir durchqueren Graß und folgen der kleinen Teerstrasse bis zur nächsten kleinen Kreuzung, an der wir erfreulicher Weise einen Abfalleimer für Hundekacka finden.

Eigentlich hatten wir vor, die Runde noch etwas weiter auszudehnen, indem wir die Fahrstraßen meiden, und wir 800 Meter über die Kreuzung hinaus südlich gehen, um im nächsten Waldstück und nächster Weggelegenheit einen Bogen nach rechts schlagen. Wir hätten weiter die Straße nach Großhelfendorf bei der Hochspannungsleitung gekreuzt, um am nächsten Feldweg wieder nach Norden Richtung Aying zu gehen.

Abkürzer:

Kaum Verkehr und noch immer dicke Schneeflocken. Wir beschließen an der Hundekacka-Abfall-Kreuzung den Weg nach Aying zu folgen. Zum Glück ist hier wenig bis gar kein Verkehr. Das sieht hier an sonningen Tagen aber anders aus. Es geht vorbei an den wenigen Häusern von Kaltenbrunn bis wir nach 1,5 Kilometer die Abzweigung nach Aying erreichen.

Endspurt im Späßchen-Wald

Es muss ein besonderer Wald sein, der hier den lokalen Witzmatdoren Knaller Späßchen ausschwitzen läßt. Im „Cafe beim Hirschgarten“ erfahren wir Erstaunliches, nämlich, dass hier der „Wildschütz Jennerwein seinen Rausch ausgeschlafen hat“.

Am Waldrand der nächste Späßchen-Hammer. Wir erreichen die „Passhöhe“ Graf Aygo. 647,45 hohe Meter über NN. Der Blick auf Aying ist aber durchaus schön. Wir versuchen nicht abzustürzen.

Verflixt schon fast wieder zurück. Wir folgen der Passstraße, die auf Aying zusteuert. Am Kindergarten biegen wir rechts ab, um unaufhaltsam den letzten Schlenker Richtung Auto zu schlagen.

OK Aying, du hattest wieder mal eine weitere Chance, die du diesmal zu nutzen wußtest! Wir können dir wieder einen Besuch abstatten, aber bestimmt nicht wenn Trachtenflohmarkt ist!

Kleine Orientierungshilfe

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Von Aying nach Grass und über den 'Graf Arco-Pass' zurück

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| | km | | /km | +m -m (netto: m) | GPX-Datei herunterladen GPX-Datei herunterladen
Parkplatz: 47.973088, 11.783695
Kapelle: 47.975430, 11.793201
Paradisweiher: 47.970811, 11.807588
Hunde-Kacka-Entsorgungsmöglichkeit: 47.961479, 11.806226
\'Passhöhe Graf Arco\': 47.965301, 11.788802
Biergarten: 47.970711, 11.779929
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