Isarwanderung von Straßlach zum Gasthaus zur Mühle

(Wanderung 9,57 Kilometer) Hätten wir nicht unser Projekt “Isarflimmern 2017“, hätten wir kaum den Isarabschnitt zwischen Georgenstein und dem Gasthaus zur Mühle bei Straßlach kennengelernt. Uns wäre Einiges entgangen! Zum Glückt habt Ihr uns als Eure Local-Scouts, damit Euch solch klasse Isarwanderung nicht durch die Lappen geht!

Das Besondere: entdeckt einen Isarabschnitt,der von den Meisten einfach vergessen wird und darum nur wenige Besucher hat, aber ganz viel Natur bietet. Rambazamba erwartet einem wieder am Gasthaus zur Mühle, wo der Biergarten Anziehungspunkt für alle Radler und viele Minimalausflügler ist. Die Runde ist wie sie ist, 9,52 Kilometer. Man kann an der Länge nur am Abstecher zur Georgenstein und zur Picknick-Kiesbank sparen, was schade wäre.

Parken am Ende der Frundsberg-Straße und die Römerstraße hinunter zur Isar

Auf der Straße von Grünwald her kommend, biegen wir in Straßlach gleich am Ortseingang nach dem Vereinsgelände der Armbrustschützengilde rechts in die Frundsberg-Straße ab. Zum Ende, am Waldrand suchen wir einen Parkplatz, ggf. auch in der Seitenstraße.

Um zur Isar zu kommen, folgen wir zuerst den Waldweg nach Norden. Die Römerstraße erkennen wir als ersten Abzweiger nach Westen, der sich durch einen Einschnitt im Isarhochufer abwärts schlängelt.

Vergleichbar mit unserer Autobahn A8, war dieser unscheinbare Weg zur Römerzeit die wichtigste Expressroute in den Osten. Wir gehen unbehelligt darauf, ohne dass wir Expressreitern, Händlern mit Ochsenkarren oder Legionären ausweichen müssen. Der Weg führt in 1,2 Kilometer zum Georgenstein, wo einst eine Brücke über die Isar war und die Straße weiter nach Augusta Vindelicorum (Augsburg) ging. Wo der Hang rechterhand südlich zur Isar abfällt, befand sich eine Siedlung und später zur Zeit der Ungarneinfälle eine Schutzhütte mit tiefen Gräben. Mehr darüber in meinem Blogbeitrag Von Grünwald zum Georgenstein.

Wildes Isarflimmern am Urwaldpfad

Niemand muss bis zum Georgenstein gehen (sollte aber, denn das Naturdenkmal ist wirklich schön anzusehen), denn unser Pfad führt links (südlich) beim Schild „Naturschutzgebiet“ in das dichte Holz. Obacht geben, denn der Abzweiger ist schnell übersehen! Abbildung in der Galerie beachten. Wenn links des Weges Tümpel auftauchen, seid ihr zu weit.

Isar-Urwaldpfad in 360°

Ab hier kotzen Mountainbikefahrer und das ist gut so. Nicht selten muss man über umgestürzte Bäume steigen und in engen Windungen dem Pfad folgen. Natürlich verlassen wir nicht den Weg. Totholz verrottet, darüber Moos wie ein dichter Teppich. Von der Isar sehen wir zunächst nichts. Kein Rauschen des Flusses ist zu hören, nur das Zwitschen der Vögel und dazwischen ein Specht.

Sitzen, schauen und genießen am Wurzelblick in 360° auch im Winter schön.

Das Ufer bietet immer wieder schöne und ursprüngliche Ausblicke. Bei markanten und ausgesetzten Felsen im Flussbett setzen wir uns auf die Wurzeln eines nahen Baumes und genießen an diesem warmen Platz die Stille. Gut, dass noch nicht Sommer ist.

Der Pfad führt nach oben. Der Hang fällt nun etwa 30 Meter direkt zur Isar ab, die wir grünblau unter uns fließen sehen. Noch immer keine Menschen. Es fällt kaum auf, dass sich neben uns plötzlich der Isarkanal reingeschmuggelt hat, welcher vom Ickinger Stauwehr bis hier parallel zur alten Isar verläuft. Gleich daneben, ein ungeteerter Versorgungsweg in Ufernähe, zu dem wir wechseln, sowie sich das Höhenniveau wieder angepasst hat.  Auf diesem Luxusweg erreichen wir auch nach 1,7 Kilometer das Gasthaus zur Mühle.

Gasthof zur Mühle

Natürlich kann man seine Brotzeit auch im Gasthaus zur Mühle genießen, denn wer hat schon eine kühle Erfrischung in seinem Rucksack. „Im Jahre 1007 erstmals urkundlich erwähnt, ist das Gasthaus zur Mühle eine der letzen original bayerischen Wirtschaften“ liest man auf der Website.

Das wollen wir gerne glauben, denn das ursprünglich erhaltene Lokal hat wirklich eine urige Einrichtung. Gelegen an der längsten Flossrutsche Europas bietet der Biergarten im Sommer kurzweilige Unterhaltung, besonders wenn eine fröhliche Gesellschaft bei seiner Abfahrt ordentlich nass gespritzt wird. Einen leeren Platz finden kann bei diesem Unterhaltungsangebot und schönem Wetter zur Geduldsprobe werden werden.

Zur Brotzeitkiesbank an der Isar bei Straßlach

Lieber gleich zur Brotzeitkiesbank? Zu ihr kommen wir, indem wir über die Brücke den Weg durch das Wasserkraftwerk Mühltal folgen. Das im 1924 gebaute Kraftwerk im Stile des reduzierten Klassizismus versorgt 17.500 Haushalte und wird – man glaubt es kaum- von Landshut aus ferngesteuert. Gleich nach dem Wasserauslauf des Kraufwerkes steigen wir rechts die Stufen gleich nach dem Wehr nach unten. Wir folgen den Wiesenpfad in westlicher Richtung und erreichen die alte Isar nach ca. 400 Metern. Hierfür müssen wir nach dem Damm noch einen kleinen Seitenarm des Flusses überqueren, indem wir von Stein zu Stein hüpfen. Wenn wir das geschafft haben, schafft ihr das auch!

Bis jetzt war jeder unserer Besuche im Mühltal auch mit einem Abstecher zur Kiesbank verbunden, die hier besonders breit und mit viel Treibholz garniert ist, und man sich gut platzieren kann. Gut gelaunt plätschert die Isar an uns vorbei. Als Begrüßung werfen wir einige flache Kieselsteine zu, die nach einigen „Aufdupfern“ ein neues, kühles Zuhause finden. Brotzeitkiesbank heißt, dass wir hier etwas essen. Also Rucksack auf und gucken, was wir so alles dabei haben.

360° Isarflimmern im Mühltal

Zurück über den Ulitmativen Isarblick nach Straßlach

Zurück zur Mühle. Wir gehen zunächst der Kanalstraße Richtung Norden. Wenn nach ca. 450 Meter ein Fußweg hangseitig rechts abzweigt, folgen wir diesen. Er steigt leicht an und stößt bald auf einen Forstweg, der durch einen kleines Tal im Hochufer nach Osten führt. Das könnten wir zwar auch machen, würde uns aber um dann Ausblick am „ultimativen Isarblick“ betrügen. Daher gehen wir zunächst ca. 30 Meter rechts, um links dem Pfad zu folgen, der südlich den Hang nach oben führt. Den Radlerhorden weichen wir dadurch aus. Kurze Irritation, als im Wald plötzlich ein Tröten wie aus einer Kinderhorn erschallt. Kurz danach klingt es wie das Anschlagen einer Fluggans.  Die Lösung: zwei junge Mountainbikefahrer schieben ihre Räder den Hang hinab. Die Bremsen sind stumpf und quietschen zum Erbarmen. Recht so, leidet, hier habt ihr nichts zu suchen.

Oben angekommen ist der „Ultimative Isarblick“ nicht mehr weit. Wir erkennen ihn am Kreuz mit den am Fuß aufgetürmten Steinen. Davor eine Bank dem Tal zugewandt.  Unser Blick schweift zum Kloster Schäftlarn und die Brotzeitkiesbank. In der Ferne die Berge.

Zurück folgen wir dem Hangweg zunächst nach Norden. Nach 500 Metern biegen wir rechts auf den Waldweg ab, der 830 Meter kerzengerade nach Osten und Straßlach zu läuft. Am Waldrand das letzte Mal nach links die Richtung wechseln. Es dauert nicht mehr lange, bis wir auf unsern Ausgangspunkt stoßen.

Fazit: Tolle Ecke, schöne Runde!

Kleine Orientierungshilfe

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Von Straßlach zum Georgenstein und zum Gasthaus zur Mühle 9,52 Kilometer

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| | km | | /km | +m -m (netto: m) | GPX-Datei herunterladen GPX-Datei herunterladen
Parkplatz: 48.010568, 11.499789
Georgenstein: 48.022855, 11.497235
Gasthof zum Mühlthal: 47.995752, 11.486936
Ultimativer Isarblick: 48.004840, 11.486077

 

 

 

 

 

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