Moorerlebnis-und Wanderausflug Sterntaler Filze bei Bad Feilnbach

(Wanderung 5,7 oder 2,7 Kilometer) Die Anforderungen an unseren letzten Ausflug waren nicht ganz einfach. Wir waren mit guten Freunden verabredet und wollten ihnen einen schönen Wander- und Erlebnisausflug im tollsten Alpenvorland bieten. Die Erwartung: Nicht langweilen! Die Sternaler Filze bei Bad Feilnbach kennen wir schon lange. Schon mit unseren Kindern hatten wir dort beste Familienzeit verbracht. Der Auflug verdient unser Prädikat „Generationenwanderung“. Alle Jungen und älteren Familienwanderer sollten also jede Menge Spaß haben.

Das erwartet Euch beim Ausflug Sterntaler Filze

  • Gehzeit zwischen 1 und zwei Stunden (oder länger). Je nach Tour und Aufenthalt.
  • Auch bei schlechtem Wetter sind die Sterntaler Filze schönes Ziel.
  • Barrierefrei in die Sterntaler Filze. Seit 2017 führen die Sterntaler das Zertifikat „Barrierefrei geprüft“ (bis 2020).  Zum Prüfbericht. (650 Meter Bohlenwege ins Moos – die bei Regen etwas rutschig sind).
  • Zu entdecken gibt ins im Moorerlebnis Sterntaler Filze z.B. einen Torfstadel mit historischen Werkzeugen und Schautafeln, einen Elfenspielplatz, eine Vogelbeobachtungsstation oder Picknick-Stationen.
  • Einkehrmöglichkeit gibt es auf der Wanderung keine. Brotzeit mitnehmen! Mit dem Auto kann man danach aber zum nahen Cafe Moosmühle fahren.

Anfahrt mit dem Auto zum Wanderparkplatz bei Wiechs

Da die Anfahrt mit den öffentlichen Nahverkehr nicht wirklich funktioniert, bleibt nur die Anreise mit dem Auto (60 Kilometer ab Autobahn Rammersdorf / Fahrzeit ca. 45 Minuten). Von München geht es am schnellsten über die Salzburger Autobahn (A8) bis zur Ausfahrt Bad Feilnbach. Von dort auf der St 2089 nach Bad Feilnbach, wo die Münchner Str. leicht nach links verläuft und zu Kufsteiner Straße wird. Richtung Derndorf fahren. Am Dorfeingang links beim Gasthof Tirolerhof links zum Sterntaler Filz abbiegen.

Der Wanderparkplatz befindet sich bei GPS 47.776046, 12.041346 / Google Maps 

Losgewandert zum Moorerlebnis Sterntaler Filze

Am Parkplatz der Sterntaler Filze herrscht tote Hose, obwohl Sonntag kurz nach 11 Uhr. Der angekündigte Säureregen 🙂 hat nur lebensmüde wie uns aus dem Haus gelockt. Richtige Begrüßung mit unseren Freunden gibt’s erst hier. Wir haben Eva, Christian und ihre Tochter Emilia lange nicht mehr gesehen. Ich finde, dass Wanderungen ideal sind, um sich gegenseitig auf den neuen Stand zu bringen und außerdem schöne neue Erfahrungen zu teilen.

Der Weg zum Erlebnismoor Sterntaler Filze führt entlang stattlicher Eichen nach Norden. Hinter uns, der in graue Wolken getauchte Feilnbacher Hausberg „Farrenpoint“. Leider Leinenpflicht für Hunde.

Die Sterntaler Filze erreichen wir nach 900 Metern. Alte Loren der Torfbahn stehen am Eingang der Moorerlebnisstation. Um Einheimischen und Gästen „ein Stück Naturgeschichte“ näher zu bringen wurde 2009 das 1,5 Hektar große Areal eröffnet, wo „Moor und Natur im wahrsten Sinne des Wortes mit allen Sinnen erlebt werden kann“, so die Pressemitteilung zur Eröffnung vom Landratsamt Rosenheim.

Das „Rosenheimer Stammbeckenmoor“

Das Sterntaler Filz ist Teil des „Rosenheimer Stammbeckenmoores“ (Filze), das mit insgesamt ca. 43 km² eines der größten Moorkomplexe Bayerns und Süddeutschlands ist. Vor 20.000 Jahren war diese Gegend vom riesigen Inngletscher bedeckt, wo nur die Spitze des Wendelsteins und andere besonderes hohe Nachbarberge als Felsinseln herausragten.

Aus dem Gletscher und dem Schmelzwasser entstand nach der Eiszeit der 50 Kilometer lange „Rosenheimer See“, der allerdings später mit dem Inn ausgelaufen ist. Die Moore entstanden aus der Vegetation, wo der Untergrund lehmhaltig war und das Wasser nicht vollständig ausgetrocknet ist.

130 Jahre lang wurde hier bis 2005 Torfabbau durchgeführt, zuletzt im Fräsverfahren. Von 2005 bis 2010 wurden Renaturisierungsmaßnahmen durchgeführt, die heute eine stattliche Erfolgsbilanz vorzuweisen haben

Im Sterntaler Filz Natur entdecken

Wir waren über die Jahre mehrfach im Sterntaler Filz. 2010, kurz nach der Eröffnung das erste Mal. Dieser Ort ist bekannt geworden, denn neben Nickelheim kann man hier einen weiten Blick über das renaturierte Moor erleben. „Menschenströme wolle man keine im Moor“ hieß es 2009 , doch heute braucht es schon Regenwetter, um die Filze für sich allein zu haben.

Am Eingang links findet sich ein Torfstadel, wo man historische Werkzeuge und Schautafeln ansehen kann. Wir lesen quer, gucken die Exponate an und sagen aha. Insgesamt wurden hier 650 Meter Bohlenwege verlegt. Mit viel Liebe hat man Wurzelkletterhügel, Balancierbäume und Picknick-Stationen gebaut. Sogar ein Bademoor gibt es. Wie man hier allerdings den Schlamm wieder von der Haut bekommt, ist mir unklar. Dusche habe ich keine gesehen. Wenn man sich rechts hält, kommt man am Elfenspielplatz vorbei.

Es ist so schade, dass ich kein Kind mehr bin, denn am Elfenspielplatz wird es magisch. Verwunschen wirkende Baumgesellen, kleine Häuser und Wege. Dort wo man am besten auf die weite Fläche des renaturierten Mores sehen kann, steht eine Vogelbeobachtungsstation. War 2010 hier noch der braune Torfboden die vorherrschende Farbe, ist es heute lebendiges grün.

Gehen wir von hier nach Osten, könnten wir zum Beispiel durch das Moor waten, oder den Himmel auf einen der Wolkenbeobachtungsstationen beobachten. Doch man kann nicht alles haben: eine Liege für uns alleine und einen trockenen Hintern. „Obacht“ heißt es im „Urwald der Sinne“. Suche nach den Elben und Tieren, die dich beobachten. Sie sind hier überall versteckt!

Im Bogen über Wiechs bei Bad Feilnbach zurück zum Parkplatz

An den alten Torfloren gehen wir diesmal rechts vorbei und folgen dem Feldweg 100 Meter nach Süden. Noch immer hängen die Wolken tief. Leichtes Nieseln hat eingesetzt. Schaffen wir es ohne groß nass zu werden? Wir biegen zunächst nach Osten ab, folgen den Waldrand und kommen nach 340 Metern auf einen weiteren Weg, der uns zurück nach Norden zum Moor führt. Keine Bange, denn das ist nur ein kurzer Haken, dem wir an jeder bald kommenden Abzweigung nach links folgen. Schon nach 750 Metern sind wir beinahe ein „U“ gegangen, was uns nach Wiechs führt, das 1,3 Kilometer im Süden liegt.

Die Wiesen wirken wie Parks. Überall stehen Baumriesen, teils alleine oder in Gruppen und machen gehörig Eindruck. Der Regen hat mittlerweile stark zugenommen und wir suchen Schutz in einem Heu- und Materialstadel. Gute Gelegenheit im Trockenen unsere Brotzeit zu genießen.

An der Flurstraße, inWiechs halten wir uns nach links. Einen knappen Kilometer im Osten stoßen wir auf die Zufahrtsstraße zum Parkplatz, den man nach 420 Metern im Norden erreicht.

Großes Erstaunen: zwei weitere Autos stehen am Parkplatz! Verrückte Axt!

Einkehren im Cafe Moosmühle

Zum Cafe fahren wir mit dem Auto. Es liegt etwas hinter Wiechs. Ausschilderung beachten. Das Haus vor einem kleinen Teich,  neben dem starken Gatter für Rotwild, liegt schön. Es war, wie der Name schon sagt, einst eine Mühle mit Sägewerk. Ein Geheimtipp ist es trotz seiner etwas versteckten Lage leider nicht mehr, was man allein am großen Parkplatz und der Terrasse erkennt..

Viel Spass im Sterntaler Filz und beim Kuchen in der Moosmühle!

Wanderkarte Sterntaler Filze

 

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