Spaziergang vom Michaelibad über den Ostpark München nach Altperlach

5,5 / 7,7 KilometerKarte

Ohne den Ostpark wäre Neuperlach tatsächlich nur eine langweile Schlafstadt mit großem Einkaufszentrum. Die großzügige Grünanlage bietet jede Menge Auslauf, einen Biergarten und Wasser. Dem Ostpark-See im Norden statten wir einen Besuch ab und dem Hachinger Bach im Westen folgen wir bis nach Altperlach. Für „Mitten in der Stadt“ bietet die Tour viel Natur und Entspannung ohne lange Anreise. Den Spaziergang könnt ihr nach Belieben bis Unterhaching/Neubiberg verlängern.

Hachinger Bach zwischen Ostpark und Altperlach

Das erwartet euch zwischen dem Ostpark und Altperlach

  • Durchgehend gute Fußwege, die kinderwagengeeignet sind. Den westlichen Aussichtshügel im Ostpark sollte man besser auslassen.
  • Im Ostpark gibt’s einen See mit Insel, zwei Aussichtsberge und für Kinder einen tollen Großspielplatz. Weitläufige Wiesen geben dem Blick viel Grün und Raum. Hunde sind auf den meisten Parkwiesen nicht erlaubt :-(.
  • Fans vom Hachinger Bach wundern sich über sein mysteriöses Verschwinden am Michelibad. Dafür gibt’s bis nach Altperlach einen schönen und beschaulichen Verlauf mit vielen schönen Fotomotiven. Außerdem bekommt ihr am Naturlehrpfad Hachinger Bach viel Natur- und Lokalwissen vermittelt. Einen kleinen Archäologischen Park gibt es an der Schmidbauerstraße zu entdecken.
  • Einkehrmöglichkeit im Michaeligarten am Ostpark-See. Herrlicher Biergarten mit Blick auf Wasserfontänen, die im Sommer nett anzusehen sind. In Altperlach könnt ihr z.B. dem Perlacher Hof oder der Pizzeria Ristorante la Parmigiana einen Besuch abstatten.
  • Direkt mit der U-Bahn zu erreichen.

Hachinger-Bach-Kombitour-Optionen

So kommt ihr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Ostpark

  • Anfahrt mit der MVG: Mit der U-Bahn U5  Richtung Neuperlach Süd bis zur Haltestelle Michaelibad fahren. Den Ausgang in Fahrtrichtung/Schwimmbad nehmen.
  • Anfahrt mit dem Auto: Den P+R Parkplatz (kostenpflichtig) findet ihr an der Kreuzung Heinrich Wieland-/St. Michael Straße. Alternativ den Parkplatz am Schwimmbad Michaelibad nutzen. Im Sommer ist dieser aber schnell voll.

Am Michaelibad zuerst dem Hachinger Bach nachwinken

  • Wir starten unseren Spaziergang zuerst mit der Verabschiedung des Hachinger Bachs nördlichen der Heinrich Wieland-Straße, zwischen dem P+R und dem Lokal „Dicker Mann“. Von der U-Bahn zuerst in Fahrtrichtung den linken Ausgang nehmen, und ein kleines Stück zurück gehen und dem Bachlauf für 100 Meter folgen.

Der Abschied ist unspektakulär, nachdem der Bach erst fröhlich 12 Kilometer von Deisenhofen bis Michaelibad plätscherte. Er verschwindet einfach in einem dunklen Betonloch. Seit 1933 wird das Wasser in ein 600mm-Rohr geleitet und durch den Münchner Osten weiter bis zum Hüllgraben bei Baumkirchen geführt. Die eingezäunte Sickergrube dient dem Zweck, bei Hochwasser das zusätzliche Wasser aufzunehmen, das nicht durchs Rohr abgeleitet werden kann.

Eine Runde durch den Ostpark drehen und dann nach Altperlach spazieren

  • So richtig los geht’s erst auf der anderen Seite der Heinrich Wieland-Straße. Ihr unterquert die Straße korrekterweise an der U-Bahnstation. Der Hachinger-Bach gibt die Richtung nach Süden vor. Knapp 400 Meter spazieren wir auf dem Fußweg zwischen dem Bachlauf und dem Zaun zum Michaeli-Bad. Es ist schon mal ordentlich grün hier. Wenn sich der Weg teilt, egal. Sie finden etwas später wieder zusammen. Vorbei an der kleinen Brücke über den Bach, dann an der nächsten Abzweigung links abgebogen.
  • Für weitere 600 Meter spazieren wir nach Osten. Der Weg schlängelt sich an Baumgruppen vorbei, gibt schöne Blicken auf weite Wiesen frei und bald auch auf den Ostpark-See. Über eine Brücke geht’s auf die Insel, die wir überqueren, ehe wir auf den Feichtweg stoßen (er durchquerte schon vor der Parkgründung die ehemaligen Felder bei Perlach). Links geht’s zum Biergarten Michaeligarten (nur 100 Meter). Wir halten uns nach dem Besuch rechts.

Ostpark München

Der Ostpark wurde seit den 1960er Jahren geplant und im Jahr 1973 eröffnet. Seine Geschichte ist eng mit der „Entlastungsstadt“ Neuperlach verbunden. Auf der „grünen Wiese“ entstand wie beim Ostpark ein neuer Stadteil, in dem heute 55.000 Einwohner leben. Landschaftsarchitektur Professor Ludwig Roemer plante auf den ehemaligen Feldern zwischen Ramersdorf, Trudering und Neuperlach ein offenes Wiesental mit See. Die waldbestandene Hügelkette wurde aus dem Bauschutt und Schottern des Aushubs von Neuperlach und der U-Bahn modelliert.

Ostpark-Wiesen.

Seit 1955 gibt es an der Heinrich Wieland Straße das Michaelibad-Freibad, dass 1973 um das Hallenbad erweitert wurde. Es ist das größte Freizeitbad in München.

Michaeligarten

Angenehm schattiger Biergarten mit Selbstbedienung am Nordufer des Ostparksees. Mit etwas Glück ergatterst du ein Plätzchen am Wasser. Gastronomisch gibt’s alles, was man hier typischerweise erwartet, z.B. Fleischgerichte, Salate, kalte Speisen oder Auszogne. Es gibt auch einen kleinen Kinderspielplatz. Zusätzlich gibt es eine Gaststätte mit Restaurantbetrieb mit eher gehobenen Preisen.

  • Öffnungszeiten: Bei gutem Wetter an Wochentagen ab 12:00 Uhr, an Sonn – und Feiertagen ab 11:00 Uhr geöffnet.
  • Adresse: Feichtstraße 10,  81735 München. Webseite: www.michaeligarten.de

Die Ostpark Hügelkette erklimmen

  • Der Weg führt rechts am Abenteuerspielplatz vorbei. Wenn ihr den Spaziergang abkürzen wollt, geht’s an der nächsten Gabelung rechts weiter.
  • Wir gehen die ganze Runde und halten uns daher links. Nach 140 Metern den Fußweg links auf den Hügel folgen. In einem weiten Rechtsbogen geht’s ab hier erst auf den Schlittenberg (weiter Parkblick), dann die Treppenstufen abwärts. Unten halbrechts weitergehen. Ohne abzubiegen, 320 Meter geradeaus spazieren, dann dem Weg rechts 160 Meter bis zum gepflasterten und kreisrunden Gipfelplateau auf 551 Meter folgen. Da sich die Vegetation jährlich höher in den Himmel schiebt, ist vielleicht der Ausblick nicht mehr so spektakulär wie noch vor Jahren.
  • Wir verlassen den Hügel in südlicher Richtung. In 130 Metern an der Kreuzung rechts abgebogen. Für etwa einen Kilometer geht’s ab hier mehr oder weniger geradeaus und zurück nach Osten Richtung Hachinger Bach. Zur Rechten befinden sich die Parkwiesen, links hinter den Bäumen die Wohnblocks von Neuperlach. Am Ende des Weges, nahe dem Eislaufstadion, links nach Süden abbiegen und 200 Meter bis zur Staudinger Straße wandern und diese queren.
  • Unsere Strecke verläuft ab hier 450 Meter links vom Hachinger Bachs durch die Wohnsiedlung. Schon erstaunlich, wie natürlich das Wasser hier im urbanen Raum eingebettet ist. Grün wuchert es hier, kein Beton schränkt sichtbar seinen Lauf ein. Der alte Verlauf des Hachinger Baches wurde mit der Planung für Neuperlach Nord und auch diesen Bachabschnitt geändert. Seit 1967 fließt er nördlich der Hofmark-Holzwiesenstraße, schwenkt dann rechts um die Bezirkssportanlage, um an der Straße „Am Bach“ wieder seinen alten Verlauf zu erreichen.
  • Nach der Unterführung an der Ständler-Straße befindet sich rechts die Bezirkssportanlage Perlach West. Hier fallen uns die Stationen des Naturlehrpfades Hachinger Bach auf:

Zu lesen steht auf einer der Tafeln, was Landvermesser Philipp Apian 1586 in den „Bayerischen Landtafeln“, dem ersten Kartenwerk über Bayern zu Perlach und den Hachinger Bach schrieb:

Naturlehrpfad Hachinger Bach

Der kleine Naturlehrpfad Hachinger Bach verläuft rund um die Bezirkssportanlage  und vermittelt auf zahlreichen Tafeln Wissenswertes über z.B. die Vögel am Bach, die Fische, Wasserinsekten und Krebse und die Historie des Hachinger Bachs.

„Perlach, Dorf, Kirche; eine Meile von München nach Südost zu gelegen, in einer ausgedehnten Flur. Diese sehr große Ebene, die sich in alle Himmelsrichtungen erstreckt, wird nämlich nach dem schon erwähnten Dorf allgemein Perlacher Haid genannt… Dieses Dorf bespült ein Bach, der nie versiegt und überreich ist an Flundeln und anderen Fischlein. Aber nach Verlassen des Dorfes Perlach wird er bald darauf ganz in der Ebene verschlungen und ausgetrocknet, sodass auch nicht eine Spur von einem Bach oder von Wasser zum Vorschein kommt. Denn so riesengroß die Ebene ist, so dürr ist sie wahrhaftig. Einige glauben, der Bach hier in das Innere der Erde eintrete und an einem anderen Ort wieder hervortrete.“

Zwei Wegoptionen nach Altperlach

  1. Wer nicht vorhat, den Weg zurück nach Michaelibad zu gehen, der folgt am besten dem Bachlauf für 500 Meter rechts um die Bezirkssportanlage zum Pfanzeltplatz in Altperlach. Vielleicht mit einem kurzen Abstecher zum Archäologischen Park.
  2. Solltet ihr vorhaben, den Rundweg zu gehen, geht auf der Zubringerstraße „Kehlbogen“ weiter nach Süden (nicht dem Bachlauf folgen). Am Zebrastreifen die Holzwiesenstraße kreuzen und auf dem Fußweg gegenüber für 180 Meter bleiben. Danach rechts abbiegen. Vorbei an einem Wiesengrundstück, einem ehemaligen Bauernhof mit Backhaus und der Kirche St. Michael in 140 Metern bis zum Pfanzeltplatz gehen.

Tipp: Mehr zur Geschichte von Altperlach, sowie eine ausführliche Wegbeschreibung für zusätzliche Kilometer entlang des Baches, findet ihr in meinen Beitrag Von Altperlach zum Landschaftspark Hachinger Tal wandern“ (+4 oder +10 Kilometer).

Von Altperlach am ehemaligen Bachlauf zurückwandern

In Altperlach heißt es erst mal innehalten. Besucht die barocke Kirche St. Michael, schnappt euch ein Eis in der Gelateria südwestlich des Platzes und genießt es auf einer Bank am Wasser. Es gibt eine Bäckerei mit Café einen Dönerladen und die Pizzeria Ristorante la parmigiana. Außerdem könnt ihr im Perlacher Hof in der Sebastian Bauer Straße einkehren (ein Stückchen weiter südlich am Hachinger Bach). An den Wänden des Geschichtsbrunnens könnt ihr übrigens die Historie von Altperlach nachlesen. Der Geschichtsbrunnen erinnert an eine Geschichte Perlachs, die hier in Stein nachzulesen ist.

  • Nach einer Runde um den Pfanzeltplatz folgen wir dem Bach wieder flussabwärts. Vorbei an der Klinik München Perlach schräg gegenüber der Kirche. Es befindet sich im ehemaligen Edelsitz Perlach, das mehr als „besserer Bauernhof“ als Schloss von 1686 bis 1818 existierte.
  • Am nördlichen Ende des Dorfensembles, im Unterdorf, wo die Schmidbauerstraße den Hachinger Bach kreuzt, befand sich einst die Rossschwemme, wo die Zugtiere nach der Arbeit ins Wasser geführt, gesäubert und getränkt wurden. Ab hier verläuft der Bach wenige Meter entlang der Straße und zwängt sich zwischen alten Bauernhöfen und dem neuen Ballauf-Hof in seinem renaturierten Bett. Ab dem Mittelalter wurde dieses teilweise begradigt und befestigt. (Quelle: Infotafel Naturlehrpfad). Wir folgen dem Wasser bis zu Weggabelung.
  • Hier an der Infotafel über die Geschichte Perlachs links abbiegen und auf dem Fußweg 100 Meter bis zur Kreuzung gehen. Am Zebrastreifen die Straße überqueren und am unbefestigten Seitenstreifen der Schmidbauerstraße 40 Meter Richtung Westen spazieren. Hinter dem Kindergarten findet ihr den kleinen Achäologischen Park, den wir rechts bis zum Infopavallion durchqueren.

Archäologischer Park am Oberen Hofanger

Der Hachinger Bach war seit der Jungsteinzeit Lebensraum für Siedler der Kelten und Römer. Im kleinen archäologischen Park mit Infopavillion wunden zwischen 1995 und 1999/2000 die Reste eines römischen Bauernhofes aus der Römischen Kaiserzeit (100 bis 370 nach Christus) gefunden, zu dem auch eine Wassermühle gehörte. Der ehemalige Ablaufkanal der Mühle ist mit Steinquadern markiert, die Zäune des Anwesens mit Weidenhecken. Man fand Brunnen, Öfen und Reste von Mühlsteinen, teils aus der Gegend südlich von Murnau. Der Bauernhof war Teil einer ganzen Siedlungskette von Deisenhofen bis Oberföhrung. Brandspuren lassen vermuten, dass die Gebäude bei einem Einfall der Germanen zerstört wurden.

An gleicher Stelle hatte man später in der Merowingerzeit zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert die ersten Perlacher beerdigt. Man fand verschiedene Gräber, deren Tote man in ausgehöhlten Baumstämmen beerdigten. Als Grabbeigaben wurden teils aufwendig gestaltete Schmuckbeigaben entdeckt, die auf weitreichende Handelsbeziehungen schließen lassen.

  • Wir folgen vom Infopavillon dem Fußweg 90 Meter nach Norden. An der Weggabelung unweit der Böschung rechts abbiegen und kurz danach links durch die Unterführung gehen. Auf der anderen Seite an der Böschung rechts halten und 20 Metern weiter links durch die Grünanlage. Nach 120 Metern erneut links abgebogen.

  • Es geht 600 Meter geradeaus zur Staudingerstraße. Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts verlief der Bach hier leicht mäandernd in Richtung Versickerungsstelle. Heute ist der Bachlauf an dieser Stelle verschüttet. Es geht vorbei am Krautgarten, einem Spielplatz und den Sportanlagen des SVN München. Wir queren die Straße und setzen unseren Weg auf der anderen Seite im Ostpark fort. Es geht 750 Meter am westlichen Parkende zurück bis zum Michaelibad. Den Hachingerbach treffen wir nach 350 Meter an der Brücke wieder. Ab hier kennt ihr den Weg bereits.
  • Tourenkarten (Neu-)Perlach und Ostpark

    Author:in

    Helmut Eder

    Das Spannende liegt nicht immer am Ende des Regenbogens. Immer auf der Suche nach den kleinen Abenteuern und Geheimnissen, die man draussen findet wenn man unterwegs ist. Ich blogge über unsere Touren, meist im Süden von München und das, was uns so bei den Runden in den Kopf kommt.