Rundwanderung im Blauen Land: Durchs wunderbare Murnauer Moos

(Wanderung, 12,5 Kilometer ohne Steigungen) Wir lieben die Gegend zwischen Murnau und Kochel und besonders das Murnauer Moos. Das Blaue Land, wie es auch wegen seiner bläulichen Lichtstimmungen genannt wird, hat vor über 100 Jahren auch die Expressionisten des Blauen Reiters Franz Marc, Wassily Kandinsky und Gabriele Münter begeistert. Von Murnau aus lässt sich das Moos auf hervorragenden Wanderwegen in einem großzügigen Bogen durchwandern, das vor der Kulisse der nahen Ammergauer Alpen zu jeder Jahreszeit ein mehr als lohnendes Ziel ist, um mal durchzuatmen, auszuschreiten und mit einem Sack voller toller Fotos nach Hause zu fahren. Unser Highlight war auf jeden Fall der etwa 1000 Meter lange Bohlenweg durchs Langer Filz, der uns dieses wunderbare naturbelassene Habitat hautnah erleben lässt.

Die Wanderung ist  zwar länger, aber unkompliziert zu gehen, auch mit Kinderwagen, wenn man den Bohlenweg leider umgeht. Nicht immer fängt der frühe Vogel den Wurm. Wir haben die Tour auch als Nachmittagsrunde sehr genossen. Der Blick vom sanften Höhenzug des Molasserückens zwischen Westried und Oberried  ins Moos ist im weichem Licht einfach zum Verlieben.

Tipp: Da kleinere Kinder den Weg vielleicht nicht so interessant finden, wie ihre Eltern ist evtl. der Startpunkt in Westried eine Idee. Man erreicht schnell den Bohlenweg und kann die Kinder anschließend mit dem Spielplatz am Gasthaus Ähndl locken. Der Höhenweg zurück ist kurzweiliger.

Mit Auto oder Bahn ins Murnauer Moos

Murnau liegt etwa 65 Kilometer südlich von München und ist sowohl mit dem Auto als auch der Bahn problemlos zu erreichen. Vielleicht plant ihr noch etwas Zeit für einen Besuch des netten Ortes mit der schönen Marktstraße oder des Münter Hauses ein. Es lohnt sich!

Anfahrt mit dem Zug: Vom Hauptbahnhof München beträgt die Fahrzeit bis zum Bahnhof Murnau ca. 55 Minuten. Zur Fahrplanauskunft   Die Strecke vom Bahnhof zum Gasthaus Ähndl beträgt einfach 2,5 Kilometer, die nach dem Münter Haus schön zu gehen sind. Vom Bahnhof südlich bis zum Kreisverkehr gehen. Unter der Bahnlinie hindurch auf die Kohlgruber Straße und in der zweiten Kurve links in die Josef-Fürst-Straße abbiegen, die Bahn erneut kreuzen. Weiter zur Kottmülleralle und danach den Wanderweg am Waldsaum folgen. Noch näher an das Murnauer Moos kommt man, wenn man weiter mit der Bahn bis Westried fährt.

Anfahrt mit dem Auto: Die Fahrzeit beträgt über die Autobhahn A95 (Garmisch) ab dem Luise-Kisselbach-Platz/München, bei guter Verkehrslage etwa 45 Minuten. Der Wanderparkplatz befindet sich in der Ramsachstraße/82418 Murnau am Staffelsee. Das Parken ist gebührenpflichtig. Unseren Einstieg ins Moos finden wir nach 400 Metern auf der verkehrsberuhigten Straße, gleich gegenüber dem Gasthaus Ähndl bei der Kapelle St. Georg.

Durchs Murnauer Moos zum Langer Filz

Gleich unterhalb des barocken Ramsach-Kicherls (so wird die St. Georgs Kapelle noch genannt),  gehen wir links über die kleine Brücke und folgen dem Wanderweg nach Süden. Weite Streuwiesen mit vereinzelten Bäumen zwischen dem Heimgarten im Osten, dem Ettaler Mandl im Süden und dem Hörnle im Westen. Wir haben für unseren Besuch extra auf einen wunderbaren Sonnentag im Herbst gewartet, um das Moos in vollen Zügen genießen zu können. Die Wiesen sind mittlerweile gemäht und der Boden hat einen Stich ins bräunliche.

Der Weg verläuft in sanften Bögen linkerhalb der Ramsach durch das mit 32 km² größte zusammenhängende  Moorgebiet nördlich der Alpen. Das Murnauer Moos liegt im ehemaligen Zungenbecken des Loisachgletschers, der sich vor 15.000 Jahren bis hinter den Ammersee zog. Das das Gletscherwasser hier nicht abfließen konnte, führte es zu Versumpfung, in der sich eine hochspezialisierte und artenreiche Flora und Fauna entwickelte. Die Schotterstraße hindurch lädt allerdings nicht nur Wanderer ein, sondern auch viele Radfahrer, was besonders bei Fußgängern mit Hund etwas nervig sein kann.  Obacht, die Zamperl besser an die Leine!

Vier Kilometer sind wir vom Ramsach-Kircherl – mal näher mal weiter – entlang des Wassers gegangen – welches auf den Karten erst Ramsach, dann Lindenbach genannt wird. An der Brücke teilt sich der Weg. Links geht’s weiter nach Grafenschau, rechts über die Brücke weist uns ein Schild dem Moosrundweg zu folgen. Hinauf zum nahen Wald. Gleich am Saum erwartet uns ein Brotzeitbankerl mit Moosblick. Wir rasten und genießen unsere mitgebrachte Brote.

Auf Bohlen durch das renaturierte Langer Filz

Das Langer Filz erreichen wir nach 500 Metern. Am zweiten Abzweiger links halten (Auschilderung beachten). Vier Kilometer sind wir vom Ramsach-Kircherls – mal näher mal weiter – entlang des Wassers gegangen – welches auf den Karten erst Ramsach, dann Lindenbach genannt wird. An der Brücke teilt sich der Weg. Links geht’s weiter nach Grafenschau, rechts über die Brücke weist uns ein Schild dem Moosrundweg zu folgen. Hinauf zum nahen Wald. Gleich am Saum erwartet uns eine Brotzeitbahnkerl mit Moosblick. Wir raten und genießen unsere mitgebrachten Brote. Das langer Filz erreichen wir nach 500 Metern. Am zweiten Abzweiger links halten (Ausschilderung beachten).

Weitergewandert nach Westried und Fernblicke bei Bergeist

Zuerst ist es ein Kiesweg, dann ein Bohlenweg, der etwa 1000 Meter durch das Hochmoor führt. Moorkiefern, Heidekraut und Birken säumen den Weg, in der Mitte bietet ein Unterstand bei Regen Zuflucht. Kaum zu glauben, dass hier zwischen 1922 und 1929 Torfabbau mit Baggern betrieben wurde. Was heute wieder wie ein hochintaktes Biotop aussieht, ist einem aufwändigen Renaturierungsprojekt zu verdanken, welches seit 2001 das durch Trockenlegung geschädigte Moos langsam wieder vernässt.

 Murnauer Moos und Blauer Reiter

Inspiriert von der einzigartigen Landschaft vollzog sich zwischen 1908 und 1914 eine künstlerische Revolution.  Die Maler des Künstlergruppe „Blauer Reiter“ Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Marianne von Werefkin, August Macke, Alexej von Jawlensky, Franz Marc hielten die Wahrnehmung dieser Gegend und ihrer Welt in einfachen Formen, der Abstraktion des Naturvorbilds und in leuchtenden Farben fest. Der Blaue Reiter gehört zu den wichtigsten Stationen der Klassischen Moderne, weswegen die Bilder um das Murnauer Moos in den wichtigsten Kunstmuseen auf der ganzen Welt zu finden sind.

Sehenswerter Clip von Ulf Küster, FondationBeyeler: Kandinsky, Marc & Der Blaue Reiter: Gabriele Münter.

Westried erreichen wir nach weiteren 900 Metern, wo es einen optionalen Bahnanschluss gibt, um gegebenenfalls die Runde abzukürzen (lohnt sich für Autofahrer aber nur bedingt). Nach den ersten Häusern biegen wir rechts in die Graf Alban Straße ab und gehen zunächst 420 Meter durch die Siedlung bis zur Moosrainer Straße, auf der es rechts 900 Meter zum gleichnamigen Ortsteil geht. Auch hier ist der Weg stets ausgeschildert. Am Waldrand verlassen wir den Teer und biegen links in den Fußweg ein, der zunächst hangaufwärts und entlang der Bahnlinie führt. Klingt nicht gerade vielversprechend? Gerade vom Weg entlang der Gleise hat man einen wunderbaren Blick runter auf das Murnauer Moos, besonders von der Infohütte nahe Seeleiten Berggeist (1.200 Meter)

Tipp: Wer mit der Bahn angereist ist, kann bei Seeleiten/Berggeist zum nahen Staffelsee gehen und dort am Ufer bis Murnau gehen.

Vom Infopavillion zum Gasthaus Ähndl in Ramsach

Bis sich der Bogen schließt sind es nur noch 2 Kilometer, mit vielen schönen Ansichten hinaus ins Blaue Land. Das Läuten von Kuhglocken verpasst unserem Augenblick eine Almatmosphäre, Pferde auf der Weide. Gitta hat angefangen Schlehen von den Bäumen am Wegrand zu pflücken. Das Nachmittagslicht ist toll. Hier hat wohl Gabriele Münter das Bild vom Heustadel gemalt.

Am Gasthaus Ähndl kehren wir ein. Hungrig sind wir, aber diszipliniert. Gitta und ich setzen uns auf eine Bierbank und freuen uns auf zwei Radler-Halbe. So muss eine Wanderung ausklingen!

Gasthaus Ähndl

Tolle Lage direkt neben dem Ramsach Kircherl auf einem Ausläufer des Molasserückens direkt am Murnauer Moos. Traditionelle aber gehobene Wirtshausküche, die schon mal im „Feinschmecker“ erwähnt wird. Schlicht geschmackvolles Ambiente der Gasträume ohne Bayern-Kitsch. Leider gibt es an schönen Tagen meist ein Platzproblem.

Ramsachstraße 2, 82418 Murnau am Staffelsee, Telefon 08841 5241
Ruhetage jeweils Montag und Dienstag, im Sommer am Montag

Zur Website vom Gasthaus Ähndl

Weitere hilfreiche Links

Kleine Orientierungshilfe

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Wanderung durch das Murnauer Moos 12,5 Kilometer

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| | km | | /km | +m -m (netto: m) | GPX-Datei herunterladen GPX-Datei herunterladen
: 47.665688, 11.191253
Langer Filz Bohlenweg: 47.654427, 11.144207
Parkplatz Vormittagsrunde: 47.665335, 11.134227
Gaststätte Ähndl: 47.666149, 11.185434
Bahnhof Westried: 47.666994, 11.136789
Infopavillion: 47.668231, 11.163362
Gabriele Münther Haus: 47.674540, 11.196596
Bahnhof Murnau: 47.683400, 11.193200
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