Besuch in der Natur- und Sinneswelt vom Kloster Benediktbeuern

Das Kloster Benediktbeuern ist ein Pflichtbesuch für alle, die sich für Kräuter interessieren. Ich komme gerne hierher, weil ich durch meine Weiterbildung zur Kräuterpädagogin bei der Gundermann-Akademie 2013 einfach gute Erinnerungen habe. Hier haben wir mehrere Kurstage verbracht und viel über das Arbeiten als Kräuterpädagogin gelernt. Es gibt den Meditationsgarten, Kräutergarten, Kräuter Erlebnisladen im Maierhof und die Klostergärtnerei. Außerdem liegt Benediktbeuern einfach wunderschön am Eingang zur Bergwelt.

Das Kräuterwissen hat im Kloster Benediktbeuern eine lange Tradition

Zunächst ein paar Infos zum Kloster. Es wurde vor mehr als 1250 Jahren gegründet und ist eines der ältesten Benediktinerkloster in Bayern. Im Zuge der Säkularisation mussten die Benediktiner im Jahre 1803 ihre Arbeit in dem Kloster aufgeben und es ging in einen privaten Besitz über. 1930 hat die Glaubengemeinschaft der Salesianer Don Boscos die Klosteranlage erworben und restauriert und saniert und sie wieder mit geistlichem und kulturellem Leben gefüllt. Das Kloster hat sich zu einem Zentrum religiöser Bildung, Wissenschaft und Erziehung im Dienst an jungen Menschen entwickelt. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) leistet die Ordensgemeinschaft seinen Beitrag die christliche Schöpfung zu bewahren und zu schützen. Dazu zählen

  • die Einrichtung und Pflege des Meditations- und Kräutergartens,
  • der Naturschutz und angelegte Erlebnisbiotope
  • und geführte Exkursionen für die persönliche Naturerfahrung.

Meditationsgarten am Maierhof

Der Grundriss dieses Gartens soll sich an dem berühmten Bodenlabyrinth der Kathedrale von Chartres orientieren. Der Garten wurde in vier Bereiche geteilt, die sich in einer Spirale einfügen:

  • Kräuter für alle Sinne,
  • Kräuter die heilen,
  • Kräuter für die Küche und Symbolkräuter.

Der behindertengerechte Weg führt uns an den vier Bereichen entlang, an dessen Ende in der Mitte wir zu einem Brunnen gelangen. Auf dem Weg dorthin bleiben wir immer wieder stehen und riechen und genießen den sinnlichen Duft der Pflanzen.

Eine kleine Auswahl meiner Lieblingskräuter für die Sinne:

Einmal natürlich die Zitronenmelisse mit ihrem frischen Duft, sollte sie in keinem Garten fehlen. Ich verwende sie gerne als Kräutersirup für eine erfrischende Sommer-Kräuterschorle. Hierfür die frischen Blätter abzupfen, Zucker und Wasser im Verhältnis 1:1 und Zitronensäure hinzufügen, ein paar Scheiben Zitrone drauflegen und ein paar Tage ziehen lassen.

  • Der Waldmeister liebe ich wegen seines Geschmacks. Im Frühling bin ich auf unseren Wanderungen immer auf der Suche nach Waldmeister. Manchmal werde ich von ihm veräppelt, denn manchmal meine ich, ich sammle Waldmeister und dann habe ich doch wieder das Waldlabkraut erwischt, was wirklich exakt so ausschaut, aber beim Antrocknen leider nicht das typische Waldmeister-Aroma entwickelt.
  • Das Colakraut, das eigentlich Eberraute heisst, duftet, wie schon der Name sagt, nach Cola und ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein wichtiger Inhaltsstoff in der Colaproduktion.
  • Und die Schokoladenblume kannte ich bisher auch nicht und sie riecht tatsächlich nach Schokolade. Schon erstaunlich, was die Natur alles kann.
  • Natürlich darf die Brennnessel nicht fehlen in einem Kräutergarten, wobei sie nicht wirklich ein Kraut für die Sinne ist, sondern eher für die Gesundheit und die Küche.

Moosrundwanderung bei Benediktbeuern mit Loisachrauschen

Wenn man schon in Benediktbeuern ist, lohnt es, sich auch die Erlebnisbiotope anzusehen. Eine sehr schöne Wanderung führt ins Moor, vorbei am Barfuss-, Klag- und Hochmoorpfad. Wer will, kann auf der Runde auch die Loisach treffen. Zur Beschreibung der Wanderung

Besuch im Kloster-Café

Vom Innenhof des Klosters aus haben wir rechts neben dem Eingang in die Klosterkirche in den Klosterladen geschaut, in dem es sehr schöne Bücher unter anderem auch zum Thema Kräuter gibt. Wenn man nicht links rein geht in den Laden, sondern geradeaus weiter den Kreuzgang entlang, findet man hinten rechts das Kloster-Café. Es hat sich im „Gotischen Saal“, dem ehemaligen Refektorium mit seiner historisch bedeutenden und wunderschönen Holzdecke von 1493 eingerichtet. Eine tolle Location und einen Besuch wert!

Im Kräuter-Erlebnis-Laden der Tölzer Kräuterpädagoginnen

Die Kräuterpädagoginnen im Tölzer Land haben ein Motto: „Alles was wir kennen schätzen wir und was wir schätzen schützen wir“. Getreu nach diesem Motto wollen die Kräuterpädagoginnen ihr Wissen und ihre Erfahrung an Interessierte weitergeben.

Der Kräuter-Erlebnisladen wird von meinen Kolleginnen, den Tölzer Kräuterpädagoginnen mit großer Liebe und Leidenschaft betrieben. Hier gibt es ausführliche Literatur, Öle, Liköre, Sirup, Tees, Gewürze und vieles mehr. Außerdem ist ein kleines Café mit Kaffee, Tee und selbstgemachtem Kuchen angegliedert. Bei unserem Besuch durfte ich sogar eine Mitstreiterin aus meinem damaligen Kurs von 2013, Kathrin, treffen, die hier regelmäßig Sonntags ihren Dienst tut.

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