Wanderung von Marienstein auf den Rechelkopf

(Wanderung 10 Kilometer, 530 Höhenmeter) Für mich ist der Rechelkopf ein emotionaler Berg. Es war der letzte, den ich mit meinem Vater bestiegen habe. Das liegt aber schon eine Weile zurück. Der Rechelkopf ist aber auch ein netter Berg (nicht im Sinne von „kleine Schwester von Scheiß“. Man ist schnell dort, hat einen moderaten Anstieg und einen weiten Blick. Ich habe auf das kleine Kloster Reutberg runtergesehen und rüber zum Hirschberg. Viel Grün. Wenn das Zeitfenster kleiner ist und man einfach nur Abstand vom Alltag braucht, ist diese Tour genau richtig!

Der grasbewachsene Gipfel des Rechelkopfs

Das erwartet euch auf der Wanderung zum Rechelkopf

  • Mit 530 Höhenmeter ist die Wanderung ein sympathischer familientauglicher Berg mit schönem 180° Blick. Der Aufstieg ist meist moderat und läuft  ein gutes Stück auf Wirtschaftswegen. Unterwegs (2021) sind wir oberhalb der Ochsenhütte am Kunstwerk Selfiepark des Projektes Almresidency vorbeigekommen. Lasst euch überraschen.
  • Die Sigriz-Alm unter dem grünen Gipfel ist nicht bewirtschaftet. Was ihr aber bekommt, sind Getränke in Flaschen.
  • Hinter der Sigriz-Alm herrscht im Sommer Weidebetrieb. Es wird gebeten, Hunde an die Leine zu nehmen.
  • Berggerechte Ausrüstung versteht sich von selbst.

So kommt ihr mit dem Auto nach Marienstein

  • Es gibt wenige Berge, die von München – zumindest mit dem Auto – so gut erreichbar sind wie der Rechelkopf. Über die Autobahn A8 sind es von Ramersdorf bis Marienstein etwa 40 Minuten/47 Kilometer. Fahrt in Holzkirchen runter von der A8 und weiter auf der Bundesstraße 318 Richtung Tegernsee. An der Kreuzstraße (Ampel) rechts Richtung Waakirchen fahren. Am nächsten Kreisverkehr links abbiegen und nach Süden Richtung Berge fahren. Marienstein liegt in einem kleinen Tal. Der Wanderparkplatz befindet sich ganz am Ende des Rechelkopfwegs. (Google Routenplaner)
  • Die Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist nicht empfehlenswert. Da gibt es Berge, die besser erreichbar sind. Die Bushaltestelle wurde geschlossen.

Endlich losgewandert auf den Rechelkopf

Der Wanderparkplatz liegt am Ende von Marienstein, einer ehemaligen Werkssiedlung für das gleichnamige Bergwerk und eines Zementwerks. Beide gibt’s nicht mehr, haben aber dem Tal ihren industriellen Stempel aufgedrückt.

  • Nach den letzten Siedlungshäusern und dem Wanderparkplatz führt der geschotterte Weg links über den Schlierbach in einem Rechtsbogen nach Osten. Schweißtreibend ist das nicht. Auf knapp zwei Kilometer beträgt der Höhenunterschied gerade mal 82 Höhenmetern. Entsprechend flott gehts durch den Wald. Unterwegs dürfen wir mal auf schöne Almwiesen und etwas später auf die „Große Gaisach“ blicken, die im Tal rechts des Weges ihren Weg plätschert.
  • Wo sich Weg und Tal verzweigen, bleiben wir rechts. Sollen die Mountainbiker dem Schild nach links folgen. Etwas unscheinbar am Brückengeländer findet sich die freundliche Empfehlung für Wanderer: „Fußweg zur Sigriz-Alm, 60 Minuten“. Das Tal wird enger, der Weg nur unerheblich steiler. Urig ist es hier. Farne und schöner Mischwald säumen den Hangwald. Wenn in 1,2 Kilometern die Ochsenhütte (unbewirtschaftet) erreicht ist, sind weitere 100 Höhenmeter geschafft.
  • An der Ochsenhütte verzweigt sich der Weg. Für den Aufstieg wählen wir den zur Linken, der hier spürbar ansteigt und etwa 200 Meter oberhalb als Fußsteig in den Bergwald führt. Der Weg ist bei Regen teils matschig und glatt.
  • Der Fußsteig stößt nach 180 Höhenmetern auf den Forstweg, dem wir rechts folgen und nach 400 Metern auf die Sigriz-Alm stoßen.

Kunst am Rachelkopf

Almresidency ist ein Projekt, in dem sich Künstler mit der Umgebung auseinandersetzen und Projekte im Wald oder aus dem Wald heraus entwickeln. Es beginnt mit einer Wanderung, dann mit der künstlerischen Gestaltungsphase in einer der zwei Almhütten. Die Ochsenhütte, an der wir vorbeiwandern, ist eine davon. Ein Stückchen oberhalb am Steig sind wir auf das Objekt „Selfiepark“ von Petra Höglmeier und Magdalena Jooß von 2016 gestoßen. Zur Almresidency Website

Die Künstlerinnen haben den Wanderweg im Wald fotografiert und mit Filtern, Blenden- und Lichteffekten stark überarbeitet. Das retuschierte Foto wurde in Originalgröße eins zu eins auf eine Plane gedruckt und an der gleichen Stelle am Wanderweg zwischen den Bäumen gespannt. Auf diese Weise entsteht eine verblüffende Gegenüberstellung von realer und idealisierter Welt.

Die Sigrizalm auf 1.175 Höhenmetern ist Privathütte und Vereinsheim des Alpenvereins Waakirchen. Der Wanderer kann hier Getränke in Flaschen kaufen. Geöffnet ist Samstag: ab 12:00 Uhr und Sonntag: bis 17:00 Uhr. Im Winter bis 16:00 Uhr. Am Mittwoch (von Mitte Mai bis Ende August): 17:00 bis 21:30 Uhr. Während man vor der Hütte im Süden die Sonne genießen kann, befinden sich im hinteren Bereich die Stallungen.

  • Die Weide, auf der im Sommer das Jungvieh ihre Glocken schüttelt, erstreckt sich von hier bis zum grasbedeckten Gipfel des Rechelkopfs. Der Weg durch das Gatter befindet sich nördlich des Stalls. Ab hier kommt der Hund beim Weidebetrieb an die Leine. Etwas muss man nach dem Wiesenweg suchen. Dort, wo keine Disteln wachsen, seid ihr auf dem richtigen Pfad. 160 Meter sind es bis zum Kreuz, das man zum Schutz vor dem Vieh eingezäunt hat. Einfach dem Weg folgen, der immer deutlicher wird, je höher man kommt. Hoffentlich habt ihr euch auf dem Anstieg umgesehen, denn der Blick runter ins Tal ist super. Gipfelrast!
  • Der Abstieg geschieht auf dem gleichen Weg, wie ihr gekommen seid. Ihr könnt den Fußpfad nehmen, oder alternativ den Karrenweg, der in Serpentinen bis zur Ochsenhütte führt. Wie ihr wollt.

Wanderkarte auf den Rechelkopf