Gemütliche Bergwanderung aufs Feichteck am Samerberg

(Wanderung 9 km, 650 Höhenmeter, Aufstieg, 2h/Abstieg 1,5 h, Einkehrmöglichkeit) Wenn man von den Bergen im Chiemgau spricht, dann denken viele zuerst an die Kampenwand und am Samerberg die Hochries. Tolle Berge mit einem Super-Blick auf den Chiemsee, die mit einer Seilbahn allerdings die Massen anziehen. Wer es stiller mag, findet im Chiemgau genug Genussberge in zweiter Reihe, die eine Menge Freude bereiten, wie das Feichteck (1514 m). Unmittelbar an der Grenze zu Österreich gelegen, bietet der nette und wenig komplizierte Gipfel beim Aufstieg sowohl einen schönen Blick ins Inntal, als auch rüber ins Kaisergebirge. Im Norden sieht man Rosenheim und den Simssee. Schee!

Die Wagner-Alm, die wir am Aufstieg zum Feichteck passieren

Schöner Starterberg fürs Frühjahr/Ausreichend Schatten im Sommer

  • Das der Aufstieg und zum Gipfel im oberen Bereich übrigens von Süden erfolgt, macht den Berg im Frühjahr zu einem ausgezeichnetem Starterberg. Der Schnee ist hier einfach etwas schneller verschwunden.
  • Im Sommer bleibt bei den steileren Passagen ausreichend Schatten. Am Gipfel allerdings kein Schutz.
  • Weil die Hochries praktisch der Spezlberg Schulter an Schulter mit dem Feichteck ist, kann er mit etwas mehr Zeit gleich noch mitbestiegen werden.
  • Einkehrmöglichkeiten gibt es auf der Wagneralm praktisch noch im Anstieg und im oberen Bereich die Feichteckalm (kleiner Abstecher).

Anfahrt zum Samerberg/Waldparkplatz Gammern

Der Samerberg ist sowohl mit Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Um zum Waldparkplatz in Gammern zu gelangen, braucht es allerdings schon ein Auto. Tipp: Zielkoordinaten in Google Maps nutzen – da der Wanderparkplatz nicht eindeutig beschildert ist. Fahrzeit ohne  Stau insgesamt etwa 60 Minuten. Lieber etwas mehr Zeit einplanen, wenn ihr nicht mit den Hühnern aufsteht (Staustellen zwischen Hofolding und Irschenberg).

Anfahrt von München:

  • Über die Autobahn A8 (Salzburg) ab Ramersdorf 76 Kilometer bis zur Ausfahrt Achenmühle.
  • Weiter Richtung Achenmühle und im Ort der Beschilderung nach Samerberg folgen (RO9).
  • Nach 2,4 km links nach Grainbach abbiegen. Durch den Ort und weiter auf der Heubergstraße in Richtung Schöffau fahren.
  • Die Beschilderung ist ab hier nicht mehr sauber gegeben. Nach 1,9 km links abbiegen und nach 1,6 km nochmal links abbiegen. Ihr passiert dabei mehrere Wanderparkplätze. Aber wirklich erst am Ende, wenn es nicht mehr geht, habt ihr den Wanderparkplatz Gammern (GPS-Koordinaten 47°43’59.1″N 12°12’41.5″E Link zu Maps) erreicht.
  • Der Parkplatz ist kostenpflichtig: 3 €/Tag (2019)

Übernachten am Samerberg

*Werbung* Gitta und ich haben auf Einladung von Tourismus Chiemsee-Alpenland eine Übernachtung auf dem Samerberg im Hotel Post spendiert bekommen. Der Start war daher ein sehr angenehmer, da die Fahrtzeit zum Ausgangspunkt zum Waldparkplatz mit dem Auto eine recht kurze war (13 Minuten). Außerdem war noch genug Zeit bei der Aussichtskapelle bei Törwang noch vor dem Frühstück den Morgen zu begrüßen. Ganz toller Ausblick!
Zum Beitrag „Übernachten und Wandern am Samerberg (schöne Fotos)

Aufstieg aufs Feichteck

Gammern (880 Höhenmeter)/Wagneralm 1050 (Höhenmeter)/Feichteckalm (1310 Höhenmeter)

Der Wanderparkplatz ist für seine Lage ordentlich groß dimensioniert. Das liegt daran, dass man von Gammern eine Vielzahl von Touren starten kann, zum Beispiel auch auf den Heuberg oder das Kranzhorn. Entsprechend umfangreich der Schilderwald.

  • Zwei Aufstiegsalternativen bieten sich dort dem Wanderer an. Der breite Forstweg, der südlich ansteigt oder der Steinigere, der links (östlich) den Hang nach oben strebt. Wählt welchen ihr wollt, denn nach 300 Metern stoßen sie wieder zusammen. Wir haben uns für den rustikalen Aufstieg nach Osten entschieden, der 250 Metern weiter nach Süden schwenkt. Auf dem Forstweg bis zur Almwiese gehen und gleich am Anfang den linken Abzweiger wählen.
  • 230 Meter weiter, den Wandersteig links zur Wagner-Alm gehen. Über Almwiesen sehen wir schon die Wagneralm, die wir schnell erreichen. Für eine Einkehr fast zu früh. Aber warum nicht? Öffnungszeiten:
      • Mitte Mai bis Mitte Oktober Do ab 18:00 Uhr bei Schönwetter bis So/Feiertags 18:00 Uhr
      • November bis April, Sa, So, Feiertage ab 11:00  bis 17:00 Uhr
  • 80 Meter nach der Alm beginnt der Bergpfad  in Serpentinen etwa 200 Meter anzusteigen. Danach folgt der Weg nur eher moderat ansteigend nach Osten. Immer wieder schöne Ausblicke und Gelegenheiten innezuhalten. Den Almboden rund um die Feichteckalm sehen wir nach einem kurzen letzten Anstieg.
  • Hungrig? Wenn ihr Lust habt, könnt ihr von hier einen Abstecher zur Feichteckalm machen. Aber lasst euch nicht irritieren, die Alm welche euch als Erste anlacht, ist nicht die Richtige. Die Feichteckalm befindet sich 250 Meter dahinter. Öffnungszeiten täglich von Juni bis Ende September von 10.30 Uhr bis 20.00 Uhr.
  • Den Entspurt. Der Wanderweg verläuft ab hier 800 Meter entlang des Waldsaums links von euch bis zum Ziel.
  • Wir waren in keiner Alm und haben lieber die Brotzeit selbst auf den Berg geschleppt. Wasser aus der Thermosflasche, einen Apfel, belegte Brote und Pfefferknacker. Herrlich, besonders mit Aussicht!

Abstieg über die Feichteck Nordostflanke

  • Mitte Mai lag noch kurz hinter dem Gipfel ordentlich Schnee, der sich beim Aufstieg vor uns größtenteils versteckt hat. Mit den Steckern die Balance haltend und die Hacken in das Weiß stoßend steigen wir die Nordflanke des Berges hinab und zwischen den Bäumen hindurch, bis wir am Sattel oberhalb der Plöcheralmen aus dem Wald kommen.
  • Die Hochries ist von hier gar nicht mehr so weit. Wer den 1.569 hohen Berg erklimmen will ist nicht schlecht beraten, wenn er den Abstieg wie wir wählen, sollte er das Auto am Waldparkplatz stehen haben.
  • Am Sattel folgen wir dem Wegweiser  zum „Waldparkplatz“ in nordwestlicher Richtung. Wir sind froh, dass wir den Aufstieg über den Süden gewählt haben, da es hier ebenfalls noch viel Schnee hat. Der Schneebruch hat im Wald seine Spuren hinterlassen. Wild liegen hier die Bäume über den Boden. Nach 950 Metern stoßen wir auf die Sachrinnsteig Jagdhütte. Von hier geht es auf Forstwegen unterhalb des Feichteck-Gipfels nach Süden 350 Meter zur Steineck Jagdhütte. Sackgasse, den Weg links 1,7 Kilometer folgen, bis sich der Kreis unserer Wanderung schließt.
  • Auf der Forststraße die wir bereits zur Wagneralm gewandert sind, erreichen wir nach 750 Metern wieder den Wanderparkplatz.

Die Tourenkarte

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