Weihnachtliches Outdoor-Cooking mit Glüh-Gin, und Erbseneintopf

Die Weihnachtszeit kann so schön sein, wenn man sie wirken lässt. In Bayern wird sie auch die „staade Zeit“ genannt, auch wenn sie meist genau das Gegenteil ist. Ein adventliches Outdoor-Cooking mit Glühwein und etwas Gescheitem zu Essen ist genau das Richtige, um etwas Ruhe und Abstand vom lauten Jahresendstress zu finden. Außerdem: Ein Lagerfeuer ist genau das Gegenteil zu blinkender Lichterkette und Heizpilz, nämlich echt, archaisch und wirklich besinnlich!

Auch wenn wir bei unserem Outdoor-Cooking aus dem Vollen geschöpft haben, am Ende reichen auch ein Lagerfeuer und eine Thermoskanne mit etwas Warmen.

Checkliste fürs Winter-Outdoor-Cooking

    1. Entscheidend ist der Platz. Ideal ist eine Feuerstellen an einem Fluss, damit ihr am Ende jede Glut sicher mit Wasser löschen könnt. Wenn er etwas im Verborgenen liegt, stören keine Zaungäste oder Autos. Trotzdem ist es praktisch, wenn man gut in die Nähe kommt. Je nach Equipment kann es einiges zu Tragen geben. Ach ja: Nicht überall darf ein Lagerfeuer entfacht werden!
    2. Es kann zapfig kalt werden. Warm anziehen sollte eigentlich selbstverständlich sein.
    3. Bereitet daheim die Arbeitsschritte weitgehend vor. In der Kälte will keiner Zwiebeln schneiden oder Flammkuchenteig ausrollen. Was lange dauert, wird daheim gemacht und vor Ort aufgewärmt. Ein Holzbrett für dies und das, ist Gold wert, sofern ihr nicht noch Platz für einen Klapptisch unter dem Arm habt.
    4. Nehmt einen Schirm oder eine Plane mit, die bei einsetzenden Schneefall oder Regen euer Material schützt.
    5. Musik kann helfen, das Rauschen des Waldes oder des Wassers zu übertönen. Ein bisserl Musik kann aber auch ganz stimmungsvoll sein.
    6. Wir haben unsere trockenen und abgelagerten Holzscheite und Zunderholz/Anzünder selbst mitgebracht. Könnt ihr witterungsbedingt und von der Schneelage her entscheiden.
    7. Abhängig vom Standort, hilft eine Feuerschale das Feuer besser zu kontrollieren, den Untergrund zu schönen und die Asche ohne große Rückstände dorthin zu entsorgen, wo es sicher ist und das Auge nicht stört.
    8. Überlegt, wann ihr mit dem Outdoor Cooking starten wollt. Am Tag ist das Kochen leichter zu organisieren und weniger kalt. Vielleicht wählt ihr auch die einbrechende Dunkelheit. Am Abend ist es auf jeden Fall sehr stimmungsvoll! Fackeln, Laternen oder Schwedenfeuer sorgen für etwas mehr Licht. Taschenlampen nicht vergessen!
    9. Einer muss fahren. Sorgt für warme Getränke „ohne Schuss“ damit ihr wieder gut nach Hause kommt.
    10. Euer Outdoorcooking Material:
      • Minimalistic: Thermoskanne mit Glühwein
      • Basic: Grillgitter, Lagerfeuer Kaffeekanne
      • Advanced: Raketenofen, Bratpfanne aus Schmiedeeisen, Dutch Oven

Rezept für Glüh-Gin für Nicht- Autofahrer

Zum Aufwärmen und für die Zeit zum Überbrücken bis das Essen fertig ist, braucht der Mensch natürlich was warmes in die Tasse. Und da überall gerade Gin in jeder Form getrunken wird, dachten wir uns, warum nicht Glüh-Gin statt Glüh-Wein. Als Zutaten für den Glüh Gin brauchen wir:

  • 250ml Gin (nicht die teuerste Sorte)
  • 500ml Apfelsaft
  • Ingwer in Scheiben
  • 1l Grapefruitsaft
  • 2 Orangen
  • 5 Zimtstangen
  • 5 Sternanis

Zuerst gießen wir die Säfte in einen Topf und erwärmen diese langsam, nicht kochen, nur langsam erhitzen. Den Saft einer Orange habe ich ausgepresst und hinzugefügt. Dann könnt ihr die Zimtstangen und Sternanis dazu geben. Das Ganze soll nun 30 Minuten ziehen, und dass nur bei geringer Temperatur. Am Ende haben wir den Gin hinein gegeben, um zu verhindern, falls es doch mal köcheln sollte, dass der Alkohol verfliegt. Je nach Geschmack kann den Glüh-Gin auch noch mit Zucker ein wenig gesüßt werden. Am Ende kommen noch in Scheiben geschnittene Orangen dazu, die man mitziehen lässt. Wenn man mehr Zeit hat, kann man ihn mit den Gewürzen noch länger ziehen lassen, dann wird der Geschmack noch intensiver.

Wir haben den Glüh-Gin in unsere blaue Outdoor Teekanne gegossen und langsam auf dem Raketenofen erhitzt. Er schmeckt sehr fruchtig und einfach mal anders als immer der stinknormale Glühwein. Lasst es euch schmecken!

Rezept für eine herzhafte Erbsensuppe

Wenn man draussen in der Natur ist, braucht man eigentlich immer was Handfestes, um auch richtig satt zu werden. Deshalb passt eine klassische Erbsensuppe hervorragend zum Outdoor-Cooking. Wir haben sie daheim zubereitet und im Dutch Oven.

Die Zutaten:

  • 500 g Schälerbsen
  • 50 g Speck
  • 1 Zwiebel
  • 2 Karotten
  • 2 Kartoffeln
  • 1/2 Lauch
  • Ein Stück Knollensellerie
  • Petersilie
  • Brühe
  • Wiener

Zuerst haben wir die Schälerbsen ca. 45 Min. in Wasser bedeckt köcheln lassen. In einem weiteren Topf haben wir zuerst den Speck angebraten, ihn danach wieder rausgenommen, dann eine Zwiebel in dem Speckfett gedünstet und dann das klein geschnittene Suppengemüse angebraten. Die klein geschnittenen Kartoffeln dazu geben. Dann mit einen Liter Gemüsebrühe aufgießen und aufkochen. Sollte es zu wenig Wasser sein oder zu dick, dann gerne noch mehr Brühe hinzufügen. Die Schälerbsen haben wir auch hinzugegeben und alles ca. 20 Minuten köcheln lassen. Wer gerne eine Fleischeinlage hat, kann am Schluss noch klein geschnittene Wiener und oder Speck dazugeben. Und ganz am Schluss kommen noch die Kräuter, die Petersilie klein gehackt, die immer erst ganz zum Schluss zum Essen gegeben werden. Guten Appetit!

In die Dunkelheit hineinhorchen

Du hörst das knacken des Feuers während die Dunkelheit dich umschließt. Während die Flammen so vor uns in die Nacht hintanzen, lässt sich mit einer mit einer Tasse Glüh-Gin gut in den Winterwald hineinhorchen. Genießt es, so lange Euch warm ist!

Outdoor-Adventskalender

Diesen Beitrag haben wir als 16. Türchen des Outdoorblogger Adventskalender-2017 geschrieben.

Zu Türchen vor- und nach uns 🙂

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