Chiemgau Erlebnis-Wanderung auf die Ratzinger Höhe

(Wanderung, 7,3 oder 10 Kilometer) Manche Wanderungen müssen einfach für alle sein: Du hast die Kinder dabei, die Abwechslung wollen und ältere Herrschaften, die es vielleicht etwas gemütlicher haben wollen, oder Gäste, denen du ein bisserl die bayerische Bilderbuchlandschaft zeigen willst. Vielleicht bist du aber auch allein unterwegs, weil du den Kopf freibekommen möchtest. Die Wanderung auf die Ratzinger Höhe ist in der Basis-Version 7 Kilometer lang und etwa 10 Kilometer, wenn du zum Aussichtsturm weitergehst. Egal aber wie weit du gehst und wer dich begleitet, ich glaube, dass du mit dieser Wanderung fast alle glücklich machen kannst.

Da erwartet dich auf der Ratzinger-Höhe Wanderung

  • Die Runde ist enorm abwechslungsreich, auch wenn du den gleichen Weg zurückgehst, wie du gekommen bist. Der Erlebnisweg wartet mit vielen 14 kleinen und größeren Überraschungen auf dich, davon ein Lehrbienenstand, Mammuthe aus Schwemmholz, ein Kletter-Findlinger für Kinder, und vieles mehr.
  • Im Fritzenhof kann man unterwegs Obstsaft und Brände aus eigener Herstellung kaufen.
  • Tolles Panorama über die Chiemgauer Alpen und den Chiemsee.
  • Einkehrmöglichkeit am Berggasthof Weingarten mit großen Kinderspielslatz

Anfahrt mit nach Rimsting

Anfahrt mit dem Auto: Über die Autobahn A8 sind es von Rammersdorf etwa 86 Kilometer nach Rimsting, für die man bei guter Verkehrslage eine knappe Stunde braucht.  Am schnellsten geht es über die Autobahnausfahrt Bernau und Prien am Chiemsee. Wir parken am Friedhofsparkplatz in der Westenstraße (Google Link) in Rimstig, von wo man schon einen ganz guten Eindruck über die schöne hügelige Landschaft bekommt.

Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: Fahrt mit der Bahn bis Prien. Von dort mit dem Regionalbus 9510 oder Ringbuslinie bis Rimsting Ort. Die Ringbuslinie fährt auch am Wochenende (Ende Mai bis Anfang Oktober).

Losgewandert in Rimsting

Um auf den Erlebniswanderweg zu kommen, geht ihr zuerst rechts über die Wiese oder links am Friedhof vorbei, der südlich in einem Hohlweg verläuft. Bevor es zur Ratzinger Höhe hinauf geht, schlendern wir zuerst gemütlich ins Ur-Priental hinunter, wo zwischen saftigen Wiesen der Westenbach hindurch mäandert. Nur wenige Meter daneben: Ein ausgewachsenes Mammut! Knorrig und riesig steht es da, den Rüssel und seine Stoßzähne in den Himmel reckend. Statt einem Fell bestehen seine Umrisse allerdings aus Schwemmholz, was die Künstler Regina Jenne und Johann Bachinger geschaffen haben und uns daran erinnern, dass am Chiemsee bis etwa vor 12.000 Jahren diese Giganten gelebt haben.

Spannend ist es hier nicht nur für Kinder, die hier auf Findlinge klettern, sich unter das Mammut stellen können und an der Wasser-Erlebnisstation experimentieren können, wie viel Wasser unterschiedliche Untergründe aufnehmen können. Ein Bankerl lädt ein, vielleicht hier eine kleine Zwischenjause einzulegen und die Sonne zu genießen.

Mammute im Chiemgau

Seit man 1975 im Gerhatsreiter Graben bei Siegsdorf 45.000 Jahre alte Mammut-Knochen gefunden hat, weiß man, dass im Chiemgau die behaarten Riesen gelebt haben. Seit dieser Zeit finden sich immer wieder Zeugen aus dieser Zeit. Mal ist’s ein Mammut-Backenzahn, den man in Urschalling entdeckt hat, oder ein Oberschenkelknochen und ein Stoßzahn bei Erlstätt. Ein komplettes Skelett kann man sogar im Mammutheum bei ScharamAlzing besichtigen.

Auf einer Infotafel des Erlebniswanderweges steht zu lesen, dass selbst während der Periode der stärksten Vereisung in der letzten Eiszeit das Gelände oberhalb der Gletschermassen im Sommerhalbjahr eisfrei war. In dieser „oberbayerischen Tundra“ wuchsen genügend Pflanzen, die einer Vielzahl von an das Klima angepassten Tieren als Nahrung dienten. Im Bereich des Inn-, Prien-, und Chiemsee-Gletschers lebten neben Mammuten auch Wollnashörner, Rentiere, Riesenhirsche, Wildrinder, Wölfe, Hyänen und Höhlenlöwen.

Der Weg durchquert das kleine Tal und führt sanft ansteigend durch das kleine Waldstück. Rechts und links des Weges warten dabei von Zeit zu Zeit sympathische und interessante Stationen über die Natur und seine Bewohner auf uns. Wieder im Freien und  hinter den Weilern von Huben wird der Feldweg zum Wanderpfad. Er durchquert die Wiese und steigt nun etwas steiler an.

„Platz der Stille“ am Wanderweg

Besonders schön: „Der Platz der Stille“. Auf die breiten Holzliegen passt schon mal eine ganze Familie. Während man von hier ganz entspannt auf die Berge blicken kann, haben die Kinder Gelegenheit entweder brav mit den Eltern zu kuscheln, oder den hohlen Baum zu erkunden. Nicht enttäuscht sein, wenn es dann nicht ganz so still ist. Als wir neulich schon wieder am Abstieg waren, hatten wir hier eine Familie getroffen, die es mit Ihren Kinden gerade mal vom Mammut bis hierher geschafft haben. Ist halt auch toll hier.

Der Wanderpfad kommt bei Osterhofen wieder aus den Wald. Aufpassen, hier gibt es Walnussbäume, die im Herbst noch voller Früchte hängen. Wer braune Finger nicht fürchtet und noch Platz in der Tasche hat, kann sich bedienen, sofern der Baum nicht auf sichtbaren Privatgrund steht.

Brotzeitplatz No. 1 auf der Ratzinger Höhe

Verirren ist hier kaum möglich, denn das Fremdenverkehrsamt hat hier jeden Weg bestens ausgeschildert. Wir halten uns an die Beschilderung „Ratzinger Höhe“, da wir uns die Einkehr am Berggasthof noch verdienen wollen. Also gehen wir an der Abzweigung an der Teerstraße rechts den Fahrweg nach oben und nicht runter, da es von hier nur noch 600 Meter bis zum Schaubienenstand sind. Wer es schafft, am „Fritzenhof“ vorbeizugehen und nicht vom eigenen Apfelsaft zu trinken, ist selbst schuld.

Fritzenhof

Seit 1967 verarbeitet die Familie Rappel Produkte aus regionalem Streuobst. Im kleinen Hofladen könnt ihr Mi. bis Fr. 14.00 – 18.00 Uhr / Sa. 9.00 – 12.00, 14.00 – 18.00 Uhr Selbstgebranntes, Obstsäfte und Essig kaufen. Tipp: Kauft euch ein oder zwei Flaschen Apfelsaft und genießt ihn am Brotzeitplatz #1 mit Blick auf das Chiemgau.

Am Fritzenhof geht es in westlicher Richtung weiter. Am am nur unweit entfernten Schaubienenstand gibt es bei schönem Wetter durchaus ein Gedrängel um die schönsten Plätze, denn hier ist der „Brotzeitplatz No. 1“. Hier schmeckt jedes Butterbrot doppelt so gut und eine Schorle so gut wie Champagner. Das ganze Chiemgauer Panorama breitet sich vor uns aus und die Kampenwand mit ihrer markanten Silhouette meint es besonders gut mit uns. Kurz: ein Traum!

Ach ja, ihr könnt Euch hier auch über Bienen informieren. 🙂

Wenn ihr Euch losgerissen habt, ist der Genuss jedoch noch nicht zu Ende. Am Waldrand etwa 120 Meter südwestlich lässt sich der Blick aufs Schloss Herrenchiemsee über ein stationäres Fernrohr begutachten. Folgt der nahen Teerstraße 500 Meter in südlicher Richtung bis man nur nach Westen oder Osten weitergehen kann. Nach Westen geht ihr, wenn ihr zum Aussichtsturm wollt (weitere 1,2 Kilometer). Links geht es über den Berggasthof Weingarten zurück. Nehmt dabei den gleichen Weg, den ihr gekommen seid. Beachtet die Ausschilderung.

Die Wanderung macht Freude, besonders wenn das Wetter gut und die Fernsicht klar ist. Beachtet das bei Eurer Planung, denn für maues Wetter ist vermutlich die Anfahrt zu weit. Tipp: Wenn ihr den Tag voll auskosten wollt, startet früh und macht einen Abstecher mit den Schiff auf die Fraueninsel.

Kleine Orientierungshilfe

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