Wanderung vom Kloster Beuerberg zur Loisachschleife

Zum Glück hat eine ehemalige Kollegin mit einer Freundin die „Klosterküche“ im Kloster Beuerberg übernommen, was uns neugierig gemacht hat, Kloster und Garten anzusehen und nebenbei die nähere Umgebung auszukundschaften. Und es hat sich gelohnt! Beuerberg und sein Kloster haben eine mehr als reizvolle Lage, die jedem Bayern-Bildband zum Kassenknaller machen. Trotzdem haben wir für den knapp 9.5 Km langen „Wanderspaziergang“ zwei Anläufe für schönere Feldwege oder ruhigere Landstraßen mit optionaler Kuchenverpflegung gebraucht.

Losgewandert an der Klosterstraße, 82547 Eurasburg/Beuerberg

Das Auto könnt ihr vor dem Pfarramt in der Klosterstraße oder um die Ecke parken. Es gibt meist genug davon. Wer sich noch vor dem 16. Oktober 2016 auf den Weg macht, sollte die Möglichkeit nutzen, nicht nur die Ausstellung „Klausur“, sondern auch der Gastronomie einen Besuch abzustatten.

Das Kloster Beuerberg:

Nach 170 Jahren haben sich die letzten 14 Salesianerinnen von der Heimsuchung Mariens entschlossen in zwei Altenheime zu ziehen, nach dem Schwester Innocentia 2013 gestorben war. Das für 60 bis 70 Nonnen ausgelegte Kloster war zwischen 1846 und 1938 eine Mädchenschule und Müttergenesungsheim, später ein Erholungsheim für Senioren. Im Oktober 2014 wurde es vom Erzbistum München und Freising übernommen.

Zwei Jahre nach dem Auszug der Schwestern zeigt das Freisinger Diözesanmuseum in Beuerberg eine faszinierende Ausstellung über das Leben hinter den Klostermauern. So lässt sich bis Oktober 2016 erfahren, wie der asketische Alltag der Salesianerinnen gestaltet war und ein Blick in die kargen Zellen der Schwestern werfen, die einmal im Jahr neu zugelost wurden.

Im ehemaligen Refektorium ist derzeit die Klosterküche untergebracht, die für die Ausstellung wieder in Betrieb genommen wurde und „kulinarische Entdeckungen aus dem wiedererwachten eigenen Gemüsegarten und von regionalen Erzeugern“ bietet.

Erst mal runter zum Gasthof zur Mühle

Wir gehen zuerst an der Klostermauer an der Königsdorfer Straße entlang und biegen bei nächster Gelegenheit in den Herrnleitenweg ab, der direkt auf die Marienkirche mit dem kleinen Friedhof zuführt. Der Weg wird schmaler und führt zwischen Hang und Klosterwirtschaftsgebäuden nach Süden, wo er sich rasch der Loisach nähert. Beim Gasthof zur Mühle teilt sich der Fluss in den weiteren Isar-Loisach-Kanal. Auf der Terrasse sitzen Gäste, die sich gerade solide Hausmannskost schmecken lassen. Hier wird nicht experimentiert, sondern bayerische Standards aufgetischt. Wähle zwischen Askese oder Genuss. Wenn auch das Wasser noch so lustig über das Wehr spitzt, ist es für einen Stop noch etwas früh. Vielleicht ist es noch besser zu warten, bis du auf dem Rückweg wieder hier vorbei kommst und einer der Tische frei ist.

Am „Loisachweg“ schreiten wir nach Norden bis wir rechts auf die Straße nach Oberherrenhausen stoßen. Einen Rechtsbogen beschreibend gelangen wir nach wenigen hundert Metern auf die beiden Brücken über Loisach Altfluss und Kanal. Von hier genießen wir erst einmal den malerischen Blick auf die Dächer und Türme des nahen Klosters.

Die Loisach: Isar – Donau – Schwarzes Meer

Mit ihren 113 Kilometern ist die Loisach, wie die Isar, eigentlich ein Tiroler. Sie schlängelt sich zuerst durch Garmisch, dann über Farchant, Eschenlohe, Großweil bis in den Kochelsee, wo sie etwas verweilt. Über Kochel, Beuerberg, Eurasburg gelangt sie etwa 10 Kilometer weiter in Wolfratshausen, als zweitgrößter Nebenfluss der Isar, der dann in die selbige fließt.

Zur Loisachschleife kommen wir, indem wir auf der östlichen Flussseite den Feldweg nach Süden nehmen. Am Wehr genießen wir noch einmal die Sicht über das Wasser auf den Turm, der auf der Anhöhe stehenden Marienkirche. Ist es Einbildung? Es scheint, als ob es hier nach Grillfleisch riecht. Kommt der Duft vom Gasthaus zur Mühle. Wir finden es nicht heraus, da der Fluss uns trennt.

Die Loisach beschreibt eine scharfe Linksbiegung, dem sich der Weg anpasst.  Etwa 500 Meter weiter folgen wir linksabbiegend dem Feldweg, der sich den Hang hinaufzieht. Um an den Schaberer Weiher zu kommen, halten wir uns am kleinen Teerstrasserl, auf das wir bald stoßen. nach rechts.

Wiesenflughafen und Schaberer Weiher

Schon vor dem ersten Besuch ist mir beim Studium der Landkarte dort das Zeichen für einen Flughafen aufgefallen. In der Wiese sah ich allerdings nur eine Scheune, ein Schild in weiter Entfernung, für das zu Lesen ich nicht das Gras niedertrampeln wollte, und einen länglich gemähten Streifen, der vielleicht eine Landebahn sein konnte. Diesmal  hörten wir zuerst ein Brummen in der Luft, sahen einen Schatten und danach ein Flugzeug, was zum Landeanflug ansetzte und zur kleinen Scheune zurollte. Tatsächlich ein „Flughafen“. Weitere Infos Fehlanzeige. Das Web ist auch nicht sehr ergiebig (wer mehr darüber weiß, kann es mich sehr gerne wissen lassen).

Der Schaberer Weiher liegt praktisch um die Ecke. Er gehört dem Fischereiverein Geretsried, die in dem wunderbaren Wasser vermutlich kapitale Forellen angeln. Wir setzen uns auf eine der Bankerl und sehen auf das Wasser. Um von hier in den Schaberer Wald zu kommen, muss man nur den Weg rechts am Weiher vorbei folgen. In dem kleinen Waldstück queren wir auch einen kleinen Bach, der sich unlängst noch schaumkronenschlagend durch die Röhre gezwängt hat. Heute aber ist er friedlich.

Nach Querung des kleinen Forstes halten wir uns links am leicht ansteigenden Waldrand.  Oben sieht man bereits die kleine Straße nach Oberherrenhausen und den Feldweg, der von dieser nach links abzweigt. Genau darauf halten wir zu, indem wir dem Saum der beiden Wiesen folgen.  Ab hier geht es nun wieder in nördlicher Richtung weiter. Zuerst etwas über Wiesen, dann im Wald eintauchend. Doch es sind nur etwa 800 Meter bis wir wieder auf das Straßerl nach Oberherrenhausen stoßen.

Entscheide dich: Folge der Straße nach links, um in Oberherrenhausen 14 einen Stop in Rosis Cafe zu machen. In einem Einfamilienhaus ist ein kleines Wochenend-Café mit selbstgebackenen Kuchen untergebracht. Danach gehst du auf der Teerstraße 700 Meter nach Norden in Richtung Unterherrenhausen, wo du wieder auf den anderen Weg stößt. Müde und du willst abkürzen? Gehe nach Süden. Der Weg führt am Anglberg zurück zu der dir bereits bekannten Loisachbrücke.

Gut Waltersteig und Isar-Loisachkanal

Gehe geradeaus, um dich im Gut Waltersteig am Anblick von kapitalem Rotwild zu erfreuen und dich für den schöneren Weg zu entscheiden. Im Gut Waltersteig kann man im Winter selbst Christbaum schlagen oder sich ab dem zweiten Dezember mit Hirschgulasch versorgen. Im Urbarbuch des Propstes Saxo IV Konrad wird Waltersteig bereits  im Jahre 1354, wenngleich das Gut nach einem Brand 1868 neu aufgebaut wurde. Wir queren das Gut und kommen dahinter an der Christbaumpflanzung vorbei und halten uns beim nächsten Weg links, der uns nach Unterherrenhausen führt. (Hoffentlich) glückliche Truthähne begrüßen uns mit skeptischem Gurren.

An der Kreuzung folgen wir der Straße nach Eurasburg. Die Straße ist etwas breiter, aber nicht stark befahren. Einfach 700 Meter den Hang zur Loisach hinuntergehen, und gleich nach der Brücke links auf den Feldweg am Kanal einbiegen. Hier begegnet uns der ein oder andere Radfahrer, denn der Dammweg lädt zum bequemen cruisen ein. Doch auch zu Fuß ist der Weg schön zu wadern, obwohl es hier eher gerade zurück nach Süden geht. Der Kreis schließt sich an der Brücke.

Du kannst dich nun ein letztes Mal entscheiden, ob du den Wonnen vom Gasthof zur Mühle abermals entsagst oder dir vielleicht doch im Lichte der Nachmittagssonne ein kühles Bier, einen Cafe oder einen deftigen Schweinebraten gönnst (wenn noch einer da ist).

Um zum Auto zu gelangen, kann man den Fußweg rechts der Klostermauer folgen. Vielleicht hast du Lust doch lieber das Licht auf der Klosterterrasse zu genießen. Das wäre aber wirklich deine allerletzte Genuss-Entscheidung auf dieser Tour.

Kleine Orientierungshilfe

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Vom Kloster Beuerberg über die Loisachschleife nach Waltersteig: 9,43 Kilometer

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| | km | | /km | +m -m (netto: m) | GPX-Datei herunterladen GPX-Datei herunterladen
PARKPLATZ: 47.828437, 11.411431
GASTHOF ZUR MÜHLE: 47.829976, 11.412692
ROSIES CAFE: 47.842701, 11.422852
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