Der Jochberg (1565 m): Traumwandern zwischen Walchen- und Kochelsee

(Rundwanderung, 10 Kilometer) Zugegeben, der Vergleich mit dem Preikestolen hinkt etwas, doch einige Parallelen mit dem norwegischen „Predigtstuhl“ kann man nicht von der Hand weisen. So zum Beispiel der Aufstieg, der mit zwei Stunden nahezu genau solange dauert, das Wikingerdorf „Flake“ (Mehr Infos), von wo das Wasser zum Bergsteiger nach oben blinkt und der Fernblick, bei dem man erschauert. Vielleicht sind es aber auch die Karawanen von Bergwanderern, die bei schönem Wetter wie an einer Perlenkette zum Gipfel streben. Geheimtipp? Ned wirklich, denn der Jochberg ist einer der schönsten Aussichtsberge und von München aus verflixt gut zu erreichen.

Wenn du dich auf diese Jochbergwanderung machst, wirst du nach etwa vier Stunden Gehzeit 10 Kilometer auf den Schuhen haben und am Abend von den Eindrücken schwärmen.

Losgewandert an der Kesselbergstraße

Als wir um 9:45 bei schönstem Septemberwetter am Kesselberg ankommen, haben wir Glück, gerade noch einen der letzten Parkplätze an der ersten unteren Kehre vom Kesselbergsattel ergattern zu können. Wir wollten eigentlich früher los, aber wir haben den Zeitpuffer beim Frühstück und Broteschmieren verloren.

Der Einstieg zum Berg befindet sich ziemlich genau auf Passhöhe, von wo er links in den Bergwald führt.  Mit den gelben Zeit und Zielangaben ist der Wegweiser nicht zu verfehlen und der Pfad durch den schattigen Bergwald mehr als eindeutig. Wer auch immer für den Ausbau des Weges verantwortlich war, er hat einen souveränen Job gemacht, denn der Aufstieg fühlt sich manchmal wie pausenloses Treppensteigen an. Sanftes Ansteigen ist es nicht, denn es geht durchaus flott nach oben. Der Jochberg ist ein demokratischer Berg, denn beim Aufstieg begegnen uns alle erdenklichen Wanderfexe jeden Alters mit und ohne Kind. Irgendwie haben alle die gleiche Geschwindigkeit. Mal überholen wir oder werden von den gleichen Nasen wieder überrundet. Selbst unser Hund Pelle hat einen Hundefreund für den Aufstieg gefunden. Immer häufiger kommen uns Wanderer entgegen, die wohl schon sehr viel früher losgegangen sind.

Nach etwa 50 Minuten erhaschen wir den ersten zaghaften Blick hinunter zum Kochelsee. Die Vormittagssonne spitzt durch den Wald und verleiht uns Flügel. Als wir nach etwa einer Stunde dreißig die Baumgrenze hinter uns lassen, wird mit jedem Schritt der Ausblick schöner. Wir bleiben stehen und sehen in alle Richtungen. Die Vorfreude steigt auf den Gipfel, doch die letzten Meter sind immer die anstrengendsten.

Nach einer Stunde und 50 Minuten sind wir endlich am Gipfel. Auch wenn wir nicht alleine sind, verkraftet der großzügige Gipfel mit seinem Kreuz Gott alle Wanderer. Wir klatschen das Kreuz ab und identifizieren in der Ferne den Walchensee, Kochelsee, Riegsee, Staffelsee, Starnberger und Ammersee. Die Brotzeit schmeckt göttlich.

Beinahe verschandelt:
Der Jochberg und das Pumpspeicherkraftwerk

In südlicher Richtung finden wir neben dem Tal der Jachenau unter uns auch die bewirtschaftete Jocher-Alm. Es ist kaum vorstellbar, dass man 2013 ernsthaft in Erwägung gezogen hatte neben der Jocheralm ein Pumpspeicherkraftwerk zu bauen, was etwa so groß wie 30 Fußballfelder (Bild) gewesen wäre.  Lt. Wikipedia sollte es zur Stabilisierung des Stromnetzes die Leistungsspitzen aus regenerativen Energiequellen kurzfristig speichern und diese bei erhöhtem Bedarf dem Netz wieder zuführen. Aus Kostengründen wurde das Projekt Ende 2014 gestoppt. 600 Mio. €.

In der BR-Mediathek befindet sich hierzu ein sehenswerter Sendebeitrag (Sendung)

Runter gehts über Sachenbach Urfeld

Zur Jocher-Alm gelangen wir, indem wir auf dem gleichen Pfad wieder ein Stück retour gehen und uns an die Beschilderung halten.
Wer bei der Alm einkehren muss, da er an seiner Brotzeit gespart hat, oder das Getränk nicht selbst im Rucksack nach oben schleppen wollte, durfte sich auf eine längere Wartezeit einstellen. Wir haben am Gipfel gegessen und durchqueren somit die Terrasse und halten uns am Zufahrtsweg rechts Richtung Urfeld, um bereits nach etwa 500 Meter rechts auf den Fußsteig abzubiegen. Der Pfad schneidet die Serpentinen zunächst ab, um uns dann auf sehr schotterigem Untergrund immer näher dem Walchensee zu führen.

Durch den Wald sehen wir wie zahlreiche Surfer den Nachmittagswind nutzen und über die Wasserfläche gleiten. Als wir am Seeufer ankommen, lassen wir uns zunächst auf den Kiesstrand fallen und werfen Pelle ein paar Stöckchen ins Wasser . Die frühe Nachmittagssonne ist angenehm. Wir kratzen aus dem Rucksack, was an Leckerlies noch übrig ist. Nach Urfeld sind es von hier etwa 30 Minuten oder knapp zwei Kilometer.

Der Teerweg zurück  ist nach dem durchaus kräftezehrenden Abstieg mehr als einfach zu bewältigen. Ab und zu machen wir ein paar Fahrradfahrern den Weg frei. Es geht flott in der Sonne dahin. Um zum Auto zu gelangen müssen wir in Urfeld allerdings wieder zwei Serpentinen nach oben gehen. Der Weg geht teils direkt an der Fahrstraße, aber zum Glück nur eine kurze Zeit.

Fazit: Ein Super-Berg, der nicht ohne Grund viele Wanderer anzieht. Daher am Besten früh aufstehen, früh oben am Berg sein und bei der Heimreise den Stau den Nachzüglern überlassen.

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JOCHBERGWANDERUNG

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JOCHBERGWANDERUNG: 47.617719, 11.359380

 

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