Wanderung über die Thanninger Weiher zum Spatenbräu-Filz

(Länge der Wanderung 10,5 Kilometer) Noch am Samstagmorgen hab ich mich wie ein Achtzigjähriger gefühlt. Beim Einräumen von Flohmarktkrempel ins Auto den Rücken verrissen. Die Folge: Hunderunde in gebückter Haltung, Wärmflasche ins Kreuz und hoffen, dass die Tour am Sonntag nicht ins Wasser fällt. Die Planung: eine Wanderung von 10,5 Km, gerade lang genug für einen Nachmittag, zumindest wenn man sich rechts und links des Weges noch mal umsehen möchte. In den Sinn kam mir der Zusammenschluss von zwei kleineren Spaziergängen, die als Zusammenschluss nahezu alles hat was uns gefällt: Bachtal, Weiher, Moor. Auch wenn die Thanninger Weiher bestimmt kein Geheimtipp mehr sind, kennen die Meisten das Spatenbräu Filz in der Nachbarschaft nicht, ein renaturiertes Moos, was uns stets an Schweden erinnert. Das könnte evtl. noch als Insider-Tipp durchgehen. Der Rücken war durch die kurzzeitige Wärmetherapie rechtzeitig wieder hergestellt. Also rausund Wandern!

Losgewandert in Frasshausen, Zum Kögl, 83623 Dietramszell

Startpunkt war Fraßhausen, wo man von München aus kommend rechts „zum Kögl“ abzweigt. Von hier bis kurz vor den alleinstehenden Bauernhof fahren und das Auto abstellen. Ab hier gehts zu Fuß weiter. Einfach dem Weg südlich durch das Gehöft folgen, der alsbald hinunter ins Moosbachtal führt. Es begegnen uns Wanderer mit ihrer Mutti, die sich mit ihrem Rollator den Berg hinauf quält. Auf ihre Frage, nach dem Weg muss ich sie leider in die gegengesetzte Richtung schicken. Sie haben sich beim Abzweiger im Talgrund für die falsche Hangseite entschieden. Wie biegen richtig ab, nämlich nach rechts. Wo im Frühjahr alles voller Leberblümchen blüht, liegt noch Schnee. Der Weg führt entlang sumpfiger Wiesen nach Norden. Luxusstille. Kein Autorauschen dringt an unser Ohr. Allerdings auch kein aufbruchverheissendes Singen der Vögel. Die Richtung ist klar, alle Pfade und alle Wege führen zum Thanninger Weiher. Aus Sumpf wird Schilf, dem Schilf folgt der erste der drei Fischgewässer, die im 18. Jahrhundert der Abt von Schäftlarn hat anlegen lassen. Klein sind die Weiher nicht, was erklärt, dass hier auch „Monster-Waller“ von bis zu 140 cm geangelt werden.

Such dir Deinen Weg

Ab und an begegnen uns Spaziergänger, davon viele Familien mit ihren Kindern. An sonnigeren Tagen ist bestimmt mit einem größeren Aufmarsch von Frischluftschnappern zu rechnen. Sie haben ja auch recht, es ist hier auch wirklich schön: viel Natur, Wasser und Bäume bis ans Ufer. Gelegentlich laden kleine Pfade ein, direkt am Ufer seinen Weg zu suchen. Dem einen Weiher folgt der Nächste. Wer will kann am Stauufer die Weiherseite wechseln. Am Tal-Ausgang grüßt der Kirchturm der namengebenden Gemeinde Thanning.  An ihm orientieren wir uns, indem wir noch eine Weile dem Moosbach auf der Teerstrasse nach Westen folgen. An der Hauptstrasse, (erfreulich wenig Verkehr) halten wir uns erst mal links. Eigentlich hatten wir uns gefreut, beim Thanninger Wirt eine Pause einlegen zu können, doch die Wirtschaft hat seinen Betrieb eingestellt. Das ist nicht nur schade, da zu einem Dorf auch ein Gasthaus gehört. Und natürlich eine Theatergruppe, die das lokale Publikum mit Stücken wie „Ein Engel namens Blasius“ verwöhnt. Mit der Wirtschaft wurde aber auch die Bühne rausgerissen, die Zimmer vermietet und der Gastraum wird es wohl auch in Wohnungen umgewandelt. So bleibt nix wie es war. Wenigstens haben die Theaterer mittlerweile im alten Thanninger Schulhaus eine neue Bleibe gefunden.

An der Gräfin Justizia Straße, biegen wir recht ab. Am Ortsausgang lädt ein Bankerl mit schönen Blick über die grünen Wiesen ein. Man spürt, dass die Natur in den Startlöchern steckt. Jetzt fehlen nur noch ein paar Sonnenstrahlen. Nach kurzer Rast gehen wir auf der Nebenstraße nach Süden und verlängern nach etwa 700 Metern die Strecke auf dem weiterführenden Feldweg. Obacht, nach weiteren 550 Metern links abbigen (einziger Abzweiger nach links).

Spatenbräu-Filz

Das Spatenbräufilz ist ein ehemaliger Hochmoorkomplex mit umgebenden Streuwiesen im Landschaftsschutzgebiet Mooshamer Weiher in dem bis in die 60 Jahre Torf abgebaut wurde. „Hauptziel war es, das degenerierte Hochmoor vor der totalen Austrocknung und Bewaldung zu bewahren“, wie man auf der Website des Landesbund für Vogelschutz (LBV) lesen kann. Mehr als mehr als 3,5 ha völlig verbuschte Hochmoorflache wurde 1995 /95 von Fichten, Waldkiefern und Birken befreit sowie Entwässerungsgräben  verschlossen.

Die Arbeit zeigte bald erste Erfolge bei der Ausbreitung der hochmoorspezifischen Flora und Fauna. Wer sich im Sommer etwas Zeit nimmt, kann hier wunderbar Libellen und andere Insekten fotografieren oder im Moos gemütlich picknicken.

Zurück gehen wir über den Mooshammer Weiher (Kleine Orientierungshilfe) und den Waldweg, der uns zum gleichnamigen Dorf führt. Von hier halten wir Ausschau nach dem spitzen Kirchturm von Feldkirchen. Der kleine Ort liegt in nächster Nachbarschaft. Wie es sein muss, befindet sich gleich neben der Kirche der Wirt. Wer lange genug durchgehalten hat, kann sich hier endlich eine saubere Brotzeit gönnen.

Zum Auto sind es jetzt nur noch knapp zwei Kilometer. Am Oberland Transportbeton gehen wir schnell links vorbei in den Wald nach Osten. Bald schließt sich der Kreis, wo Mutti ihren Rollator den Weg hätte hinaufschieben müssen. Wir durchqueren das Tal und sind alsbald wieder beim Auto.

Fazit: Für das traurige Wetter war die Runde eigentlich viel zu schön. Aber egal. Wir freuen uns auf eine Wiederholung zur Libellen-Foto-Safari!

Kleine Orientierungshilfe

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Über die Thanninger Weiher zum Spatenbräu-Filz

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Parkplatz: 47.914645, 11.572809
Spatenbräufilz: 47.908827, 11.523339
Gasthof Hansch: 47.908101, 11.546502
Mooshamer Weiher: 47.904893, 11.523714
Thanninger Weiher: 47.921116, 11.551437
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