Isar-Wanderung von Strasslach zum Schäftlarner Brückenfischer

(Länge der Wanderung 11 Kilometer) Schon längere Zeit schlummerte diese Runde im Gedächtnispalast. Mit dieser Wanderung haben wir aber doch lieber auf ausreichenden Sonnenschein gewartet. Wirklich notwendig ist es für diese schöne und abwechslungsreiche 11 Km Wanderung eigentlich nicht, aber um Biergarten, Wasser und Fernblick umfänglich genießen zu können, ist gutes Wetter ein entscheidender Vorteil.

Im Familienverbund sind wir also ins nahe Strasslach gefahren und mit dem Auto einfach den Schildern der Gaststätte „zur Mühle“ gefolgt. Den Wagen haben wir am Parkplatz rechts, kurz vor der Abfahrt ins Isartal platziert.

Zum ultimativen Isarblick.

Wir halten uns zuerst am nördlichen Isar Hochufer. Der Weg führt durch einen freundlichen Laubwald, bis wir auf einen breiten Weg stoßen, der vom östlichen Strasslach kommend, den Hang zur Isar hinunterführt. Geradeaus folgen wir aber erst einmal den Fußpfad, der erst einmal die Höhe beibehält.

Der Pfad stösst alsbald auf einen Waldweg, der schnurgerade nach Westen und zu einem wunderbaren Platz führt, dem ultimativen Isarblick! Wir setzen uns auf die Bank und schauen ins Tal. Unendlich viel Grün in allen Farbschattierungen. Die Isar glitzert zu uns herauf, während wir die Silhouetten der ersten Sonnenanbeter auf den Kiesbänken erahnen. In der Ferne die Zugspitze und als einziges Zeugnis menschlicher Schaffenskraft machen die Türme und Dächer des Klosters Schäftlarn auf sich aufmerksam.

Wir schwelgen und ich bemerke, dass ich viel zu viele Fotos von diesen einem Motiv mache. Es ist noch viel zu früh für eine Brotzeit, doch hier können wir nicht nein sagen.

Irgendwann reissen wir uns doch los und gehen den Fußpfad in südlicher Richtung weiter, der teils steiler in Serpentinen den Hang hinunterfuhrt. Wir verlieren schnell an Höhe und stoßen am Fusse eines Talausläufers auf einen Kiesweg, den wir überqueren. Jetzt sind es nur noch wenige 100 Meter zum Biergarten „Zur Mühle“. Das wir bald angekommen sind merken wir, an dem zunehmenden Strom der Radler und dass ein flotter Fiat 500 mit offenen Schiebedach und einem schneidigen Bayern mit rot/weiß karrierten Hemd, Lederhose und seiner Freudin mit Pferdeschwanz vorbei rauscht. Auch die Neo-Bayern haben erkannt wo es schön ist. Die tatsächliche Ankunft läßt sich daran erkennen, dass sauteure Luxuskarren im Halteverbot direkt vor dem Biergarten parken. Praktisch nahe, daß der Halter mit einem Auge darauf aufpassen kann und sich mit dem Anderen an der Bewunderung der Besucher weiden kann. Auch wenn ich jetzt so süffisant daherschreibe, das Gasthaus mit Biergarten hat eine aussergewöhnliche Lage und einen besonderen Ausblick, nämlich auf Europas längste Floßrutsche.

What a Floßrutsche!

Ab Mai bis Anfang September fahren von Wolfratshausen die etwa 30 Kilometer lange strecke bis zur Münchner Floßlände (zur Wanderung). Die feuchtfröhliche, etwa sechs Stunden lange Fahrt mit Bier, Brotzeit und Blasmusik hat ihren absoluten Höhepunkt hier im Mühltal. Mit etwa 40 Km/h überwinden die Flöße und ihre bis zu 60 Passagiere die 360 Meter und 18 Meter Höhenunterschied. Am Ende gibts einen großen Platsch, bei dem die Fahrgäste häufig ordentlich naß werden. Die Biergartengäste johlenschaden froh.

Was heute reines Gaudium ist, wurde vom 13. bis is 19. Jahrhundert hauptsächlich zum Warentransport, teils unter großen Gefahren durchgeführt. Mit dem Georgenstein wartete z.B. etwas weiter Flußabwerts ein ganz fieser Floßkiller (zur Wanderung) in der Isar.

Transportiert wurden hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte, aber auch Holzkohle. Waren aus Italien wurden in Mittenwald auf die Flöße umgeladen. Die Fahrten gingen bis nach München, Freising, Landshut und Deggendorf. Ab dort konnte man auf der Donau sogar bis Wien und Budapest fahren. Ihre Blütezeit hatte die Isarflößere lt. Wikipedia zwischen 1860 und 1870. Unglaubliche 10.000 Flöße passierten 1864/1865 die Landeshauptstadt München! Die Eisenbahn beendete die Flößerei.

Kraftwerk, Biber, Brückenfischer

Heute fahren aber leider keine Flöße, es ist nicht mal Wasser in der Rutsche. Also das nächste Mal.
Wir überqueren die Brücke und gehen zum 1924 erbauten Kraftwerk, das heute von EON betrieben wird. Der Isarkanal strömt durch die Turbinen und erzeugen satte 11,2 MW. Links von uns der Kanal. Am Anfang ein kleiner Stausee, in dem Biber ihre Burg gebaut haben. Wer Zeit hat, kann hier einen Abstecher zur Isar und seinen Kiesbänken machen. Wir gehen Stromaufwärts.
Langweilig am Kanal zu gehen? Nöö. Wir sprechen und freuen uns auf eine weitere Brotzeit beim Brückenfischer.
Nachdem die Sonne so schön auf uns herunterbrennt, wissen wir, dass das Bier gleich besonders gut schmeckt. ;-).  Wir setzen uns in den nicht bewirtschafteten Teil des Biergartens. Die Preise sind moderat.

Mit Alpenblick zurück

Obwohl gestärkt, steckt nun die Müdigkeit in unseren Gliedern. Wir überqueren die Isarkanal-Brücke und folgen den Wanderweg nach Beigarten, der östlich den Hang hinauf führt und die Serpentinen der ST2071 abschneidet. Etwa 100 Meter müssen wir auf der Strasse gehen, bis wir an der „Villa Gletscherschliff“ den Wiesenweg nach Osten folgen. Ein kleines Schild gibt Auskunft, dass das ehemalige Jagdhaus aus dem Jahre 1912 auch Kulisse für den Film „Cabaret“ mit Liza Minelli war.

Löwenzahngelb strahlen die Weiden rechts und links von uns. Unsere nächste Zwischenstation Beigarten am östlichen Hochufer war der  „Bienengarten“ des Kloster Schäftlarns, was sich vom althochdeutschen Pigarthen ableitet. Inmitten blühDSC04015ender Apfelbäume entdecken wir einen Bienenstand wo es gehörig summt. Wir durchqueren den kleinen Ort und biegen am Gut Beigarten der Landeshauptstadt München links und somit nach Norden ab. Der Weg hält sich am Saume von Pferdekoppeln und Wiesen und gibt immer wieder tolle Blicke in das Isartal und die Berge frei.

Am nächsten Bauernhof, nach ca. 750 Meter, gehen wir kurzzeitig nach Osten, um beim nächsten Weiler den Kiesweg durch den Golfplatz in nördlicher Richtung zu schreiten.  Wieder geht es leicht bergab. Ein schöner Mischwald spendet Schatten. Die Bäume öffnen sich aber bald und wir sehen den Weiler Epolding inmitten der Felder. Der Wind streicht durch das junge Grün des Feldes. Schön hier und ruhig.

Unser Weg stößt nach einiger Weile auf die geteerte Zufahrtsstraße zum „Gasthaus zur Mühle“. Endspurt! Jetzt erneut den Hang hinauf was nicht schlimm ist, denn wir wissen, dass am Hochufer das Auto auf uns wartet. Bis dahin werden wir in der Spätnachmittagssonne aber noch von einigen Fahrradfahrern überholt.

Fazit: Eine tolle Runde die von ihren Ausblicken auf die Isar und die Berge lebt. Einkehrmöglichkeiten laden zum Verweilen ein. Uns hats Spaß gemacht!

Kleine Orientierungshilfe

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Wanderung von Straßlach zum Brückenfischer bei Schäftlarn

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| | km | | /km | +m -m (netto: m) | GPX-Datei herunterladen GPX-Datei herunterladen
Parkplatz: 48.000560, 11.499290
Zugspitz- und Isarblick: 48.004927, 11.486099
Biergarten zur Mühle: 47.997116, 11.485476
Alpenblick: 47.979954, 11.490583
Brückenfischer: 47.972413, 11.476657
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