Rundwanderung: Von Starnberg durch die Maisinger Schlucht zum Maisinger See

(Wanderung 12,3 Kilometer) Die Wanderung durch die Maisinger Schlucht ist eine unkomplizierte Klassikertour, welche Familien als Erstes mit ihren Kindern gehen und später als Rentner genießen. Wir, im Leben so mittendrin, gehen sie ab und an, da sie kurzweilig ist und landschaftlich einiges zu bieten hat. Mit einer Wirtschaft auf dem Weg ist sie außerdem gerade richtig, um spontan loszulaufen oder ein heterogenes Wandergrüppchen zu motivieren,  gemeinsam das Ziel erreichen zu lassen. Nicht umsonst sind Generationen von Schulklassen schon durch die Maisinger Schlucht gelaufen. Sozusagen eine Pflichttour im Leben eines Wanderers.

Maisinger See

Blick auf den Maisinger See. Im Sommer die Badesachen nicht vergessen!

Das erwartet euch auf der Wanderung durch die Maisinger Schlucht:

  • Der Schlossgarten Starnberg im Stil eines Renaissance-Gartens, wo man nicht nur schön entspannen kann, sondern von der Mauerkrone auch einen tollen Blick auf den Starnberger See hat.
  • Der malerische Talabschnitt der Sieben-Quellen gleich bei Starnberg, wo das Institut für Fischerei forscht.
  • Das Naturschutz- und Wasserschutzgebiet der Maisinger Schlucht, mit seinem Nagelfluhgestein als Relikt der Eiszeit. Einen tiefen Canyon darf man nicht erwarten.
  • Einkehrmöglichkeiten im Gasthof Maisinger Seehof, Gasthaus Georg Ludwig
  • Möglichkeit im Sommer ein erfrischendes Bad im Maisinger See zu nehmen
  • Die Wege sind allesamt gut zu gehen. Die kurzen Steigungen, die wir an der ein oder anderen Hangkante bewältigen, sind kurz und unproblematisch.

Unsere 10 Top-Hurra-Wanderungen um die Münchner-Lieblingsbadewanne findet ihr hier

So kommt ihr zum Ausgangspunkt in Starnberg

  • Anfahrt mit der S-Bahn nach Starnberg: Vom Münchner Hauptbahnhof fahrt ihr in 40 Minuten an den Starnberger See. Den Bahnhof nach Norden Richtung Bahnhofplatz verlassen. Knapp 100 nach Westen gehen und am kleinen Platz neben der Commerzbank Filiale links in die Theresienstraße einbiegen. Dem Straßenverlauf nach links bis zur Hauptstraße folgen. Auf der anderen Seite die Treppe hinauf bis zur Kirche St. Josef steigen. Der Schlossgarten befindet sich nördlich des Gotteshauses. Wegstrecke etwa 450 Meter / einfach, die der Gesamtlänge der Wanderung noch hinzugerechnet werden müssen.
  • Anfahrt mit dem Auto: Über die A95 vom Luise-Kiesselbach-Platz bis Starnberg schafft man es ohne Stau in 15 Minuten. Parkplätze sind in Starnberg besonders an schönen (Feier-)Tagen knapp. Den Wagen könnt ihr zum einen am Parkplatz an der Schlossbergstraße parken. Ab Freitag 14:00 Uhr bis Sonntag ist das Parken frei, sonst,  nur eine Stunde mit Parkscheibe. Das reicht allenfalls für einen Besuch des Schlossgartens. Alternativ bietet sich der Parkplatz an der Mühlbergstraße/Ecke „Am Mühlbergschlößl“.
    Übersicht der Parkplätze in Starnberg

Losgewandert am Schlossgarten mit Starnberger Seeblick

Kann man schöner eine Wanderung beginnen als mit einem wunderbaren Blick auf den Starnberger See? Kann ich mir nicht vorstellen. Den Schlossgarten finden wir an der allerschönsten Stelle von Starnberg, gleich zwischen der Kirche St. Josef und dem ehemaligen Schloss auf dem Moränenausläufer oberhalb der Stadt. Getrennt werden Schloss und Schlossgarten durch einen tiefen Graben. Während der Garten von einer hohen Mauer mit Wehrturm eingefasst wird, wollen wir zuerst der ehemaligen Burg einen kurzen Besuch abstatten. Der wehrhafte Charakter ist erhalten geblieben, auch wenn – oder gerade weil – heute das Finanzamt Starnberg hier residiert. Fensterläden mit Rautenmuster unterstreichen das weithin sichtbare territoriale Statement der Mächtigen von Bayern.

Kurzer Abstecher zum Starnberger Schloss

Wir überqueren den Burggraben, der von einer steinernen Brücke überspannt wird. Das Tor ist geöffnet und erlaubt uns etwas vom Innenleben des Bauwerks zu erblicken. Gitta und ich entdecken einen Innenhof mit Arkaden, der leider nicht betreten, aber zumindest eingesehen werden kann, eine Infotafel und einen spannenden –  mittelalterlich wirkenden gepflasterten Bogengang zum  St. Paulus Weg im Nordosten. Weiter wollen wir hier nicht gehen, denn unserer eigentlicher Weg liegt in der entgegengesetzten Richtung, genau wie der Schlossgarten, den ihr unbedingt besuchen müsst! Mit Brunnen und Laubengängen ist er ein Ort der Ruhe. Tipp: Besonders gut kann man den Garten und den Starnberger See vom Turm der Einfassungsmauer sehen!

Schloss und Schlosspark Starnberg

Vermutlich reicht die Geschichte vom Schloss Starnberg viel weiter in die Vergangenheit als die erstmalige Erwähnung im Jahr 1244. Wie lokal und roh doch die Politik und Welt im Mittelalter war, kann man besonders von den kriegerischen Auseinandersetzungen auf engem Raum ableiten.

Besaßen die Grafen von Andechs das „Starnberch castrum“, saßen die Wittelsbacher Herzöge nur wenige Kilometer weiter auf der „Karlsburg“ im Norden bei Leutstetten. Nach dem Tod des letzten Andechsers übernahmen die Wittelsbacher 1244 die Burg.

1541 wurde die mittelalterliche Burg abgebrochen und im Stile der Renaissance neu errichtet. Die Außenmauern betragen teilweise über 1,50 Meter und stammen vermutlich noch aus der Zeit der Feste. Zur Blüte gelangte das Schloss unter Albrecht V., der hier seine Sommer verbrachte und sich auf dem Prunkschiff Bucentaur über den Starnberger See rudern ließ. Ein Wandgemälde über dem Eingang am St. Paulus-Weg zeigt eine Abbildung des 29 Metern langen Schiffs.

Der Starnberger Schlossgarten

Der Schlossgarten liegt hinter einer hohen Mauer mit mehreren Ziertürmen aus dem 16. Jahrhundert. Die Anlage gehörte einst zum Tanz und Gästehaus des Schlosses, bis dieses abgerissen und durch die Kirche St. Josef ersetzt wurde. In den Nachkriegsjahren als Krautgarten genutzt, wurde er in den 1970er Jahren nach historischen Vorbildern rekonstruiert und öffentlich zugänglich gemacht.

Vom Schloss zu den Sieben Quellen gewandert

  • Wir wandern zunächst auf der Schlossbergstraße nach Süden, an der Kirche St. Josef rechts vorbei bis zur Grundschule. Über die Söckinger Straße führt ein kleiner Fußgängersteg. Auf der anderen Straßenseite führt ein schmaler Gang zu einer Treppe. Auf den Fußgängerweg ins Tal der sieben Quellen stößt man 150 Meter der Söckinger Straße entlang, links.
  • Besonders genussvoll ist der Spaziergang entlang des kleinen Baches in das mit Laubbäumen bewachsene Tal. Wo sich der Einschnitt weitet, reihen sich die Fischteiche vom Institut für Fischerei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft aneinander.
  • Am Ende des Siebenquellenwegs trifft man auf einen weiteren Fussgängerweg, den wir nach rechts aufsteigend zur nahen Siedlung folgen. Links am Spielplatz in die Moritz-Schwind-Straße einbiegen. 250 Meter weiter links der Ottostraße folgen, dann nach 50 Metern in die Ringstraße. Das Tal der Maisinger Schlucht ist nah! Ein Fußweg zwischen Haus Nr. 6 und 8 bringt uns hinab.

Durch die Maisinger Schlucht zum Maisinger See

  • Unten angekommen, wandern Gitta und ich entlang einer trockenen Wasserführung des Maisinger Bachs 441 Meter nach Süden, bis man auf den Hauptwanderweg stößt. Diesem weiter nach Süden folgen.
  •  Nach 500 Meter, an der Brücke auf die östliche Uferseite wechseln. Bis jetzt hatten wir viel Spaß.
  • War der Weg bereits beschaulich, folgt nach der Brücke jener Teil der Wanderung, welcher der Bezeichnung „Schlucht“ am nächsten kommt und am schönsten ist. Zunächst auf guten Wegen durch freundliche Wiesen gewandert, verengt sich das Tal nach der Brücke der Staatsstraße. Von hier sind es kurze 1,5 Kilometer bis zur Ortschaft Maising.

Landschafts- und Wasserschutzgebiet Maisinger Schlucht

Geologie: Während der Eiszeit schürfte der Isar-Loisach-Gletscher die Becken des heutigen Ammersees,  Starnberger Sees, wobei auch die Moränenlandschaft des bayerischen Voralpenlandes geformt wurde. Seine Ausdehnung reichte von Landsberg am Lech bis Leutstetten, Hohenschäftlarn und Sachsenkam. Wie viele andere Täler im bayerischen Voralpenbereich ist auch die Maisinger Schlucht eine Schmelzwasserrinne, die durch den Rückgang der Gletscher entstanden ist und sich dabei durch den Schotter des Jungmoränenbereichs gegraben hat.

Nagelfluh entsteht, indem kalkhaltiges Wasser in die Hohlräume des Gletscherschotters sickert und es über einen langen Zeitraum wie Kitt miteinander verbindet.

  • Viel zu unvermittelt ist die Maisinger Schlucht durchwandert. Am Ortsanfang von Maising stoßen wir zunächst auf den Schluchtweg, dann auch die Ortstraße, der wir 500 Meter nach Westen (rechts) bis zum Gasthaus Ludwig folgen.
  • Gegenüber dem Gasthaus führt der Wanderweg in einem Linksbogen durch Wiesen mäandernd Richtung Süden, um 600 Meter weiter am Parkplatz auf die Seestraße zu stoßen. Nur ein kleines Stück weiter treffen wir am Ende der Straße auf den Maisinger Seehof. Wer nicht schon am Gasthaus Ludwig eingekehrt ist, dann doch vielleicht jetzt.

Der Maisinger See hat eine Fläche von 122 ha und ist eines der ältesten Naturschutzgebiete Bayerns, das überwiegend aus Moor und Sumpf besteht. Nur 10 Prozent sind offene Seefläche. Durch den Schilfwuchs ist er Rückzugsgebiet für viele einheimische Vögel.

Baden ist nur am Damm beim Gasthof Seehaus möglich, wo es auch einen Sprungturm gibt und eine kleine Liegewiese.

Gasthaus Ludwig in Maising

Wer die Wanderung im Winter und Frühjahr macht, wird vielleicht beim Gasthaus Ludwig landen, da der Maisinger Seehof nur vom Beginn der Osterferien bis Oktober geöffnet hat. Eine Einkehr ist aber kein schlechter Kompromiss, da der Biergarten schön ist und die Qualität der regionalen Küche stimmt. Die Preise gehen in Ordnung. Einen Spielplatz für Kinder gibt es auch.

  • Öffnungszeiten: Donnerstag bis Montag 11:00 Uhr – 23:00 Uhr/Samstag & Sonntag durchgehend warme Küche/Dienstag & Mittwoch Ruhetag
  • Adresse: Ortsstraße 16, 82343 Pöcking/Ortsteil Maising/Webseite

Maisinger Seehof

Netter Biergarten mit lockerer Atmosphäre, bayerischer Küche und klassischer Selbstbedienung unmittelbar am Maisinger Seeufer. Ein Teil der Bierbänke steht oben am Damm. Einen überdachten Bereich gibt es vor dem Seehof. Um die Wartezeiten zu reduzieren gibt es Beeper, die sich melden, wenn das Essen geholt werden kann.

Öffnungszeiten: Vom Beginn der Osterferien bis Oktober Dienstag bis Sonntag: ganztägig geöffnet Montag: Ruhetag (witterungsbedingte Abweichungen möglich, bei schlechtem Wetter geschlossen.)

Adresse: Seestraße 14, 82343 Pöcking / Ortsteil Maising / Webseite

Zurück nach Starnberg gewandert

Natürlich könnt ihr auf dem gleichen Weg, den ihr gekommen seid auch zurückwandern. Wir bevorzugen den Weg, der westlich oberhalb der Maisinger Schlucht verläuft. Bis zum Gasthaus Ludwig spaziert ihr auf jeden Fall in euren Fußstapfen retour.

  • Ab hier folgt der Ortsstraße links am Gasthaus vorbei bis zur Kirche. An der Kreuzung halbrechts weiter in die Söckinger Straße einbiegen. Da Maising ein wirklich kleines aber nettes Nest ist, lassen wir recht bald die letzten Häuser hinter uns. Ab hier ist das Wandern auf der wenig befahrenen Teerstraße nur für 300 Meter notwendig. Der Ausschilderung am Wegkreuz rechts nach Starnberg/Söcking folgen.
  • Knapp 1,5 Kilometer folgen wir dem Wirtschafts- und Wanderweg oberhalb und teils an der Hangkante zur Maisinger Schlucht bis zur Brücke über die Staatsstraße. Auf der anderen Seite und etwa 150 Meter weiter, rechts auf den Weg über die Felder zur Baumgruppe gehen. Danach dem Fußpfad in südöstlicher Richtung folgen. Tipp! Folgt eurer Neugierde auf den spitzen Moränenhügel zur Rechten mit dem Baum und der Bank. Tolle Sicht bei gutem Wetter!
  • Um wieder ins Tal des Maisinger Bachs zu kommen, dem Weg etwa 350 Meter folgen bis er an die Brunnenanlage führt. Unten angekommen, links zum Parkplatz am Wildbienenhotel wandern und dort rechts auf dem Weg durch die Mitte des Wiesengrundes nach Norden bleiben. Nahe der Kapelle rechts abbiegen und den Maisinger Bach queren. Links abbiegen. Das Starnberger Wasserwerk erreichen wir am Ende des Tales (ca. 750 Meter ab dem Parkplatz). Hier gibt es einen Brunnen mit Trinkwasser.
  • Am Parkplatz nahe dem Wasserwerk nehmen wir den kleinen Fußweg, der schon nach wenigen Metern wieder mal über den Maisinger Bach führt. Nach 200 Meter ist die Söckinger Straße zu queren und halblinks der Straße „Am Mühlberschlössl“ nach Norden zu folgen. 370 habt ihr vielleicht schon euren Parkplatz erreicht. Wenn nicht, 90 Meter der Mühlbergstraße bis zum Pfarrzentrum gehen und links in den Schlossweg einbiegen. Danach rechts den Burggraben durchwandern.
  • Zum Bahnhof: Ins Ortszentrum kommt ihr über eine der zwei Treppen, die zur Hauptstraße hinabführen. Am Kirchplatz die Wittelsbacherstraße bis zum Bahnhofplatz spazieren.
  • Zum Parkplatz am Schlossgarten: Nach Unterquerung der Burgbrücke, rechts den Aufstieg zum Schlossgarten nehmen. Genießt von hier doch einfach noch mal den wunderbaren Nachmittagsblick auf den Starnberger See!

Unsere 10 Top-Hurra-Wanderungen um die Münchner-Lieblingsbadewanne findet ihr hier

Wanderkarte Maisinger Schlucht

 

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