Wanderung 5,5 und 9,2 KilometerKarte

Wanderung von Arget zur Kapelle St. Corona und Wettlkam

In der nahen Münchner Schotterebene ist es flach und waldig, besonders rechts und links der Salzburger Autobahn. Noch im nahen Landkreis München ist Arget eines jener Nahziele, das sich verflixt schnell erreichen lässt und jede Menge ländliches Flair versprüht. Unsere Wanderung schlägt einen Bogen, dessen Weite ihr bestimmt. Beide Touren führen euch zur kleinen Waldkapelle St. Corona, der Patronin des Geldes, der Metzger und Schatzgräber, die auch bei Hagel- und Wetterschlag angerufen wird. Vielleicht kann sie ja für euch das ein oder andere bewirken.

Auf dem Weg nach Wettlkam.

Das erwartet euch auf der Tour bei Arget

  • Die kleine Waldkapelle St. Corona ist eine nette kleine Zwischenetappe für den zusätzlichen Corona-Booster.
  • Einfache Wanderung rund um Arget vorwiegend auf Forst- und Feldwegen sowie – vorwiegend innerorts – auf kleineren Teerstraßen mit wenig Verkehr.
  • Das Heimatmuseum Arget hat von April bis Oktober jeden zweiten Sonntag im Monat geöffnet.
  • Einkehrmöglichkeit im Landgasthof Schmuck am Tiergehege und Spielplatz

So kommt ihr mit Bahn und Auto nach Arget

Anfahrt mit dem Auto: Über die Autobahn A8/Salzburg erreicht ihr Arget in etwa 20 Minuten. Nehmt die Ausfahrt Hofoldinger-Forst, dann weiter nach Sauerlach. An der Ampel im Ortszentrum links über die B13 links nach Süden fahren. Parkt in Arget an der Kirche St. Michael an der Micheli-Straße. (Google-Link).

Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: Vom Ostbahnhof gehts mit der S3 in 23 Minuten nach Sauerlach. Mit dem Bus 223 fährt man in weiteren 9 Minuten vom Bahnhof nach Arget/Oberlandstraße. Von hier über die südwestlich führende Michaeli-Straße 700 Meter zur Pfarrkirche St. Michael wandern.

Losgewandert von der Kirche St. Michael zur Kapelle St. Corona

  • Von der Kirche St. Michael mit seinem markanten Turm wenden wir uns zunächst der Michaelistraße zu, die hier an der Kirche vorbei 130 Meter südwestlich führt, um dort auf die Verbindungsstraße nach Gumpersham zu stoßen. Hier rechts abgebogen, gehts zunächst auf dem Weg, der nach Osten Richtung Wald und den dort gelegenen Wohnhäusern führt. Durch den Weiler „Brand“ wandern. Dahinter der Wald und reinspaziert.
  • An der ersten Weggabelung etwa nach 150 Metern links abbiegen. Die kleine Waldkapelle St. Corona ist in 900 Metern und ca. 1o Minuten in südlicher Richtung erreicht. Das kleine lang gestreckte Kircherl mit dem Walmdach liegt an der Straße nach Gumpertsham.  An der Außenwand ist die Inschrift zu lesen „Müder Wanderer stehe still, mach bei Sankt Corona Rast. Dich im Gebet ihr fromm empfiehl, wenn du manch’ Kummer und Sorge hast.“

Kapelle St. Corona bei Arget

Die Kapelle an der kleinen Verbindungsstraße zwischen Arget und dem Weiler Gumpertsham geht auf das Jahr 1648 zurück. Der 30-jährige Krieg verwüstete große Teile von Bayern und die Pest gab der Bevölkerung den Rest. Wie so häufig war der Grund für den Bau des kleinen Gotteshauses ein unerklärliches Ereignis. Mitten im Wald wurde ein Holzbildnis gefunden, welches – obwohl entwendet – wieder zu seinem Ursprungsort zurückkehrte. Klingt zugegeben etwas gewöhnlich und nicht sehr mystisch. Zumindest hat’s gereicht eine Kapelle zur Heiligenverehrung zu bauen. Die Wallfahrten waren wohl etwas wild, weswegen die Kapelle im Jahre 1807 abgebrochen wurde. Als göttliches Zeichen hat man gesehen, dass die Schweinezucht im Stall aus den Steinen der Kirche ein Desaster war. 1820 wurde daher der Schweinestall abgebrochen und aus der Bausubstanz die heutige Kapelle gebaut. Irgendwie logisch.

Während der Haupt-Corona-Zeit war die Kapelle für viele Gläubige Anlaufstelle, um für himmlischen Beistand während der Pandemie zu bitten.

  • Von der Kapelle geht’s rechts auf der Teerstraße 600 Meter nach Gumpertsham (Lichtung). Viel Verkehr ist nicht, Hunde trotzdem an die Leine nehmen. Immerhin sorgt die Rodungsinsel für zusätzlich Abwechslung. Unterwegs staunen wir über den pittoresken Baum rechts im Feld und fotografieren am Ortsschild des Weilers Rohrkolben und Weiher. Vor dem ersten Bauernhof gehts links am Wegkreuz vorbei nach Süden. Nach 260 Meter ist erneut der Wald erreicht.

Weiter nach Gumpertsham im Bogen zurück – oder nach Gumpertsham gewandert

Durch den Forst geht’s weiter nach Südosten. Unterwegs sehen wir eine Nachricht an einen Baum. „J.Sch.“ hat eine Scheißwut, dass ihm ein Unbekannter seine Axt geklaut hat. Wir fordern den Dieb auf, bevor ihm das Schicksal seinen Finger kostet, oder zumindest zwei Pfund an Charma.

  • Vom Waldrand sind es 900 Meter bis zur Kreuzung im Wald. Sie ist die zweite Abzweigung, an der ihr links abbiegen könnt. Hier entscheidet ihr, ob es die kurze Runde, oder die Längere sein soll

Zurück nach Arget wandern. (5,5 Kilometer)

  • In etwa 20 Minuten oder 1,5 Kilometer habt ihr wieder den Waldrand erreicht. Nahezu kerzengerade geht’s zurück zur Kirche St. Michael. Der Turm ist unübersehbar und 1 Kilometer entfernt. Woran denkt und worüber sprecht ihr? Hoffentlich ist es schön und inspiriert euch.

Nach Arget über Wettlkam wandern (9,2 Kilometer)

  • Nach Wettlkam folgt dem Weg über die Kreuzung geradeaus. In 850 Metern lichtet sich der Wald. Vorbei am Einsiedlerhof und auf einer kleinen Teerstraße nähern wir uns der kleinen Gemeinde, dessen prominentester Bürger Thomas Müller ist. Am Ende der gleichnamigen Siedlungsstraße „Wettlkam“ nach links wandern und 170 Meter bis zur nächsten Kreuzung folgen. Hier im Ortszentrum erneut links abbiegen und der Straße erst nach Norden, dann rechts im Osten aus Wettlkam hinausspazieren.
  • Hinter dem letzten Wohnhaus biegen wir links ab und wandern über den Feldweg zurück nach Arget. Vorbei am Gestüt und durch ein kurzes Waldstück erreichen wir in 2,2 Kilometer den Ortsrand. Biegt am Ende des Weges rechts ab, um nach 240 Meter einzubiegen. Entlang des Feldes und 220 Meter weiter schlägt der Straße einen Rechtsbogen, um nach 100 Metern auf die Holzkirchner Straße zu stoßen.

Arget ist ein für das Voralpenland charakteristisches Straßendorf. In einer Rodungsinsel gelegen liegen die ältesten Bauernanwesen entlang dem Verlauf der alten Durchgangsstraße von München nach Tegernsee. Lt. dem Denkmalamt sind einige Hofstätten hochmittelalterlichen Ursprungs.

  • Wir folgen der Holzkirchner Straße nach Norden. Das Heimatmuseum ist nicht zu verfehlen und befindet sich in Hausnummer 26 im ehemaligen Pfarrhof. Auf den nächsten 850 Metern queren wir Arget.

Wo sich die Straße gabelt, könnt ihr rechts zum Landgasthof Schmuck (130 Meter) oder links aus dem Ort Richtung Kirche gehen. Wer öffentlich unterwegs ist, findet hier auch die Bushaltestelle Oberhamer Straße.

Rechts zum Landgasthof Schmuck

Aus zweiter Hand wird die Küche bürgerlich und die Speisekarte reichhaltig beschrieben. Die Portionen sind angemessen, jedoch nicht zu groß. Die Preise werden von ok als bis leicht überdurchschnittlich bezeichnet. Geschmeckt hat’s fast allen.

Hinter dem Haus gibt’s einen schönen Garten mit Kinderspielplatz und einem Gehege mit Eseln.

  • Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 9:00 bis 22:00 Uhr
  • Adresse: Oberhamer Str. 3, 82054 Sauerlach, 08104 1777
  • Zur Schmuck-Website

Links zum auf der Oberhamerstraße zur Kirche

  • Auf der Oberhamerstraße geht’s links nach Westen. Vorbei an der Feuerwehr und schönen Gehöften. Ist in 200 Meter das Ortsende erreicht. Nach dem letzten Haus rechts in die Schulstraße einbiegen. Sie führt im Linksbogen zurück zur Kirche St. Michael.

Wanderkarte rund um Arget

 

Author:in

Helmut Eder

Das Spannende liegt nicht immer am Ende des Regenbogens. Immer auf der Suche nach den kleinen Abenteuern und Geheimnissen, die man draussen findet wenn man unterwegs ist. Ich blogge über unsere Touren, meist im Süden von München und das, was uns so bei den Runden in den Kopf kommt.