Wandern wie in Kanada, Japan oder Schweden – im Herbst, in Oberbayern

Wenn die Luft klarer wird, das Licht weicher und die Wälder sich in Farbe legen, beginnt für viele die beste Zeit zum Wandern. Und wer sagt eigentlich, dass man dafür weit reisen muss?
In Deutschland gibt es Orte, die sich anfühlen wie ein Kurztrip ins Ausland – mit Blicken, Düften und Landschaften, die an Kanada, Japan oder Skandinavien erinnern.

Vier Ziele für alle, die Lust auf Draußensein mit Fernweh-Flair haben. Plus ein paar Tipps für alle, die doch noch loswollen.

Norwegen-Feeling am Königssee

Erinnert an: Norwegens Fjorde

Der Königssee liegt eingebettet zwischen steilen Felswänden im Nationalpark Berchtesgaden – tief, klar und still. Gerade im Herbst, wenn sich das Licht verändert und die Wälder rundherum bunt leuchten, erinnert die Landschaft an einen norwegischen Fjord.

Ein besonders lohnender Einstieg ist die Wanderung zum Malerwinkel. Der kurze, gut ausgebaute Weg führt durch den Wald zu einem Aussichtspunkt mit weitem Blick über den Königssee. Hier kommt man dem Wasser visuell sehr nah – der Blick reicht entlang der gesamten Länge des Sees bis zu den gegenüberliegenden Berghängen.

Blick vom Malerwinkel über den Königsee

Was auffällt: Während es unten am Ufer oft schnell schattig und kühl wird, bleibt es am Malerwinkel durch die erhöhte Lage meist länger sonnig. Gerade an klaren Herbsttagen ein echter Vorteil.

Infos zum Malerwinkel-Wanderung am Königsee

Japanischer Herbst mitten in München – der Westpark

Erinnert an: Sapporo im Herbst

Im Münchner Westpark, im Stadtteil Sendling, liegt ein kleines Ostasien-Ensemble – darunter auch der Japanische Garten, gestaltet zur Internationalen Gartenausstellung 1983. Der Garten ist ein Beitrag der Partnerstadt Sapporo und lehnt sich an den Stil der Heian-Zeit (um 800 n. Chr.) an.

Auf engem Raum eröffnen sich immer neue Blickachsen: Ein kleiner See mit Holzsteg, ein Wasserfall, sorgsam gesetzte Felsen und Gehölze. Das Wasser symbolisiert das Meer, das Steinufer eine weite Küste. Die Felslandschaften stehen für japanische Gebirge – viele der Steine wurden eigens im Münchner Umland und bis nach Tirol gesucht.

Gerade im Herbst entfaltet der Garten seine Wirkung. Rotes Ahornlaub, klare Luft, das gleichmäßige Rauschen des Wassers – wer sich darauf einlässt, merkt schnell: Hier geht’s nicht ums Spazierengehen, sondern ums Ankommen. Man ist noch in der Stadt – aber gefühlt weit weg.

Alle Infos zu einem Kurztripp nach Sapporo im Westpark/München

Indian Summer im Weltwald bei Freising

Erinnert an: Neuengland oder Ontario, Kanada

Wer im Oktober durch den Weltwald bei Freising spaziert, bekommt eine Ahnung davon, wie sich der Indian Summer anfühlen kann – ohne Kanada-Flug. Auf rund 100 Hektar wachsen hier Baumarten aus Nordamerika, Asien, Europa und Vorderasien – entlang thematischer Rundwege mit wechselnden Eindrücken.

Weltwald im Kranzberger Forst bei Freising

Besonders eindrucksvoll: der nordamerikanische Teil mit Ahorn, Mammutbaum und goldenem Laub. Auf den Wegen zwischen Lichtungen, kleinen Stegen und Holzskulpturen stellt sich schnell das Gefühl ein, weit weg zu sein.

Ein historischer Fixpunkt ist die kleine Kirche St. Clemens – letzter sichtbarer Rest des verschwundenen Dorfs Oberberghausen. Der verwachsene Friedhof mit schmiedeeisernen Kreuzen liegt heute mitten im Wald – still, unscheinbar und eindrucksvoll zugleich. Das fühlt sich absolut bayerisch an. Ist aber auch gut so! Weitere Informatifonen zur Herbst-Erlebniswanderung im Kranzberger Forst.

Schwedisches Licht am Starnberger See

Erinnert an: Vänern in Südschweden

Der Starnberger See ist deutlich kleiner als der Vänern in Schweden – aber das Gefühl passt: breite Wasserflächen, ufernahe Wege, viele Laubbäume und eine offene, leicht bewegte Kulturlandschaft.

Zwischen Ammerland und Bernried verläuft ein gut ausgebauter Weg direkt am See entlang. Immer wieder öffnet sich der Blick übers Wasser, besonders bei Ammerland wirkt der Horizont fast grenzenlos.

Starnberger See mit seiner ganzen Weite bei Ammerland

Die Umgebung ist kein Naturreservat, sondern gewachsenes Umland mit Feldern, Bäumen und Wegen – aber genau darin liegt der Reiz. Wer hier im Herbst unterwegs ist, erlebt eine Kombination aus Weite, Wasser und Farbe, die sich nicht nach Oberbayern anfühlt – aber genau das ist es.

Alle Infos zu einem Herbstausflug bei Ammerland am Starnberger See

Schnellstart-Tipps, wenn’s dich doch spontan in die Ferne zieht:

Der Herbst ist in vielen Teilen der Welt ideal zum Reisen. Wer spontan los will, sollte ein paar Dinge im Blick haben – vom Reisepass bis zum Parkplatz am Flughafen. Hier die wichtigsten Tipps, damit’s unkompliziert läuft:

Reisedokumente prüfen:

  • USA: Reisepass + ESTA, meist in wenigen Minuten genehmigt
  • Kanada: Reisepass + eTA, ebenfalls schnell beantragt
  • Japan: Nur Reisepass nötig, visumfrei bis 90 Tage für deutsche Staatsbürger
  • Tipp: Der Reisepass sollte möglichst noch 6 Monate gültig sein!

Kurzfristig planen:

  • Für viele Ziele im Herbst gibt es auch kurzfristig noch gute Flugverbindungen und Unterkünfte – vor allem außerhalb der Ferienzeit. Wer flexibel ist, findet oft passende Optionen.

Wetterfest packen:

  • Auch warme Regionen können kühl oder nass werden. Regenjacke, warme Kleidung und feste Schuhe gehören ins Gepäck.

Mobil bleiben:

  • Eine eSIM oder lokale SIM-Karte ist oft günstiger als Roaming. Vorab prüfen, ob das eigene Smartphone eSIM-fähig ist.

Anreise zum Flughafen:

Plane deine Anreise mit ausreichend zeitlichen Puffer mit Bahn oder Auto. Wer mit dem Auto kommt, sollte einen strategisch günstig gelegenen Parkplatze am Terminal reservieren – auch kurzfristig möglich.

Author:in

Helmut Eder

Das Spannende liegt nicht immer am Ende des Regenbogens. Immer auf der Suche nach den kleinen Abenteuern und Geheimnissen, die man draussen findet wenn man unterwegs ist. Ich blogge über unsere Touren, meist im Süden von München und das, was uns so bei den Runden in den Kopf kommt.