Wanderung auf  den Vogelherd zwischen Miesbach und Irschenberg

(Wanderungen von 5,6 – 8,5 Kilometer) Der Vogelherd ist ein unscheinbarer Höhenzug zwischen Irschenberg und Miesbach und niedriger als der nahegelegene Tauben- oder Stadelberg. Mit 822 Metern ist er also ein Leichtgewicht, aber trotzdem ein echtes Schmankerl. Werft vom Vogelherd eure Blicke über das Tal der Leitzach nach Norden oder nach Osten Richtung Niklasreuth, Hocheck ins Inntal oder nach Süden zu den bayerischen Voralpen. Eine vernünftige Rundwanderung ist es für uns erst am letzten Sylvestertag geworden, wo wir endlich eine vermeintliche Lücke im Wegnetz schließen konnten. Zuvor hatten wir ganz Hardcore die Leitzach barfuß mit hochgekrempelten Hosenbeinen durchquert. 285 Höhenmeter kommen auf dieser Runde schon zusammen, vorausgesetzt, ihr entscheidet euch für den Längsten der drei Routenvorschläge.

Ach ja, eine  Wirtschaft gibts auf der Wanderung keine, aber einige schöne Bankerl, auf denen ihr eure Brotzeit genießen könnt! Wir lieben die Tour und vielleicht auch ihr!

Losgewandert in Schweig oder Frauenried / 83737 Irschenberg

Bei normalem Verkehr nutzen wir meist die Anfahrt über die A8 und die Ausfahrt Irschenberg. Der Start in Schweig liegt nur wenige Minuten von der Autobahn entfernt. Nach Frauenried ist es nur ein kleines Stück weiter.

  1. Wandertour ab Schweig: 8,5 Kilometer, Start im Flusstal bei Schweig nahe dem Gestüt. Ihr nehmt mit der Route den zusätzlichen Anstieg hinauf nach Frauenried mit. Das fühlt sich vollständiger an, weil ihr den schönen Blick auf die „Kirche Mariä Geburt“ voll auskosten könnt. Den Aufstieg geht ihr auf dem gleichen Weg später wieder hinab.  Wir haben 2,20 h gebraucht.
    Schweig erreicht ihr über die B472. Nach der Leitzachbrücke links abbiegen. Sucht euch nach 300 Metern am Gestüt einen Parkplatz (rechts halten – nicht nochmal über die Leitzachbrücke fahren).
    Der Wanderweg geht als ungeteerte Straße in den Wald hinein und mit einigen Kurven den Berg hinauf. Die Steigung ist moderat. Links unter euch seht ihr an manchen Stellen die Leitzach durch den Wald glitzern. Genießt den Augenblick, wenn ihr Frauenried das erste Mal nach einer Wegbiegung auftauchen seht. Die Kirche mit ihrem barocken Zwiebelturm scheint für die wenigen Bauernhöfe viel zu groß dimensioniert, aber für eine Wallfahrtskirche trägt man gerne etwas dicker auf.  Bis zum Ort ist es ab Schweig 1 Kilometer. Der Weg führt erst unterhalb der Kirche entlang, biegt dann kurz vor dem Bauernhof links in den Feldweg nach Osten ein und dann nach 30 Meter in den Abzweiger nach Süden.

2. Wandertour ab Frauenried mit Nord- und Südblick: 6,2 Kilometer, Parkplätze gib es direkt an
der Kirche. Gute Wahl für alle, die keinen Weg doppelt gehen wollen und keinen schönen Ausblick verpassen möchten. Kurzer Marsch auf der Teerstraße.
3. Wandertour ab Frauenried mit Südblick: 5,6 Kilometer, Ausgang wie Tour 2 ab Frauenried, jedoch verpasst ihr den tollen Blick hinüber zum Irschenberg.

Mit dem Auto erreicht ihr Frauenried über die B472. Zirka einem Kilometer nach der Leitzachbrücke bei Schweig links abbiegen. Für beide Wanderrouten gilt, dass ihr zuerst vom Parkplatz 100 Meter an der Friedhofsmauer entlang nach Osten spaziert, und dann am Stadel rechts und nach weiteren 10 Metern gleich wieder nach links geht.

Dank für die Rettung aus türkischer Kriegsgefangenschaft

Frauenried mit Irschenberg im Hintergrund

Der Sage nach fiel Graf Georg von Waldeck (1407-1456) beim letzten Kreuzzug gegen die Türken im Jahre 1444 bei Varna in Kriegsgefangenschaft. Während er im Kerker auf seine Verurteilung wartete, gelobte er in seiner Not drei Kirchen zu erbauen, solle er je wieder heimkehren, zu seiner Frau, den drei Kindern und auf die Burg Hohenwaldeck, 200 Meter über dem Schliersee. Mit Hilfe eines Wächters gelang die Flucht bis Georg nach langen Irrfahrten endlich wieder seine Familie in die Arme nehmen durfte. Neben Georgenried, Agatharied erbaute der Graf von Waldeck, wie gelobt, auch die Kirche in Frauenried. Die Neugründung „Unser Frauen-Riedt“ wurde der Maria, der Namenspatronin seiner Schwester gewidmet. Das Ried hatte vermutlich dem sumpfigen Untergrund oder mit einer Rodung des Waldes an der Stelle zu tun.

Die spätgotische Kirche wurde 1763 im Turm-Obergeschoss und im Inneren barockisiert.

Blick in den Süden mit Miesbach und Alpenblick

Schlagt am Waldrand unterhalb des Bauernhofes bei Frauenried die Richtung nach Süden ein. Zuerst an einer Scheune, führt der Weg durch den Wald, dann den Hang hinab. Die Leitzachwiese ist nach einem Kilometer erreicht. Ein stiller Ort. Den Fluss findet ihr etwas abseits im Osten. Wie wäre es mit einem Picknick bei warmen Wetter am Wasser? Viele Leute dürften den Platz nicht mit euch teilen. Am Bach geht es wieder einen weiteren Kilometer gewunden den Berg hinauf. Wiesen im Wald lockern gelegentlich den Forst auf. Seht euch gelegentlich um, je höher ihr kommt, desto schöner der Blick. Am Einsiedlerhof Seestaller kommt ihr auf die kleine geteerte Zufahrt. Eine tolle Sicht sowohl nach Miesbach und nach Irschenberg habt ihr an der Straßenkuppe nach 200 Metern.

Weiter zum Vogelherd und dem Kammerer-Denkmal

Einstweilen gehts runter. Links sieht man nach einiger Zeit im Tal den Ort Parsberg, dahinter den Stadelberg und noch weiter das Jägerkamp und die Brecherspitze. Bei nächster Möglichkeit schlagen wir den gewundenen Weg rechts über die Wiese ein. Kreuzt nach 650 Meter die Straße und folgt den Hang 300 Meter hinauf zum Kammerer-Denkmal auf dem Höhenrücken des Vogelherds. Es wurde um 1890 zur Erinnerung an den Notar und seine Frau Helen an seinem Lieblingsplatz errichtet.  Setzt euch spätestens hier auf die Bank und schaut ins Oberland. Muss sein, wenn ihr nur etwas Zeit habt.

Als „Vogelherd“ bezeichnete man übrigens einen Fangplatz, an dem verschiedene Vögel gefangen wurden. Bis ins 19. Jahrhundert war das Fangen von Vögeln eine beliebte Freizeitbeschäftigung in allen gesellschaftlichen Schichten.

360° Foto vom Vogelherd zwischen Irschenberg und Miesbach

Zurück über den Weiler Hollerthal und Frauenried

Rückweg Tour 3: Geht vom Vogelherd wieder hinunter zur nahen Fahrstraße und folgt ihr 230 Meter nach Osten. Gleich am Waldrand biegt links ein Fußweg ab, der 100 Meter nördlich und danach rechts weiter nach Frauenried führt. Nach einem halben Kilometer erreicht man wieder die freie Wiese und ihr seht den Kirchturm von Mariä Geburt. Zum Auto geht es am Stadel links nordöstlich zur Teerstraße auf der ihr zum Parkplatz kommt.

Rückweg Tour 1 und 2: Folgt den Fußweg hinter dem Denkmal in den Wald. 500 Meter auf dem Höhenzug des Vogelherds kommt ihr zum nördlichen Aussichtspunkt und mit einer weiteren Bank in Premiumlage. Scheint die Sonne noch schön, fühlt euch frei, euch zu Platzieren. Am Hang darunter der Einsiedlerhof Hollerthal. Der Wiesenweg geht links am Waldrand abwärts, wo der Weg zunehmend besser wird. Die Zufahrt zum Haus führt runter zur Teerstraße und auf der man rechts einen Kilometer weiter Frauenried erreicht. Zum Glück ist der Verkehr gering. Nach Schweig kommt ihr auf dem gleichen Weg wie ihr gekommen seid.

Fazit: Schöne Lieblingswanderung, die echtes Voralpenfeeling versprüht. Wer braucht schon eine Wirtschaft, wenn es auf dem Weg so viele und schöne Plätzchen für eine Rast gibt!

Kleine Orientierungshilfe:

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Vogelherdrunde. 8,5 Kilometer

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Kammerdenkmal: 47.789000, 11.833200
Aussichtspunkt: 47.788695, 11.871564
Aussichtspunkt: 47.797056, 11.862681
Parkplatz: 47.805726, 11.882014
Parkplatz: 47.799262, 11.875834
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Vogelherdrunde, 6,2 Kilomter

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Vogelherdrunde, 5,6 Kilometer

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