Spaziergang zur Allianz-Arena und auf den Fröttmaninger Windrad-Berg

(Spaziergang, 4,2 Kilometer oder ~ 8,5 Kilometer) Die Allianz-Arena und der Fröttmaninger Berg mit seinem Windrad sind für jeden Autofahrer auf der A9 das Erste, was sie im Norden von München zu sehen bekommen. Besonders die Arena als architektonischer Leckerbissen macht in der Nacht mächtig Eindruck. Die Erhebung gleich auf der anderen Seite der Autobahn hat dagegen eher ein Image-Problem. Aus 75 Meter Müll der Nachkriegszeit aufgeschüttet, war er lange Jahre als „Müllberg von Großlappen“ für arge Umweltprobleme bekannt. 20 Jahre später und mit einer unterirdischen Dichtwand versehen, ist der Berg nahezu komplett begrünt, ein Naherholungsgebiet und das Windrad ein Ökowahrzeichen. Dass der Münchner Norden besser als sein Ruf ist, haben wir schon lange erkannt – und nach der Runde hoffentlich auch ihr ;-).

Das erwartet euch auf dem Spaziergang im Münchner Norden:

  • Nicht nur mit dem Auto, sondern auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln prima zu erreichen.
  • Überwiegend gute Wege. Wer auf den Berg die „direttissima“ nehmen will, ist natürlich kürzer unterwegs, muss aber einen steileren Wiesenanstieg in Kauf nehmen.
  • Die Allianz-Arena, Spielstätte des FC Bayern, ist ein Statement und einfach wunderschön!
  • Der Fröttmaninger Berg bietet nach Süden, Westen und Norden einen einmaligen Blick über die Stadt. Bei klarer Sicht dürft ihr von hier auch die Alpen genießen.
  • Die Heilig-Kreuz-Kirche ist das letzte Überbleibsel des ehemaligen Weilers Fröttmaning und der älteste vollständig erhaltene Kirchenbau im Münchner Stadtgebiet.
  • Das Kunstprojekt „Versunkenes Dorf“: 1:1 Duplikat der Heilig-Kreuz-Kirche sieht einfach nur spektakulär aus!
  • Tipp: Wenn ihr die Runde zum Poschinger Weiher über die Isar verlängert, habt ihr auch noch einen Biergarten auf der Runde. Link zur Beschreibung am Ende des Beitrags.

Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln/MVG oder dem Auto

Der Spaziergang ist besonders ideal, wenn ihr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt, da ihr die Tour perfekt verlängern könnt. Autofahrer brauchen eine Rundweg, was aber egal ist, wenn ihr nur auf den Berg und den Spaziergang zur Allianz Arena ausdehnen wollt. Obacht: jeden zweiten Samstag ist in der Fußball Saison Spielbetrieb. Dann wird es voll, sehr voll und kostenlose Parkplätze könnt ihr vergessen. Hier geht’s zum Spielplan des FC Bayern.

Anfahrt mit dem MVG: Anfahrt mit der U6 bis zur Haltestelle Fröttmaning.
Anfahrt mit dem Auto:

  • Parkplatz 1,  kostenlos: Unmittelbar am Fröttmaninger Berg, Ecke Lottlisa-Behling-Weg / Kurt-Landauer-Weg Straße
  • Parkplatz 2, kostenlos: In den Isarauen, an der Freisinger Landstraße befindet sich an der Wallnerstraße 2, gleich gegenüber der Moschee die Einfahrt, dem Weg 250 Meter folgen, etwas abseits
  • Parkplatz 3, kostenpflichtig: Die Stellplätze an der Allianz Arena im Parkhaus an der Werner-Heisenberg-Allee.

Zur Allianz-Arena und dem versunkenen Ort Fröttmaning spazieren

  • Von der U-Bahn: Bei einem Fussballspiel schiebt einen die Masse vom nördlichen Ausgang zum Stadion. Die Wege führen in sanften Kurven Richtung Arena, die sich verheißungsvoll 900 Meter weiter in den Himmel reckt. Ein bisserl wenig grün ist es hier, fast eine Teerwüste. Da unser Blick aber so vom Stadion gefangen ist, blenden wir das aus. Geht’s nur mir so, dass die Haut der Arena mich an eine pralle Netzsalami erinnert?
  • Vom Parkplatz 2: Den Kurt-Landauer-Weg Straße 400 nach Norden und über die Autobahn-Brücke zur Allianz-Arena gehen
  • Vom Parkplatz 3: Vor der Mosche an der Ampel die Freisinger-Landstraße überqueren und auf dem Lottlisa-Behling-Weg nach Westen gehen. Schneller ist der Weg geradeaus, schöner, wenn ihr nach 170 Meter den Fußweg rechts auf den Fröttmaninger Berg geht. An der ersten Abzweigung nach links abbiegen, und an der zweiten Abzweigung sich immer links halten. Ihr solltet etwa an der Autobahnbrücke zur Allianz-Arena rauskommen.

Allianz Arena

Man baut nicht einfach einen Fußballtempel, und am wenigsten in München. Nach vielen Diskussionen über den Standort wurde am 21.10.2001 nach einem Bürgerentscheid mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit für den Bau gestimmt. 340 Millionen Euro Baukosten später konnte am 30. April 2005 der Bau übergeben werden. Seit der Saison 2005/2006 ist die Allianz-Arena das Heimstadion des FC Bayern. Bis zum Abstieg 2016 in die Regionalliga galt das auch für den TSV 1860.  Das Eröffnungsspiel der Fußball WM fand hier am 09.06.2006 statt.

Der Entwurf des 75.000 Zuschauer fassenden 50 Meter hohen und 200 Meter langen Stadions stammt von den Basler Architekten Herzog und de Meuron. Die transluzente Außenhülle besteht aus 2.784 Luftkissen, die sich in unterschiedlichen Farben beleuchten lassen. Das entspricht der unglaublichen Fläche von 26.000 m².

Besichtigung der Arena

  • Die Allianz Arena beherbergt die FC Bayern Erlebniswelt
    Montag bis Sonntag, 10:00 – 18:00 Uhr, letzter Einlass 17:15 Uhr
  • Die 60 minütige Arena Tour mit dem Besuch der Spielerkabinen, dem Spielertunnel und dem Mittelrang des Stadions lässt sich mit der der Erlebniswelt verbinden.

Über die Autobahnbrücke zum Fröttmaninger Berg wandern

(Zurück) über die Autobahnbrücke auf die Westseite. Am Hubschrauberlandeplatz links abbiegen. Ab hier befinden wir uns auf dem Gelände von Fröttmaning. Könnten die Bewohner vor 100 Jahren in die Zukunft nach heute blicken, würden sie niemals auf die Idee kommen, an ihrem Heimatort zu sein. Ein hoher Berg, ein riesiges Autobahnkreuz, nur noch eine Kirche, von der es jetzt zwei gibt. Das Landschaftsbild hat sich aufs Dramatische verändert. 

Wüstung Fröttmaning  und Kunstwerk „Versunkenes Dorf“

Fröttmaning gehört zu den ältesten Siedlungen auf dem Münchner Stadtgebiet, dessen Geschichte sich ins 6. Jahrhundert zurück reicht und somit älter ist als München. Der Name leitet sich vom Gründer „Fridumar“ ab, was friedfertig bedeutet. Die erste Kirche aus dem 8. Jahrhundert war noch aus Holz. Der heutige Bau stammt aus dem 11. Jahrhundert. Mit dicken Mauern und einem Wehrgang war Heilig-Kreuz nicht nur Gotteshaus, sondern auch Schutzraum. Nach vielen hundert Jahren Gemeinwesen wurde Fröttmaning nach dem Zweiten Weltkrieg wegen des Autobahnkreuzes und der geplanten  Mülldeponie abgerissen. Mit dem Abriss des letzten Bauernhofes in den 60er Jahren wurde Fröttmaning zur Wüstung.

Das Kunstwerk: 2006 wurde vom Künstler Timm Ulrich eine 1:1 Kopie der Kirche errichtet, die zur Hälfte von den Ausläufern des Müllbergs verschüttet ist. Das Kunstwerk „Versunkenes Dorf“ ist eine Verlustanzeige an das Verschwundene an diesem Ort.

Den Fröttmaninger Berg erklimmen

Wir haben uns entschlossen, den kürzesten Weg auf den Gipfel zu nehmen, der unmittelbar links der Fake-Kunst-Kirche den Hang nach oben führt. Wir befinden uns auf dem Geländer der ehemaligen Skiarena München, die hier in der Wintersaison 2007/2008 eine 500 Meter lange Skipiste betrieben hatte. Der Aufstieg ist nur ein kurzer. Von hier hat man einen wirklich tollen Blick auf die Allianz-Arena.  Einfach mal umdrehen. Wer mit dem Kinderwagen oder Fahrrad unterwegs ist, wählt den Weg, z.B. rechts der Fake-Kirche, der den Hang nach oben führt. Letztendlich führt aber jeder Weg hinauf, wenn man sich nur himmelwärts orientiert.

Oben: Ein toller Blick nach Süden und nach Norden. Wir sehen die Gemeinden Garching und Ismaning und weiter entfernt die Domstadt Freising. Das Autobahndreieck verschwindet fast im Grün. Im Süden blicken wir über das Klärwerk und weiter nach München. Die meisten Besucher sind mit dem Fahrrad da, die den Gipfel auf einer kleinen Nachmittagsrunde einfach mitnehmen. Generell: Nicht viel los hier oben. Die Aussichtsbank ist noch frei.

Vom Fröttmaninger Pfuiberg zum Hui-Berg

1954 wurde Müllverwertungsanlage errichtet, auf der unglaubliche 500.000 Kubikmeter Müll pro Jahr verwertet wurden. Leider reichte die 1964 eingeführte Müllverbrennung nicht aus, weswegen bis 1987 der Berg weiterhin befüllt wurde. Seit 1993 kann der Restmüll im Heizkraftwerk Fröttmaning verwertet werden, was das weitere Aufschichten von Müll überflüssig machte. Bevor der Berg renaturiert wurde, wurde eine zwei Meter dicke Kiesschicht aufgetragen. Das Sickerwasser wird abgepumpt und in die Kläranlage geleitet.

Das Windrad auf dem Fröttmaninger Berg: Seit 1999 steht auf dem Fröttmaninger Berg ein Windrad vom Typ Enercon E-66. Der Standort ist ideal, da die Anlage mit Berg auf insgesamt 100 Meter Höhe liegt, sind die Windverhältnisse gut. Die Spitzenleistung beträgt 1,5 MW und produziert 1800 MWh Strom im Jahr. Etwa 1000 Privathaushalte können damit mit Energie versorgt werden.

Mit dem Bus zurück in die Stadt

Wir verlassen den Gipfel auf dem Zufahrtsweg auf der Südseite. Er führt in weit ausholenden Serpentinen hinab. An der südöstlichen Seite, führt ein Fußweg hinunter zum Lottlisa-Behling-Weg, der im Osten auf die Tegernseer Landstraße stößt. Nahe der Moschee Wallnerstraße findet ihr die Haltestelle „Wallnerstraße“. Von hier könnt ihr mit der Busline Linie 181 Richtung Studentenstadt fahren.

Optional: Weiter zur Isar und zum Poschinger Weiher wandern

Wer die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt, kann die Strecke bis nach Unterföhring verlängern und von der Bushaltestelle „Isarkanal“ zurück ins Stadtzentrum fahren. Lohnt sich auf jeden Fall, nicht nur wegen des Biergartens unterwegs. Lest unseren Blogbeitrag über den Streckenabschnitt von der Mollbrücke zum Poschinger Weiher und weiter entlang dem Isarkanal.

Zur Mollbrücke und somit zum Weganschluss zu obiger Tour kommt ihr, indem ihr gegenüber der Moschee an der Wallnerstraße dem Weg zum Parkplatz folgt. Durchquert den Parkplatz. Auf der anderen Seite stoßt ihr auf den Zubringer zur Isar. 750 Meter nordöstlich (links abgebogen), könnt ihr an der Mollbrücke den Fluss überqueren und mit der Beschreibung zur Poschinger-Weiter-Runde weitermachen. Viel Spaß!

Umgebungskarte mit der Gesamttour nach Unterföhring

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