Einfache Rundwanderung um Höhenkirchen-Siegertsbrunn

(Wanderung 6,9 Kilometer + 2 Kilometer für S-Bahnfahrer) Stellt euch Höhenkirchen-Siegertsbrunn als größere Rodungsinsel im waldreichen und flachen Münchner Süden vor. Während Höhenkirchen als westlicher Ortsteil durch die Umgehungsstraße und Wohnsiedlungen etwas ausfranst, beginnt hinter Siegertsbrunn im Osten nebst Feldern nicht weit entfernt der Forst. Die Rundwanderung ist entgegen der meisten Touren auf Hurra, draußen eher erlebnisärmer. Sie lädt aber zum flotten Ausschreiten für alle ein, die nicht weit von München aus fahren und trotzdem ländlichen Charakter nebst Wald und Feld genießen möchten. Manchmal will man einfach nur Laufen, vielleicht reden und dabei nicht viel aufpassen müssen. Der Wegführung ist erstaunlich quadratisch, praktisch, gut. Was mich als Autor mal richtig freut.

Das erwartet euch bei der Wanderung um Siegertsbrunn

  • Leichte, flache und kürzere Ganzjahreswanderung von 6,9 Kilometer auf großteils geschotterten Wegen. Im Ortsbereich Teer.
  • Gehzeit etwa 1:40 Minuten
  • Einkehrmöglichkeit im Alten Wirt/Siegertsbrunn
  • Innere Einkehr in der Wallfahrtskirche St. Leonhard
  • Gute Erreichbarkeit auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Von Bahnhof muss man nicht erst durch den Ort laufen, sondern ist sofort im Grünen.

Anfahrt mit dem Auto und den öffentlichen Verkehrsmitteln

Anfahrt mit der S-Bahn: Mit der S7 vom Ostbahnhof Richtung Kreuzstraße in 22 Minuten zum Bahnhof Höhenkirchen-Siegertsbrunn fahren. Die Runde fängt für die S-Bahn-Tourer an der Wallfahrtskirche an. Den Bahnhof in südlicher Richtung verlassen. (Google Link) Den Bahnübergang queren und den Kirchenweg etwa 900 Meter über das Feld nach Osten gehen. Auf dem Ayinger-Weg – der direkt an der Kirche vorbei in den Ort führt – seid ihr wieder auf Spur. 

Anfahrt mit dem Auto: Von Autobahnbeginn in Ramersdorf braucht ihr für die 19,7 Kilometer etwa 20 Minuten. Von der A8 (Ramersdorf) oder A995 (Giesing) auf die A99 fahren. An der Ausfahrt 20 Ottobrunn auf der Rosenheimer Straße nach Südosten in den Ortsbereich von Höhenkirchen-Siegertsbrunn fahren (nicht die Umgehungsstraße nutzen). Am Kreisverkehr links in die Bahnhofstraße einbiegen und den Straßenverlauf auf der Egmatinger Straße den Ort und angrenzende Felder durchqueren. Parkt am Königs-Geräumt etwa 500 Meter im Wald. Der Parkplatz befindet sich rechts der Straße (Google Link).

Vom Königs-Geräumt zur Wallfahrtskapelle St. Leonhard gewandert

  • Auto geparkt. Losgewandert, und zwar nach Süden, grob Richtung Italien. Die 350 Meter reichen leider nicht im Ansatz aus, um am Gardasee ein Eis zu lecken, denn an der nächsten Kreuzung biegen wir schon rechts ins Sternbacher Geräumt nach Osten ab.  Fichten, hochgewachsen, doch wer genauer hinsieht, bemerkt einen Wald im Wandel: Neuaufforstungen, weg von der Monokultur, hin zu einem Mischwald, auch dort wo der Borkenkäferbefall ein Abholzen der befallenen Bäume als Rosskur notwendig macht. Was uns gefällt ist, dass der Weg längst nicht so gerade verläuft wie in vielen anderen stadtnahen Wäldern, besonders jenen, die in der Hand der Bayerischen Staatsforste liegen.

Windräder im Höhenkirchner Forst

Alle reden vom Klimaschutz, sehen es aber kritischer, sowie eine Stromtrasse oder ein Windrad in der näheren Umgebung gebaut werden soll. Schon verständlich, da ein Windrad nicht nur das Umgebungsbild nachhaltig beeinflusst. In Bayern gilt daher die besonders strenge 10-H-Regel, die besagt, dass ein Windrad mindestens zehn Mal so weit von Wohnungen entfernt sein muss, wie die Anlage hoch ist. Bei der schwierigen Standortsuche ist man im Höhenkirchner Forst fündig geworden, wo derzeit die Errichtung von drei Windrädern geprüft wird. Ob letztendlich die Windräder gebaut werden, hängt jetzt im wesentlichen von der „Windhöfigkeit“ und der  artenschutzrechtlichen Untersuchung ab. Bis sich die ersten Rotoren im Höhenkirchner Forst tatsächlich drehen und Strom produzieren, dürften aber noch Jahre vergehen. Weitere Infos zur Stromgewinnung durch Windenergie im Höhenkirchner Forst.

  • Wenn ihr nach 1,2 Kilometern dem Sternbacher Geräumt den einladenden Wegweiser nach St. Leonhart seht, lasst euch nicht täuschen. Folgt lieber dem Weg 300 weitere Meter nach Osten, wenn ihr das schöne Panorama von Siegertsbrunn mit der Wallfahrtskirche vor der Todesangst Christi Kapelle sehen wollt (wer denkt sich solche Namen aus…). Am Ende der geschotterten Forststraße rechts nach Norden abbiegen. 300 Meter weiter am Waldrand erwartet uns nahe der Gedenktafel zur „Angst-Kapelle“ eine sympathische Überraschung. Ein kleiner Walderlebnispfad – vermutlich die Arbeit einer waldpädagogischen Aktion – lädt zum Erkunden ein. Nicht groß aber nett und den kurzen Abstecher natürlich wert.
  • Auf freien Feld sehen wir in 200 Meter die kleine „Angst Kapelle“ und in 1000 Meter Entfernung die Umrisse der Wallfahrtskirche St. Leonhard, der wir uns auf dem Dürnhaarer Weg nähern.

Erstmals im Jahre 1403 urkundlich erwähnt, hat das Gotteshaus einigen Ausbauphasen kleinere und größere Veränderungen erfahren. Als am 17.08.1769  vormals spitzen Turm der Blitz einschlug, wurde er mit einer barocken Haube versehen. Neben der üppig barocken Ausgestaltung, befinden sich an den Wänden viele Votivtafeln, die bis 1670 zurückreichen und sich an den heiligen St. Leonhard, dem Schutzpatron für das Vieh und besonders die Pferde richten. Zu seinen Ehren finden auch seit dem elften Jahrhundert zum 8. Juli in Altbayern Wallfahrten mit Pferdekutschen statt. Gefeiert wird in Höhenkirchen-Siegertsbrunn immer von Freitag bis Sonntag, mit Wallfahrt, Umzug, dem Leonhardifest und Dult.

Durch Siegertsbrunn durch den Höhenkirchener Forst zurückgewandert

  • Von der Kirche wandern wir auf der Leonhardistraße Straße nach Norden 300 Meter zum Ortszentrum mit dem Maibaum. Nach Corona gibt’s dort auch wieder die Möglichkeit einzukehren.

Alternative: am Ort vorbei

  • Wer mit Hund unterwegs ist, keinen Hunger hat, oder sich keinen Eindruck vom Ortskern machen will, kann auch den Weg vor der Kirche rechts 340 Meter nach Osten und an der Egmatinger Straße 630 Meter bis zur Zaunstraße im Norden gehen (an der Pferdekoppel). Hier treffen beide Wegoptionen wieder aufeinander.

 Kurvenwirt/Alter Wirt Siegertsbrunn

Der Name kommt nicht von ungefähr. Damit die Straße nach Egmating nicht mitten durch den Gastraum vom „Alten Wirt“ verlaufen muss, wird sie hier in einem eleganten Schlenker knapp daran vorbeigeführt. Prima, nur so können beim Traditionswirt hausgemachte bayrische Küche auf den Tisch kommen. Die Preise sind erschwinglich, die Portionen gut, die Bedienung aufmerksam. Das finden nicht nur wir, sondern jede Menge weiterer Gäste auf Google.

  • Adresse: Egmatinger Str. 1, 85635 Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Tel:  +49 (0) 8102 – 3864, Alter Wirt Siegertsbrunn Website
  • Öffnungszeiten: Mo bis Sa von 10 Uhr bis 23:30 Uhr/So und Feiertag von 9 Uhr bis 23:30 Uhr (vor Corona)
  • Am Maibaum an der Kreuzung Egmatinger-/Hohenbrunnerstraße spazieren wir zur nahen Kirchen St. Peter im Norden. Hier rechts auf der Bogenhauser Straße bis ans Ende gehen (immer noch in nördlicher Richtung) und dort rechts in die Zaunstraße einbiegen. Ab hier führt der Weg aus dem Ort hinaus aufs Feld und in einem sanften Linksschlenker in 1 Kilometer zum Waldrand im Osten.
  • Vorbei an der Waldsiedlung dem Weg 450 Meter zur Lichtung im Wald wandern. Hier halbrechts 150 Meter in südöstlicher Richtung spazieren, bis es auf das Königs-Geräumt stößt. Auf dem Königsgeräumt 1,3 Kilometer nach Süden zurück bis zum Parkplatz laufen.

Wanderkarte Höhenkirchen-Siegertsbrunn

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