Rundwanderung durch die Aubinger Lohe und Moosschwaige

(Wanderoptionen von 5,1 und 9,5 Kilometer) Ein bisserl zersiedelt ist der stadtnahe Münchner Westen schon. Autobahnumgehung, Aubing, Puchheim und Lohhof lassen wenig Wanderbares vermuten. Gibt es hier aber doch, und genau dazwischen! Mit kompakten 6,2 km² ist die Aubinger Lohe nicht zu vergleichen mit den großen Waldgebieten im Münchner Osten oder Süden, aber auf jeden Fall ein paar herrliche Stunden wert. Nicht nur geschichtlich hat die Aubinger Lohe einiges zu zeigen, sondern auch tolle Natur zu bieten, zumindest wenn man das nahe Aubinger Moos der Moosschwaige auch noch gleich einen Besuch mit abstattet.

Das erwartet euch in der Aubinger Lohe

  • Die Tour kann als kurze Variante von 5,1 Kilometer (1:18 h) und einer ausgedehnteren Wanderung von 9,5 Kilometer  (2,2 h) Kilometer gegangen werden.
  • Auf der Wanderung kommt ihr an einem ehemaligen Turmhügel aus dem Mittelalter und einer Keltenschanze vorbei. In der Moosschwaige ein Stück südlich der Aubinger Lohe begeistert der Moosschwaiger Weiher und das naturbelassene Habitat.
  • Sehr gute Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Mit dem Auto sowieso.
  • Spielplatz im Norden, auf dem Gelände der aufgelassenen Ziegelei und Tongrube. Mit dem respektablen Schlittenberg haben nicht nur die Kids im Winter jede Menge Spaß.
  • Geschotterte Forst-, Natur und Wiesenwege. Letztere können bei Regen durchaus matschig werden. Daher auf gutes Schuhwerk achten. Kurzer Anstieg von ca. 20 Meter auf den Moränenhügel der Aubinger Lohe.
  • Einkehrmöglichkeit in der Waldwirtschaft Bienenheim

Anfahrt zur Aubinger Lohe mit Auto oder S-Bahn

Anfahrt mit der S-Bahn: Mit der S3 nach Mammendorf in 22 Minuten bis zum S-Bahnhof Lochhausen fahren. Zur Aubinger Lohe sind es kurze 500 Meter oder 6 Minuten zu Fuß. Hierzu den Bahnhof in südlicher Richtung verlassen (Fahrtrichtung links). Die Henschelstraße überqueren, und den nahen Weg 30 Meter südlich rechts 300 Meter bis zur Ziegeleistraße gehen. Hier 120 Meter links nach Süden wandern und nach dem Wohnhaus rechts auf das Gelände der Ziegelei gehen, welches heute ein Parkplatz ist.

Anfahrt mit dem Auto: Von Süden auf der A99 bis zur „Ausfahrt Kreuz München West“, von Norden auf der A99 bis „München Lochhausen“ fahren. Nach Osten abbiegen und weiter auf der Lochhausener Straße. Nach der Bahnüberfühung an der Ampel links in den Sumpfmeisenweg fahren und nach 60 Metern links in die Kleiberstraße einbiegen, und dem Straßenverlauf 550 Meter folgen. Der Federseestraße gegenüber der Bahnlinie bis zur Ziegeleistraße folgen. Der Parkplatz befindet sich südwestlich des ehemaligen Verwaltungsgebäudes nahe der Ziegeleistraße 8, 81249 München. (Google-Link)

Zum Schlittenberg und Teufelsberg gewandert

  • Unsere Wanderung beginnt auf der betonierten Bodenplatte der ehemaligen Süddeutschen Ziegelwerke. Heute ein Parkplatz, standen hier bis 1968 die Betriebsgebäude. Bei der Einfahrt am ehemaligen Verwaltungsgebäude (heute ein Kindergarten) steht noch das Pförtnerhaus, im Beton sieht man an verschiedenen Stellen die 600 mm Gleise, welche die Ziegelei mit den Tongruben verbanden. Brache? Ganz im Gegenteil! Die ehemaligen Lehmgruben sind Biotope mit besonderem Artenreichtum.

Aubinger Lohe und Ziegeleien

Aufgeschoben aus den Sedimenten der eiszeitlichen Gletscherströme ist die Aubinger Lohe mit 25 Meter die einzige größere Erhebung im eher flachen Münchner Norden. Zusätzlich liegt in Lochhausen über dem Schotter eine Lehmschicht. Erste Spuren lasse sich bis in die Bronzezeit zurückverfolgen.

Lag das bäuerliche Lochhausen früher weit vor den Toren von München, änderte sich dies 1839 durch die neue Bahnline. Mit dem Bauboom des aufstrebenden München entstanden hier ab Ende des 19. Jahrhunderts drei Ziegeleien, von denen die Süddeutschen Ziegelwerke als letztes den Betrieb einstellten, nachdem der Wiederaufbau von München weitgehend abgeschlossen war.

  • Vom Parkplatz spazieren wir links des Ziegelweihers nach Süden. Vorbei am Bewegungs-Parcours schreiten wir den ansteigenden Weg hinauf zum höchsten Punkt der Aubinger Lohe. Selbst im Frühjahr kann man sich hervorragend vorstellen, wie hier die Schlittenkurven auf abnormale Geschwindigkeit beschleunigen.
  • Zum Aubinger „Teufelsberg“ gelangen wir, indem wir vom „Rodelgipfel“ wieder etwa 80 Meter zurück gehen und rechts den Pfad 50 Meter durch nach Wald nach Osten folgen. Am Ende wird der Forstweg gekreuzt und die Wanderung halblinks den Berg hinab fortgesetzt. Den „Teufelsberg“ findet ihr etwa nach 100 Meter rechts, ein Stück abseits des Weges im Buchenwald. Den Fußpfad kann man eigentlich nicht verfehlen.

„Teufelsberg“, „Teufelsburg“ oder „Aubinger Burgstall“

Es gibt einige Bezeichnungen, unter denen der ehemalige Turmhügel aus dem 11. oder 12. Jahrhundert bekannt ist. Der Zweck diente Herren von Aubing vermutlich der Straßenüberwachung und Fluchtburg für die Bevölkerung, nicht als Adelssitz. Der Untergang der Burg wird mit dem Heerzug von Herzog Ludwigs VII kurz vor der Schlacht bei Alling datiert.

 

Die Mini-Burg – auch „Motte“ genannt, bestand aus einem künstlichen Lehmhügel von 30 x 20 Metern und einem bis zu 3,50 Meter tiefen Graben, der auch heute gut erkennbar ist. Die nicht mehr sichtbaren Steinfundamente waren aus Tuffstein, die Aufbauten darüber wahrscheinlich aus Holz. Im 19. Jahrhundert erhielt ein Aubinger Handwerker das Recht zur „Ausbeutung der Steine“.

  • Wir setzen den Weg vom Turmhügel hangabwärts fort. An der Weggabelung beim Kreuz halten wir uns zunächst in südwestlicher Richtung, um bei nächster Gelegenheit den Fußpfad links auf die nahe Wiese vor dem Wald zu schlagen. Der Weg wird zum Wiesenpfad, der uns entlang einiger künstlicher Tümpel um ein Privatgrundstück führt. Wenn ihr genau hinseht, entdeckt ihr hier vielleicht ein paar Erdkröten, die hier laichen.
  • Bleibt immer rechts des Lohwiesengraben, der in einiger Entfernung zur Aubinger Lohe eine sanfte Rechtskurve von 850 Metern beschreibt, um sich am Ende wieder dem Forst zu nähern. Am Ende des Zauns führt der Weg wieder in den Wald, der uns auf einen Fußpfad zu einem nahen Waldweg schreiten lässt. Links nach Südwesten weitergehen, bis man nach ca. 120 Meter auf den Aubinger-Lohe Weg trifft.

Kurze Aubinger Lohe Runde

  • Setzt den Weg geradeaus zur Keltenschanze fort
  • Noch kürzer: Ihr folgt den Aubinger-Lohe Weg nach Norden.
  • Wegbeschreibungen weiter unten im Text „Zurück über die Keltenschanze und Bienenheim spaziert“

Im Zickzack durch die Moosschwaige zum Moosschwaiger Weiher wandern

  • Um zur Moosschwaige zu kommen, halten wir uns zunächst links. Am Parkplatz erst die Eichenauer Straße, dann die nahe Bahnlinie queren und den Schotterweg 360 Meter nach Süden gehen. Freies Feld. Die A99 ist hier nicht zu überhören. Im Zickzack setzen wir unsere Wanderung fort: Dann 170 Meter Richtung Südwesten, und ca. 400 Meter nach Süden. Dem Verlauf des Moosschwaiger Wegs folgen. Er bringt euch nach zwei weiteren Richtungswechseln zum ehemaligen Gutshof Moosschwaige im Westen. Das Anwesen kann nicht besichtigt werden. Es gehört heute einem größeren Immobilienunternehmen. Die landwirtschaftlichen Flächen hat die Landeshauptstadt als ökologische Ausgleichsflächen für das Neubaugebiet Freiham erworben.
  • Am Tor des Gutshofes den Weg rechts nach Nord-Westen wählen. 350 Meter weiter der einladenden Allee nach Norden folgen. Den malerischen Moosschwaiger Weiher erreicht ihr nach 600 Metern. Die ehemaligen Fischteiche des Gutes sind heute ein besonders und schützenswertes Biotop, in dem man mit Glück sogar den Eisvogel und Biber entdecken kann. Die kleine Bank am Weiher lädt ein.
  • Ab dem Moosschwaiger Weiher verläuft der Fußpfad entlang des Erlbachs nach Norden. Wir sehen vom Biber abgenagte Bäume und die Biberburg dazu unweit des Weges. Hunde sind hier unbedingt an der Leine zu führen! Am Ende des Pfades den Weg rechts bis zu Bahnlinie gehen und erneut rechts den Gleisen 800 Meter bis zum Bahnübergang im Osten folgen, den wir beim Hinweg bereits kennengelernt haben.

Zurück über die Keltenschanze und Bienenheim spaziert

  • Der Fußweg zur Keltenschanze führt unweit des Parkplatzes vom Aubinger Lohe Weg links in den Wald. Er folgt der Eichenauer Straße in einiger Entfernung nach Westen, ohne dass diese nervt. Nach etwa 280 Metern halten wir rechts von uns nach ein eher unscheinbaren Wall Ausschau. Die Anlage aus der Latènezeit (200 v.C.) mit der Größe eines Fußballplatzes hatte vermutlich eine Kultstätte mit einem Opferschrein und einen Brunnen. Auf der Spitze des Walles stand eine Wand von senkrecht aufgestellten Baumstämmen. Schreitet den ehemaligen Wall ab. An der nördlichen wie westlichen Seite gehen Wege ab, die uns zum Forstweg im Norden führen, von wo wir wieder auf den Aubinger Lohe Weg im Osten kommen.
  • Der Aubinger Lohe Weg durchneidet das Waldgebiet schräg durch die Mitte. Nach 560 Metern die Abzweigung rechts nehmen, der in einem Bogen nach Osten nahe der Waldwirtschaft Bienenheim führt.

Einkehren in der Waldwirtschaft Bienenheim

  • Die Waldwirtschaft Bienenheim findet ihr am nordöstlichen Ende des Sportplatzes. Wir selbst konnten uns leider keine eigene Meinung bilden, da die Gastronomie wegen Corona und sonst auch immer geschlossen hatte. Auf der Website wird die Küche als „junge bayerische Landhausküche mit mediterranen und österreichischen Einschlag beschrieben“. Die Bewertungen auf Google waren vorwiegend positiv.
  • Adresse: Bienenheimstraße 11, 81249 München, Webseite Waldwirtschaft Bienenheim, Montag ist Ruhetag

Zurück zum Parkplatz/Bahnhof

  • Entweder ihr nehmt den Weg östlich in den Wald, der am Ende des Fußballfeldes südöstlich in den Wald führt. Nach 250 Meter habt ihr den Schlittenberg erreicht. Von dort folgt dem gleichen Weg zurück, den ihr bereits kennt
  • Alternativ könnt ihr von der Waldwirtschaft Bienenheim den Karl-Harz-Weg vorbei an der Kleingartenanalage nach Osten zurück gehen, allerdings weniger schön.

Wanderkarte Aubinger Lohe

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