Urlaub im New Forest mit Portsmouth-Ausflug

Mit dem Auto, einem Zelt, zwei Teens und einem Hund haben wir als fünfte Station unserer Südengland-Rundreise den New Forrest erreicht. Es ist das größte Wald und Heide Gebiet im dichtbesiedelten Süden Englands und dadurch eine Besonderheit. Nahe zu Porthsmouth und der Ile of Wright bietet diese Region jede Menge Abwechslung aber auch Rückzugsmöglichkeiten. Die Besonderheit: Halbwild streunen Pferde, Ponys, Schafe oder Rinder hier durch die Gegend, was insbesondere auf dem Campingplatz den Eindruck erweckt, auf einer Weide zu übernachten.

Anfahrt zum New Forest im Stau

Südengland ist eine Tourismusregion, die im besonderen Maße die Urlauber aus dem eigenen Land anzieht. Gerade zum Wochenende ist das Verkehrsnetz im Sommer hoffnungslos überfordert. Autobahnen nach deutschem Vorbild gibt es an der Küste keine, eher autobahnähnliche Bundesstraßen, die irgendwann in einem Kreisverkehr enden. Hier stehen dann Autos samt Insassen in der Hoffnung, dass es auf der anderen Seite flüssiger läuft.

Die A31 und M27 durchschneiden den nördlichen Teil des New Forest. Auch wenn man praktisch schon am Ziel ist, braucht es dennoch eine Weile, da die zentrale Verbindungsstraße ab dem Kreisverkehr über die A337 ebenfalls eine fiese Staufalle ist. Wegen einer fehlenden Umgehungsstraße und mangelnder Alternativrouten war besonders die Kreuzung in Lymington ein unangenehmer Stopper, der jede Menge Zeit verbrannte, da die Karren schon Kilometer vor dem Ort wieder mal im Schrittempo dahinkrochen. Am besten rechtzeitig den Verkehrsbericht in Google Maps konsultieren, wann die Straße freier ist.

Unsere Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten

1. Hollands Wood Campsite/Brockenhurst
2. Wald und Heide im New Forest
3. Lymington
4. Beaulieu
5. Old Portsmouth und Gunwharfs Quai
6. Portsmouth Historic Dockyard

Als KML-Datei für Google Earth/Goolge Maps exportierenStandalone-Karte im Vollbild-Modus öffnenQR Code-Bild für Standalone-Vollbild-Kartenlink erstellenAls GeoJSON exportierenAls GeoJSON exportieren
New Forest

Karte wird geladen - bitte warten...

Hollands Wood Camping: 50.829795, -1.570702
Lymington: 50.755138, -1.540146
Portsmouth Historic Dockyard: 50.800600, -1.108670
Beaulieu: 50.817975, -1.454659
Lyndhurst / The New Forest Centre: 50.872800, -1.574840

Hollands Wood Campsite/Brockenhurst

„Camping in the forest“ bietet auf 10 Plätzen im New Forest die Möglichkeit einer kleinen Abenteuer-Zelt-Auszeit im Eichenwald. Der größte Platz und unser Reiseziel war Hollands Wood-Campsite. Die Annehmlichkeiten beschränken sich auf eine grüne Wiese, Sanitärgebäude sowie Teer- und Kieswege durch das Areal und jede Menge Natur, durch die Pferde und Ponys streifen. Da die Vierbeiner nicht doof sind, haben sie herausbekommen, dass in und bei den Zelten allerhand Leckereien zu finden sind. So kann es schon vorkommen, dass die Pferde frech danach suchen. Gerade deswegen haben wir unseren Aufenthalt hier sehr genossen, auch wenn die Rates im Vergleich etwas hoch ausfallen. Hollands Wood Campsite ist fussläufig zu Brochenhurst gelegen, wo sich auch ein Tesco-Supermarkt und Pubs befinden. Der Platz liegt zentral in der Mitte des Waldes von wo man viele Ausflüge in jede Richtung unternehmen kann.

Lest mehr über unseren Aufenthalt auf Hollands Wood Campsite

Adresse des Hollands Wood Campsite

New ForestLyndhurst Road, Brockenhurst
Hampshire, SO42 7QH
Phone bookings: 024 7642 3008

Website Holland Wood Campsite

Hoch

Wald und Heide im New Forrest

Mit einer Gesamtfläche von 145 Quadratkilometern ist der New Forest nicht nur ein natürliches Habitat, sondern auch ein sehr geschichtsträchtiger Ort. Einst königliches Jagdrevier von Wilhelm dem Eroberer gehören noch heute etwa 90 Prozent des Waldes der britischen Krone. Jahrhundertelang durch Hirsche, Ponys, Schafe und Ziegen beweidet, hat der New Forest seinen Charakter weitgehend erhalten. Bestehend aus einem Mosaik von Wald, Heideflächen, Flüssen und einer abwechslungserichen Küstenlinie mit Salzwiesen ist er seit 2006 Nationalpark. Das Gebiet ist mit vielen Wander- und Radwegen recht gut erschlossen. Die Wanderwege beginnen meist an kostenfreien Parkplätzen (in England nicht selbstverständlich). Die hellen und würdigen Wälder mit ihren knorrigen Bäumen erinnern fast an einen Park.

Auf der Website der Parkverwaltung finden sich zahlreiche Tourenvorschläge, die einen normalen Wanderer kaum ins Schwitzen bringen, da sie zumindest aus meiner Sicht eher Wald Schnupper-Runden sind, aber sehr schöne.

In Lyndhurst gibt es das New Forest Centre mit einem Museum mit vielen interessanten Informationen. Öffnungszeiten: täglich, 10.00 – 16.00 Uhr bis zum 29. März und 10.00 – 17.00 Uhr in der restlichen Zeit. Vor dem Besuch am Besten noch einmal die Website konsultieren, da es auch Ausnahmen, z.B. an Feiertagen gibt. Bei Regenwetter kann der Besuch ja nicht schaden ;-).

The New Forest Centre
Lyndhurst, Hampshire, SO43 7NY

Tel: 023 8028 3444
Fax: 023 8028 4236

Website New Forest Centre
Website New Forest Nationalparks

Hoch

Lymington

Lymington ist eine kleine und kuschelige Hafenstadt am Ärmelkanal. Von unserem Campingplatz in Brockenhurst waren wir mit dem Auto nicht länger als 15 Minuten unterwegs. Das der Ort vom und mit dem Tourismus lebt, wird besonders in der Gegend um den Hafen präsent. Bunt und trubelig schieben sich die Besucher durch die Gassen von Lymington, was nicht negativ gemeint sein will. Wenn das Wetter passt, fischen die Kinder nach Krebsen. Typisch englisch eben sind auch die kleinen renovierten Häuser aus dem 16./17. Jahrhundert. Es macht Spaß sich die netten Läden anzusehen und sich am Wasser in die Sonne zu setzen. Am Samstag gibt es einen traditionellen Straßenmarkt entlang der georgischen High Street, auf dem es lokalen Erzeugnissen, Kunsthandwerk und Antiquitäten zu entdecken gibt. Für einen Besuch mit Shopping und Sightseeing reicht ein Vor- oder Nachmittag.

Von Lymington gehen Fähren hinüber zur Isle of Wight. Die Kosten für den Transport sind allerdings ganz schön teuer und nahezu so hoch, wie unser Transport von Calais nach Dover. Auf einen Abstecher haben wir daher verzichtet. Informationen zur Fähre zur Isle of Wight.

Hoch

Beaulieu

Beaulieu besteht aus kaum mehr als einer kleinen Hauptstraße, wenigen Läden und einem Gartencenter, was aber sehr nett anzusehen ist und der mittelalterlichen Beaulieu Abbey sowie dem Beaulieu Palace House auf der anderen Seite des Beaulieu Rivers. Bekannt ist der Ort hauptsächlich wegen des bekannten Beaulieu National Motor Museum mit mehr als 250 Fahrzeugen und viel Rambazamba mit der ältesten Monorail in England drumherum. Wir haben darauf verzichtet.

Der Wanderweg von Beaulieu (6,7 Kilometer hin und zurück) nach Buckler’s Hard am Beaulieu River verspricht mehr Genuss. In dieser ehemaligen Werft wurden ab dem 18. Jahrhundert viele große Segelschiffe für die Royal Navy gebaut, die in der Schlacht von Trafalgar ihren Dienst leisteten. Das benötigte Bauholz für die Schiffe wurde im New Forest geschlagen. Heute lebt der Ort vom Tourismus. In Buckler’s Hard gibt ein kleines Marine-Museum und einen Yachthafen. Nett anzusehen, aber nicht zu viel erwarten ;-).

Hoch

Old Portsmouth und Gunwharfs Quai

Portsmouth, ist von Brockenhurst mit dem Auto in knapp 45 Minuten erreichbar und somit absolut im Ausflugsradius vom New Forest. Der Ort ist als Hafenstadt, besonders aber als Stützpunkt der Britischen Marine bekannt. Charles Dickens wurde hier ebenfalls geboren, Arthur Conan Doyle und Rudyard Kipling hatten hier ihre Heimat. Seien wir ehrlich: Wir Deutschen sind Schuld, dass Porthmouth eine überwiegend hässliche Stadt ist, denn auf Grund ihrer kriegswichtigen Position wurden Altstadt und Hafen – ebenfalls wie das benachbarte Southhampton – mehrfach bombardiert. Das heutige Stadtbild wird von Gebäuden aus den 1980er Jahren geprägt, die einen teils ungepflegten Eindruck erwecken.

Ein Besuch ist dennoch lohnenswert, da man das „Portsmouth Historic Dockyard“ mit vielen historischen Schiffen besichtigen kann.

Gunwharfs Quay Outlet und Spinnaker Tower

Das moderne Wahrzeichen von Portsmouth ist heute der Emirates Spinnaker Tower. Vom 170 Meter hohen Turm über den Gunwharf Quay hat man einen sensationellen Ausblick über die Stadt, das Meer und hinüber zur Isle of Wight. Auf dem Gelände der ehemaligen HM Gunwharf, wurden einst Kanonen, Munition und andere Waffen gelagert, repariert und gewartet. Heute befindet sich hier ein Outlet mit 90 Outlet Stores und 30 Restaurants, Pubs und Cafés, das kurzweilige Einkaufsspass verspricht. www.gunwharf-quays.com

Old Porthmouth

Old Porthmouth befindet sich in der südwestlichen Ecke von Portsea Island und vom Gunwharfs Quay etwas südlicher, vorbei am Gunwharf Fähr-Terminal beim alten Hafen (wenig Amospäre). Auch wenn sich das Toursimusbüro bemüht diese Ecke blumig zu beschreiben, hat es uns hier nur mäßig begeistert. Ein kurzer Spaziergang auf der befestigten Hafenmauer war dabei das einzige kleine Highlight. Das Gebiet bietet mehrere historische Pubs, darunter die Bridge Tavern, Still and West, Spice Island Inn und der Delphin.

Hoch

Portsmouth Historic Dockyard

In Portmouth befinden sich nicht nur das Hauptquartier der Royal Navy, sondern auch das größte Marinemuseum der Welt. Das Historic Dockyard und ein Besuch der HMS Victory war für uns Antrieb, Portsmouth einen Besuch abzustatten. Es ist das älteste Schiff, im Dienst der britischen Marine und die einzige Möglichkeit einen historischen Windjammer nicht nur auf, sondern auch unter Deck kennenzulernen. Das Flaggschiff von 1765 mit dem Admiral Nelson bei der Seeschlacht von Trafalgar gekämpft hat, kann heute auf allen Etagen in seinem Trockendock besichtigt werden. Ein Audioguide lässt das schwierige Leben auf einen Segelschiff lebendig werden, von Kapitän „Hardy’s Cabin“, „The Poop Deck“ oder „The Lower Gun Deck“.

Hunde dürfen leider nicht auf das Freigelände, was uns leider einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, ein günstigeres Familienticket zu kaufen. Wir mussten uns aufteilen und leider getrennt das Museum besuchen, was den happigen Eintritt leider noch teurer gemacht hat.

Weitere Besonderheiten ist die HMS Warrior von 1960, dem ersten hochseetauglichen Kriegsschiff, oder die geborgene Mary Rose. Wenn man als verwöhnter Europareisender jedoch schon mal die Vasa in Stockholm gesehen hat, sind die letzten Reste der Mary Rose nicht mehr ganz so spektakulär.

Ein früher Besuch lohnt sich, da sich am Eingang und vor den Top-Sehenswürdigkeiten wie der HMS-Victory lange Schlangen bilden.

Parkmöglichkeit gibt im Portsmouth Historic Dockyard Car Park, Portsmouth PO1 3GT am Admirals-Tower

Portsmouth Historic Dockyard

Visitor Centre, Victory Gate, HM Naval Base,
Portsmouth, Hampshire, PO1 3LJ

Website Historic Dokyard
Website zur HMS Victory

Hoch

print