Rundwanderung an der Amper bei Günding über Mitterndorf

(Wanderung 6,2 Kilometer) Die Länge einer Flusswanderung wird ganz wesentlich von der Entfernung der nächsten Brücken bestimmt, die uns den Rückweg auf der anderen Uferseite ermöglichen. Hier liegen sie nahe zusammen, was diesen Amper-Abschnitt eher zu einem Spaziergang macht. Der Clou dabei: Ist euch die Tour zu kurz, kombiniert sie einfach mit der nächsten, die euch von Mitterndorf zum Schloss Dachau führt. Dann habt ihr alles, nämlich ordentlich Auslauf – nicht zu viel – und ein tolles Ziel. Dieses Füllhorn an Wanderoptionen findet ihr zwischen Günding und Mitterndorf, etwas südlich von Dachau. Wir waren im Familienverbund unterwegs: Kind, Eltern, Großeltern. Schön, wenn am Ende alle zufrieden sind.

Das erwartet euch an der Amper zwischen Günding und Mitterndorf

  • Die Tour ist einfach und nicht besonders lang, eigentlich ein Spaziergang. Uns haben die Pfade am Fluss am besten gefallen, für die man schon über einen umgestürzten Baum steigen muss. Bei Regen können sie allerdings matschig werden und die Zweige ihre Tropfen an euch abstreifen. Alternativwege gibt es natürlich, sind aber weniger reizvoll.
  • Die wilde Natur ist das Highlight auf der Tour. An einigen Stellen fühlt man sich im Regenwald und nicht in Oberbayern.
  • Möglichkeit für einen Einkehrschwung in der „Alten Liebe“ nahe dem Amper-Wanderweg.

So kommt ihr nach Mitterndorf/Günding

Anfahrt mit dem Auto: Wenn ihr die Tour ab Günding starten wollt, braucht ihr ab dem Autobahnbeginn in Obermenzing über die Autobahn A8 nur 12 Minuten. Ausfahrt 78, Dachau/Fürstenfeldbruck. Der Parkplatz direkt am Kanal befindet sich in der Kanalstraße in Günding (Google Maps Link).

Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:  Einfacher ist es die Tour am Dachauer Freibad zu starten und ab hier flussaufwärts zu wandern: Mit der S2 Richtung Petershausen fahren. Vom Bahnhof Dachau mit dem Bus 720 zur Haltestelle „Dachau Familienbad“ (nicht „Hallenbad“!). Fahrtdauer vom Hauptbahnhof etwa 45 Minuten. Zur Mitterndorfer Brücke kommt ihr der Amper entlang nach Südwesten.

Losgewandert: Die Amperwanderung in Günding starten

  • Überquert am Parkplatz über die Fußgängerbrücke die Amper und schon nach 100 Metern, die nächste Brücke über die alte Amper. Grün ist es hier. Am Amazonas war ich noch nie, aber ein bisserl wie hier könnte es in Südamerika schon aussehen. Wer es wild liebt, wählt gleich auf der Südseite den Uferpfad.
  • Der Pfad hält sich 800 Meter nah am Ufer der Amper. Er ist schmal und nicht für Kinderwägen geeignet. Hierfür lieber den Alternativweg wählen. Aber nicht wir, da es hier deutlich mehr Spaß macht zu wandern, auch wenn er nicht breit genug ist, um nebeneinander zu spazieren. Am Ende führt ein Steg über Altwasser. Auf den Amperwander- und radweg stoßen wir gleich auf der anderen Seite.
  • Alternativweg: Alle, die sich nicht in den Dschungel wagen, können diesen umgehen, indem sie 400 Meter weiter geradeaus gehen, und den Siedlungsweg nach Osten folgen. Nach einem halben Kilometer links abbiegen. 400 Meter weiter trefft ihr auf den alternativen Fußpfad.
  • Die Amper kurvt sich durch die Au. Der Abzweiger zur Gaststätte „Alte Liebe“ ist 900 Meter nordwestlich erreicht. Das Schild ist schmutzig, aber nicht zu übersehen. Hunger und Durst lassen sich etwa 100 Meter am Ende des Fußwegs stillen.

„Alte Liebe“ Dachau

Die Gaststädte in den Amperauen Dachau hat eine traditionsreiche Vergangenheit. Das kleine Haus der Freien Turnerschaft München e.V. wurde 1926 errichtet, war Vereinsheim und Ausflugsgaststätte, die über die Jahre erweitert und restauriert wurde. Es werden „bodenständig süddeutsche und europäischen Speisen“ serviert. Schnitzel, Kässpatz’n und Gnocchi, Grillfleisch oder  Forelle »Müllerin Art«.

Die Deko hat einen Hang ins rustikale. Ja mei, anderen gefällts und bezeichnen das als romantisch. Wer aber im Wirtsgarten sitzt, kann sich dagegen über viele Blumen freuen. Die paar Betonfiguren zwischendrin habe ich versucht zu übersehen. Das Essen war aber lecker, die Bedienung freundlich, die Preise münchnerisch und die Lage mitten im Grünen super. Bei schönem Wetter kanns allerdings voll werden. Für Kinder gibts einen kleinen Spielplatz.

Adresse: Im Lus 4, 85221 Dachau,  Website „Alte Liebe“
Öffnungszeiten: 
Mo-So 11:00 – 22:00 Uhr

Von der Mitterndorfer Brücke zurückspazieren, oder weiter nach Dachau wandern

  • An der Mitterndorfer Brücke in 500 Metern könnt ihr nach Dachau weiterwandern, (zur Wanderbeschreibung) oder nach Günding zurückspazieren. Wechselt dafür auf die andere Straßenseite. Dort ist übrigens eine Infotafel zum Maler Otto Strützel, welcher der Künstlerkolonie Dachau angehörte.

Künstlerkolonie Dachau – Otto Strützel

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann eine neue Sichtweise die Malerei zu inspirieren. Die „plein-air-Malerei“ – Freililichtmalerei ließ viele Künstler in die Umgebung der Städte auf der Suche nach landschaftlichen Motiven suchen. Es ging darum, die naturgegebene Farbigkeit einer Landschaft darzustellen. Im Dachauer Moos mit seinen wetterbedingten Lichtverhältnissen und Stimmungen und an der Amper wurden die Maler fündig. Otto Stützel gehörte seit 1993 zur Künstlerkolonie Dachau, die er in den Sommermonaten immer wieder besuchte. Er bildetete hauptsächlich Landschaften mit Nutztieren und Menschen ab. So auch auf dem Gemälde „Amperbrücke bei Mitterndorf“ das 1923 entstand.

Weitere Informationen zur Künstlerkolonie und dem Dachauer Künstlerweg

Station des „Dachauer Künstlerweges“ an der Amperbrücke

  • Von Mitterndorf halten wir uns am rechten Uferweg flussaufwärts. Er beschreibt einen Rechtsbogen, wo die Maisach zur Amper stößt. Über einen Steg kreuzen wir den Zufluss und folgen weiter der Amper. Nach 800 Metern teilt sich von der Amper der Kanal, den wir über eine Brücke am Naturfreundehaus Dachau queren.
  • Der schnelle Weg zurück zum Parkplatz bei Günding: Folgt dem Amperkanal 750 Meter am Elektrizitätswerk vorbei. Die Runde schließt sich an der Brücke beim Parkplatz.
  • Der wilde Weg an der alten Amper:  Immer dem Flussufer folgend ist dieser Pfad länger aber spannender. Er biegt ein Stück südwestlich des Naturfreundehauses links ab. Gewunden durch Grün, über und unter Baumstämmen hindurch erfahren auch hier erneut Dschungelfeeling. Kaum, dass man den Weg verlassen kann, denn es wuchert hier wie eine Wand. Nach 1000 Meter ist die Amperbrücke erreicht. Zum Parkplatz einfach 150 Meter rechts halten.

Wanderkarte Amper bei Günding