An der Amper wandern: Schloss Haimhausen mit Mariabrunn Biergartenabstecher

 (Wanderungen: 5, 7 und 13 Kilometer) Münchner fahren am Wochenende am liebsten in den Süden. Die Verheißung der nahen Berge übt einfach eine enorme Anziehungskraft aus. Der Norden bleibt das Naherholungsziel der Ansässigen und weniger Ausflügler, die es  besser wissen (wie nun auch wir).  Gitta und ich haben uns an zwei Wochenenden die Gegend zwischen Haimhausen und Ampermoching näher angesehen und eine teils sehr naturbelassene Landschaft mit vielen Altwasserarmen kennengelernt. Neu für uns: das erstaunlich große Schloss Haimhausen und der Heigl-Badeweiher. Am Ende einer Sommertour lädt der nahe Biergarten Mariabrunn ein, der sich auch erwandern lässt. Wir haben den Biergartenabstecher  mit dem Auto bevorzugt, da der Anmarsch von Haimhausen teilweise ein „Hatscher“ ist.

Wandern an der Amper: Übersicht der Touren und Wegoptionen

Das Schöne am Ausgangspunkt in Haimhausen ist, dass man vom Startpunkt am Parkplatz am Hirschangerweg in Haimhausen viele unterschiedliche Wegoptionen hat, die man nach Lust und Laune erweitern oder verkürzen kann. Alles haben die Wanderungen gemein, sie begleiten die Amper und offenbaren viele schöne Eindrücke über unseren neuen Lieblingsfluss nördlich von München:

  1. Haimhauser Amper-Schlossrunde
  2. Verlängerung: Haimhauser Amper Schloss- und Heiglweiher-Runde
  3. Verlängerung/Heiglweiher- und Altwasser-Runde
  4. Verlängerung zum Biergarten Mariabrunn über Ampermoching

Die Übersichtskarten zu den Touren befinden sich am Ende der Seite

Was ihr schon immer über die Amper wissen wolltet

Die Amper ist ein oberbayerischer Gebirgsfluss, der von seiner Quelle bis in den Ammersee als Ammer  bekannt ist, und von dort bis zur Mündung in die Isar bei Wang „Amper“ genannt wird. Der Name hat seinen Ursprung im indogermanischen, was einerseits einen Wasserlauf  bezeichnet, aber in der Namensverwandtschaft mit dem keltischen Wort ampart mit stark und geschickt in Verbindung gebracht wird. Bis zum Bau der Eisenbahnlinien wurde die Amper als Transportweg verwendet, auf der auch das wertvolle Salz transportiert wurde.

Auf ihrer Reise fließen Ammer und Amper durch die Ortschaften: Ober- und Unterammergau, Weilheim, Fürstenfeldbruck, Dachau und Moosburg.

1. Haimhauser Amper Schlossrunde

Haimhausen ist für die meisten Münchner am schnellsten über die Autobahnausfahrt Unterschleißheim auf der A92 zu erreichen. Von dort rechts auf die B13 (Ingolstädter Landstraße) abzweigen und nach knapp einem Kilometer in nördlicher Richtung links auf die Staatsstraße nach Haimhausen abbiegen. Im Ortszentrum links auf die Dachauerstraße fahren. Bei Hausnummer 75 biegt rechts der Hirschgangweg ab, der über die Amperbrücke führt. Der Parkplatz befindet sich gleich linkerhand auf der anderen Flussseite.

Unser Weg startet rechts neben der Brücke. Wir befinden uns hier auf einer langgezogenen Insel zwischen zwei Armen der Amper, die hier mit mehreren Wehren miteinander verbunden sind. Das erste Wehr erreichen wir schon nach 120 Metern, das wir auf einen eisernen Steg überschreiten. Dahinter ein schattiger und sehr schöner Fußweg entlang des Amper-Kanals, der uns schon nach 300 Metern zum nächsten Wehr führt. Bevor ihr es überschreitet und zum kleinen Elektrizitätswerk Haniel kommt, nutzt die Gelegenheit den wunderbaren Zusammenfluss des Kanalwassers mit der Altamper zu genießen. Ausladend strecken Baumriesen ihre Äste in die Amper, ein kleine Kiesbank, ein schöner Platz, um kurz zu verweilen.

Zum Haimhauser Schlossblick und weiter zur Amperbrücke

Am Wehr wird das Kanalwasser zum Mühlbach, was hier im nahen Elektrizitätswerk seit 1902 Ökostrom aus Wasserkraft produziert. Wir folgen ab hier dem Weg links der Amper entlang. Das Schloss Haimhausen taucht gleich rechts zwischen den Bäumen auf!

Schloss Haimhausen

Das Ampertal gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten in Bayern. Die erste Erwähnung von Haimhausen stammt aus dem Jahre 772, wo auch schon früh ein Gerichtsstand installiert war. In den komplizierten Eigentumsverhältnissen des Mittelalters wechselte der Ort mehrfach die Besitzverhältnisse. Das 1281 erwähnte „Castrum“ war eine Burg an Stelle des heutigen Schlosses, was den Herrschaftsanspruch sichern und unterstreichen sollte. Nach einem Brand im Dreißigjährigen Krieg wurde 1660 das Schloss im Stile des Rokoko neu errichtet und vom Reichsgrafen Karl Ferdinand Maria von und zu Haimhausen erweitert und umgebaut.

Die Industriellenfamilie Haniel erwarb 1892 das Schloss, da es keinen männlichen Nachfolger der Grafen von Butler-Clonebough gab. Das Gebäude wurde in ein englisches Landhaus umgebaut und das kleine Elektrizitätswerk gebaut, mit dem das Schloss und der Ort mit Strom versorgt werden konnten. Das Schloss Haimhausen wurde 1997 an die „Bavarian International School“ verkauft. Die Familie Haniel betreibt noch heute  unter anderem das Elektrizitätswerk und die Schlossbrauerei.

Unser Weg folgt der Amper, die wir mal sehen, mal nicht, aber immer spüren. Ab und an erhaschen wir durch eine Sichtschneise einen Blick auf das Schloss Haimhausen. Haltet euch an der Weggabelung nach etwa 600 Meter links und verpasst nicht den kleinen Abstecher zur Amper nach weiteren 350 Metern (links). Ihr gelangt zu einer Kiesbank mit einem tollen Blick auf den Fluss. Besonders schön sind die Teppiche von weißem Wasserhahnenfuß, die auf der Amper schwimmen.

Zurück am Weg gelangt man zum Sportplatz der International School. Wir halten uns am Weg links am Waldrand entlang (nicht auf das Schulgelände gehen). Nach 300 Meter auf dem Trampelpfad links abbiegen, der noch immer den Waldrand folgt. Die Containersiedlung, die wir links umgehen gehört zum Asylantenheim, das man etwas abseits vom Ort und gegenüber der Kläranlage errichtet hat. Der Weg stößt nahe der Amperbrücke auf die Amperprettenbacherstraße.

Über die Amperbrücke auf die nördliche Flussseite

Die Brücke queren wir, um auf der kleinen Teerstraße auf der anderen Amperseite gleich links Richtung Heiglweiher abzubiegen. Zur Kirschenzeit kann man hier nahe der Kreuzung das baumfrische Obst aus dem Automaten ziehen.

Die Straße ist wenig befahren, Radfahrer, mal ein Moped oder ein Auto fahren auf ihr zum Heiglweiher. 1000 Meter weiter, nach dem Solarpark gehen wir geradeaus auf dem Feldweg, während die Straße eine Rechtskuve macht. Nach 50 Metern links am Waldrand abbiegen und bis zur Stromleitung entlang gehen. Den Pfad darunter bis zur Amper folgen. Ihr erreicht die Brücke über einen Amper-Nebenarm  keine 50 Metern flussaufwärts (rechts).

Über den Ampersteg und zurück zum Parkplatz oder die Runde über den Heiglweiher verlängern

Wer weiter zum Heiglweiher will, hält sich an den Weg, der rechts vor dem Steg abbiegt. Zurück zum Auto geht es, wenn ihr nach dem Steg links 850 Meter dem Uferweg folgt.

2. Verlängerung: Haimhauser Amper Schloss- und Heiglweiher-Runde

Wer weiter zum Heiglweiher will, hält sich an den Weg, der rechts vor dem Steg abbiegt. Grün und wild folgt der Pfad dem Amper-Seitenarm, der aber selten viel Wasser führt. Den Heiglweiher erblickten wir nach 200 Meter auf der rechten Seite.

Wer bei schönem Wetter keine Badehose im Gepäck hat, wird sich ärgern. Bei unserem ersten Besuch warfen wir nur einen kurzen Blick auf den Heiglweiher, da eine bedrohliche Wolkenwand Gewitter ankündigte. Heute sah es sehr viel besser aus!

Der Heiglweiher

Zwischen Haimhausen und Amperpettenbach gelegen ist der kleine Heiglweiher ein beliebter Badesee, der als einer der ersten Seen im Landkreis zum Baden einlädt. Der Heiglweiher ist selten überlaufen, verfügt über zwei Stege und wenige Dixi-Toiletten

Das Wasserwirtschaftsamt München stuft den Heiglweiher als „oligotroph“ ein (geringe Nährstoffbelastung, hohe Sichttiefe, geringe Produktion von Algen). Für Hunde ist der Weiher verboten.

Wir umrunden den Weiher und stoßen im Osten auf einen guten Feldweg, der hier eine scharfe Kurve beschreibt. Links abgebogen folgen Gitta und ich der Straße, bis wir nach 600 Metern auf einen Abzweiger nach links (Süden) treffen. Wer die Runde nicht weiter verlängern möchte, hat hier die Gelegenheit sie abzukürzen –> weiter bei 3.

Ab hier beschreibt der Weg eine scharfe Kurve, überquert dabei den Amper-Seitenarm und stößt auf den Hauptfluss. Ab hier sind es 1,7 abwechslungsreiche Kilometer, bis zum Parkplatz, die irgendwie an Norddeutschland erinnern.

3. Verlängerte Heiglweiher- und Altwasser-Runde

Wer hier nicht abkürzen möchte, den erwartet später ein sehr schöner Flusspfad entlang der Amper. Zunächst müssen wir den Weg 1,6 Kilometer folgen. Nicht irritiert sein, wenn er sich etwas von der Amper entfernt, und dann wieder im spitzen Winkel zu ihr zurück läuft. Nach 1000 Metern stoßt ihr auf einen Altwasserarm der Amper, der hier ein wertvolles Biotop für die Tier und Pflanzenwelt bildet. Weniger schön ist die Hochspannungstrasse hier, die den Fluss überspannt und die Landschaft teilt. Beim nächsten Feldweg biegen wir aber schon links Richtung Süden ab, der schnell auf die Amper stößt. Der Weg wird zum Pfad, der ab und an auf Stegen ein Altwasser überquert und 1000 Meter flussabwärts auf den in Punkt 3 beschriebenen Weg stößt, der uns zum Parkplatz zurück führt.

4. Verlängerung von Haimhausen zum Biergarten Mariabrunn

Der Biergarten Mariabrunn befindet sich nordöstlich der Gemeinde Ampermoching. Als kürzerer Anmarsch bietet sich der Feldweg, den wir vom Heiglweiher bis zur Abzweigung der Verlängerungsroute 3 genommen haben. Schade ist, dass der Weg etwas ereignislos  1,5 km weiter bis zur Indersdorfer-Straße in Ampermoching führt. Über die Bürgermeister-Gasteiger-Straße im Westen kommt man zur Schulstraße und der Straße „Am Bründlfeld“, die hier den Hang nach oben verläuft. Nach 400 Metern am ersten Feldweg links nach Osten abbiegen und bis zur Aussichtsbank abbiegen. Von hier kann man bei klarem Wetter bis nach München und weiter bis zu den Alpen blicken. Rechts abbiegen. Der Biergarten Mariabrunn befindet sich etwa 300 Meter nördlich im nahen Wald.

Einen schöneren aber weiteren Weg verspricht der An- und Rückweg über den Amperpfad. Man gelangt südlich von Ampermoching auf die Haimhauser Straße. Der Weg ist im Ort etwas langweilig (kleine Orientierungshilfe / Plan am Ende des Beitrags beachten).

Schlosswirtschaft Mariabrunn

1662 fand der Bauer Stephan Schlairboek eine Quelle im Wald, die auf wunderbare Weise seinen chronisch schmerzenden Bruch heilte. Er brachte aus Dankbarkeit an der Quelle ein Marienbild an. Das Wunder sprach sich alsbald herum bis aus der ganzen Gegend Leidende zur Quelle kamen und Kurfürst Ferdinand Maria ein Badehaus und eine Kapelle errichten ließ.

Amalie Hohenester erwarb 1862 das Anwesen und kurierte hier mit naturheilkundlichen Methoden, Heilkräuter-Tees, strengen Fastenkuren, Kaltwasserduschen und  ausgedehnten Spaziergängen die Beschwerden. Die Patienten kamen aus ganz Europa, darunter auch adelige Prominenz wie die Kaiserin Sissi von Österreich. Durch den stetigen Zustrom der Patienten wurde das Anwesen weiter ausgebaut. Seit dem Jahr 1907 ist das Anwesen im Besitz der Familie Breitling, die hier auch das Restaurant und den Biergarten beitreibt.

Alternativ lässt sich der Biergarten Mariabrunn auch von Röhrmoos aus erwandern.

Kleine Orientierungshilfe

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Haimhauser-Schlossrunde, 4,7 Kilometer

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Haimhauser-Schlossrunde, 4,7 Kilometer: 48.313875, 11.541503
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Haimhauser Schloss- und Heiglweiherrunder 7 Kilometer

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Haimhauser Schloss- und Heiglweiherrunder 7 Kilometer: 48.312070, 11.534862
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Haimhauser Heiglweiherrunde, 6,7 Kilometer

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Haimhauser Heiglweiherrunde, 6,7 Kilometer: 48.308344, 11.524551
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Die ungetestete Biergartenrunde nach Mariabrunn

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Die ungetestete Biergartenrunde nach Mariabrunn: 48.305609, 11.508021
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