Weyarner Lindl und Mangfall-Rundwanderung

(Wanderung 7,4 oder 9,2 Kilometer) Weyarn gehört für uns schon seit vielen Jahren zu einem Standard-Ausgangspunkt für verschiedene Touren. Hier stimmt einfach das Gesamtpaket: Schnell erreichbar mit wirklich toller Umgebung, von denen der Weyarner Lindl und das Mangfalltal die Highlights sind, im Sommer wie im Winter. Anspruchsvoll? Nicht wirklich. Erholungswert? Absolut vorhanden!

Das erwartet euch bei der Wanderung rund um Weyarn

  • Je nach Route beträgt die Tour zwischen 7,4 und 9,1 Kilometer. Mit Auf- und Abstieg ins Mangfalltal sind auf die Distanz Höhendifferenzen von etwa 120 Metern zu bewältigen. Besonders im Winter auf gutes Schuhwerk achten. Es ist alles dabei: Gut gemischt wandert ihr auf Wiesenwegen, Schotter- oder auch Asphalt. Je nach gewählter Strecke, unterschiedlich gewichtet.
    Die beschriebene Runde bezieht sich auf Karte #1 mit der Länge von 9,1 Kilometer. Rechnet für die Strecke zwischen 2 und 2,5 Stunden Gehzeit ein.
  • Besonderheiten: Recht kurzweilige Wanderung mit vielen kleinen Überraschungen. Der Weyarner Lindl ist ein kleiner Aussichtsbuckel mit toller Rundumsicht und Brotzeitbankerl. Wildromantisch ist es dagegen im Mangfalltal ein Stück weiter. Auch der Schlenker über die Mangfallbrücke lohnt. Spektakulärer Blick ins Tal und Fußgängerweg unter der Autobahn.
  • Einkehrmöglichkeiten nach Corona satt: Zum Beispiel im Klostercafé Weyarn oder im Waldrestaurant Maxlmühle
  • Anfahrt: Schnell mit dem Auto und unkompliziert mit der BOB.

Anfahrt nach Weyarn mit Bahn oder Auto

Anfahrt mit der BOB: Bahnhof Darching. Ab Hauptbahnhof München in 34 Minuten. Hierfür vom Bahnhof 170 Meter zur Autobahn nach Norden gehen und anschließend dieser 650 Meter bis auf die andere Seite der Mangfallbrücke folgen. Hier Anschluss an die Wanderung. Ein Abstecher nach Weyarn ist ein Kann, nicht Muss.

Anfahrt mit dem Auto: Über die Salzburger Autobahn A8 bis zur Ausfahrt Weyarn fahren. 34 Kilometer/21 Minuten ab Ramersdorf. Parkplätze gibt es in Weyarn am Klosterweg (Google-Link)/in der J.-B.-Zimmermann-Straße – nahe Münchner Straße (Google-Link)

Losgewandert von Weyarn zum Weyarner Lindl

  • Start an der Kirche: Wir starten unsere Wanderung vom Klosterweg, gleich neben dem Klostercafé, und im Schatten der Weyarner Kirche. Wir folgen dem Klosterweg nach Westen, vorbei am Gebäude des Deutschen Ordens, wo die Straße eine Kurve nach Norden beschreibt. In Weyarn hat sich jede Menge getan. Das Aral des Klosterangers westlich des Kreisverkehrs bis kurz vor der Kirche wurde mit einem völlig neuen Quartier bebaut, das sich mit der klaren, modernen Architektur mit viel Holz gut in das Ortsbild eingliedert. Nach den zwei Wohnkomplexen der Prälatur biegen wir nach 150 Metern rechts auf einen Fußweg ein, der uns an Reihen- und Doppelhäusern weiter in nördlicher Richtung führt. Am Spielplatz 170 Meter links und am Klosteranger rechts abbiegen. Nach 110 Metern die Holzkirchner-Straße kreuzen und halblinks in die gegenüberliegende Straße „Am Weiglfeld“.
  • Start an der J.-B.-Zimmermann-Straße: Am Edeka vorbei und parallel zur Holzkirchner-Straße nach Westen wandern. 150 Metern weiter diese nach Norden hin kreuzen und in die Straße „Am Weiglfeld einbiegen“.
  • Knapp 90 Meter entlang „Am Weiglfeld“ spaziert, halten wir uns an der nächsten Abzweigung links. Dem Erlacher Weg nach rechts folgend, verlassen wir diesen an den letzten Häusern im Nordwesten. Der Weg führt 350 Meter zwischen Hangkante und Zaun bis zum KletterZ‘ Kletter- und Boulderzentrum und 220 Meter weiter bis zur Kapelle St. Leonhard im Schatten der nahen Autobahn. Der Weg führt zur Brücke. Wir haben nicht vor jetzt schon das Mangfalltal in luftiger Höhe zu überqueren. Das kommt noch. Der untere Weg hilft uns die Autobahn zu unterqueren.

Mangfall-Brücke bei Weyarn

Warum die Autobahn von München-Salzburg ausgerechnet über das Mangfalltal führt, wenn schon die Römer wussten, dass die klügere Streckenführung im Norden daran vorbei führt? Als Teil der Nazipropaganda wurde bei den Planungen Anfang der 30er Jahre darauf geachtet, die „Deutsche Heimat“ zu inszenieren. Als „Panoramaautobahn“ wurde bewusst jedes Tal und jeder Buckel in Sichtweite der Bayerischen Voralpen eingebunden, um einen weiten Blick über die Landschaft zu ermöglichen. Bereits der Bau der Mangfallbrücke wurde von der Propaganda ordentlich ausgeschlachtet. 1936 bekam sie eine eigene Briefmarke, die auf die gefühlt 100 Postkartenvarianten geklebt werden konnte.

Keine 10 Jahre später, nachdem Hitler öffentlichkeitswirksam die 288 Meter lange und 68 Meter hohe Brücke überquerte, lag sie von Waffen-SS gesprengt in Trümmern. 1946 notdürftig repariert wurde 1959 auf die alten Widerlager eine neue vierspurige Fahrbahnplatte mit Fußgängerüberweg gebaut. 1981 wurde die Mangfallbrücke um zwei weitere Fahrbahnen erweitert.

  • Auf der anderen Seite der Autobahn folgen wir dem Weg, der erst 90 Meter der Autobahn entlang nach Osten führt, dann dem Waldrand und Zaun zu den Gebäuden im Norden aufsteigend. Hinter den Häusern bleiben wir erst mal auf der kleinen geteerten Zufahrtsstraße. Vorbei an der Abzweigung zum Alpaka-Hof folgen wir rechts der geschwungenen Straße für 250 Meter. Schöner Blick zurück nach Weyarn. Links von uns sehen wir bereits den nahen Lindl mit dem Maibaum. Wir nutzen den Wirtschaftsweg, der oberhalb der Gehöfte 170 Meter nach links Nordosten führt. Zum Weyarner Lindl führt der nächste Abzweiger links.

Weyarner Lindl

Mit 512 Höhenmetern überragt der Weyarner Lindl den Münchner Olympiaturm um tatsächlich 4 Höhenmeter. Das ist irritierend, da der kleine Buckl alles andere als ein stattlicher Berg ist, sondern eher eine sanfte Erhöhung, die man ohne Mühe ersteigen kann. Was 37 Kilometer doch ausmachen. Das tut der guten Rundumsicht keinen Abbruch, da besonders bei klarer Sicht die Berge zum Greifen nahe sind. Ein Bankerl, ein Kreuz und ein Maibaum, sowie die namensgebende Linde stehen am Gipfel. Letztere begleitet den Platz seit 1466. 1640 wurde die nächste Baumgeneration gepflanzt, dann 1897 und zuletzt 1978. Kein Baum währt ewig, besonders nicht an so exponierter Stelle. Der Lindlverein kümmert sich um Schutz und Pflege. Dafür hat er auch ein kleines Stück unter dem „Gipfel“ eine kleine Vereinshütte.

Noch etwas verbirgt sich unter dem Lindl, nämlich die Bunkerfundamente einer Brandschutzwache. So wurden während Kriegszeiten Beobachtungsposten genannt, um im Falle eines durch Bomben entstandenen Feuers schnell Alarm schlagen zu können. Man kann vermuten, dass die Brandschutzwache auch mit der nahen Autobahn und der Mangfallbrücke in Verbindung steht.

Vom Weyarner Lindl links ins Mangfalltal gewandert

  • Vom Weyarner Lindl geht’s erst einmal auf gleichem Wege abwärts, wie wir gekommen sind. An der Baumgruppe links zu den nahen Gehöften von Standkirchen abbiegen, und auf der Straße erneut links nach Norden wandern. Nach 75 Metern, hinter dem letzten Haus, zweigen wir links auf den Feldweg ab, und spazieren in einem 550 Meter langen Linksbogen, um das Gehöft, sowie um die Erhebung des Lindl herum. Der Weg zwischen zwei Wiesen ist als Pfad erkennbar, an dem uns der ein oder andere Pflock die Richtung weist. 240 Meter weiter ist die kleine Teerstraße erreicht, um auf dieser 300 Meer in östlicher Richtung (links) zum Weiler Bergbauer zu wandern.
  • Ins Mangfalltal gelangen wir über den Wirtschaftsweg, der am Wohntrakt rechts vorbei im Bogen ins Mangfalltal abwärts führt. An der Abzweigung rechts halten und die Mangfall an der Brücke überqueren. Rechts das Waldrestaurant Maxmühle.

Waldrestaurant Maxmühle

    • Wanderer, die es am Mittag zwischen 11:30 bis 14:00 Uhr in die Maxmühle verschlägt, bekommen hier gehobene Wirtshausküche. Schöner, schattiger Biergarten im Sommer und Café-Terrasse,  am Nachmittag gibt’s Kaffee und Kuchen, oder eine Brotzeit. Straßenverkauf zu Coronazeiten. Ruhetage: Mittwoch und Donnerstag Ruhetag. Website Maxlmühle

Durch das Mangfalltal zurück nach Weyarn gewandert

Zurück nach Weyarn gibt es drei Möglichkeiten. Eigentlich nur zwei. Der Fußpfad am östlichen Ufer verliert sich immer wieder und einige Kletterpassagen, teils nahe am Ufer sind nur etwas für Offroad-Gänger.

Der Mangfall- /Untere-Quellenweg:

  • Von der Maxmühle verläuft das geteerte Zufahrtssträßchen einen Kilometer des Ufers flussaufwärts bis zur Mangfallbrücke. Uns sind zumindest keine Autos begegnet. Zur Coronazeit war hier auch nicht viel los. Immer wieder gab es schöne Ausblicke auf die Mangfall, für deren Namen es mehrere Deutungen gibt. #1: Mangfall kommt von „Magna Valis“ was „großes Tal“ bedeutet. #2: In der Ausgabe des Globus des Bibliographischen Institut, 1905  wird sie auch „Manachvalt“ oder  „Mannachfialta“ genannt, was sich von „manigfach Gefaltete“ ableitet, wie in der „M-Wasser-Broschüre“ steht. Und am M-Wasserweg befinden wir uns auch, weil unter uns in einer Leitung Trinkwasser nach München fließt. Toll im Winter, wo an den Hängen das Eis zu tollen Skulpturen gefriert.

Der Obere Quellenweg:

  • Von der Mangfall bekommt ihr nicht viel mit, da der Weg oberhalb der Mangfall verläuft, um einige alleinstehende Häuser anzubinden. Wer es ruhiger mag, wählt diesen Weg. Dafür den Weg an der Maxmühle nach Norden folgen, der unmittelbar danach einen Bogen zurück nach Süden schlägt.

Mühlen-, Trinkwasser und Erinnerungen im Mangfalltal

Beide Wege treffen sich kurz vor der Mangfallbrücke. Die Mangfallbrücke ist besonders von unten ein beeindruckendes Bauwerk. In seinem Schatten im Norden die Weiglmühle. Einst – wie der Name vermuten lässt eine Mühle – , später ein Hotel- und Restaurant von dessen Charme nicht mehr viel zu sehen ist. Die Lage im schattigen Tal war für viele Gäste wohl doch nicht so reizvoll, dass sich eine Renovierung gelohnt hätte.

Die Kasperlmühle befindet sich gleich rechts südlich der Brücke, wo 1881 die erste Quelle für die Münchner Trinkwasserversorgung gefasst wurde. Anfang 1945 war hier mein Vater als 14-jähriger Hitlerjunge bei einem Wehrertüchtigungslager. Er berichtete mir, dass er hier im Tal einen Tieffliegerangriff auf einen Wehrmachtskonvoi oben auf der Brücke miterlebt hatte. Die Jäger hatten einige LKWs ins Visier genommen, während die Jungen sich im Gras versteckten.

Der schnelle Weg zurück nach Weyarn

  • Ihr folgt ab der Mangfallbrücke für 1,2 Kilometer der Holzkirchner Straße, die den Hang hinauf nach Weyarn führt. Ein Fußgängerweg sorgt dafür, dass ihr euch sicher fühlen könnt. Nicht unbedingt schön, aber wie geschrieben schnell, weil direkt. In Weyarn schließt sich der Kreis. Wer am Klosterweg geparkt hat, kann gleich oben angekommen an der Hangkante rechts zur Kirche gehen.

Der Weg zur BOB und über die Mangfallbrücke zurück nach Weyarn

  • Unser bevorzugter Weg: Gleich an der Bruckmühle den Weg rechts den Hang hinauf folgen. In einem Rechtsbogen treffen wir nach ca. 320 Metern auf die Bahnunterführung. Hier scharf rechts abbiegen, und den Böschungspfad hochsteigen. Nach Darching 600 Meter den Gleisen rechts folgen.
  • Zur Mangfallbrücke kommen wir, in dem wir erst 120 Meter dem Wiesenweg entlang des Waldrandes wandern, denn rechts 120 Meter dem Weg folgen, der entlang eines Zaunes bis zur Autobahn führt. Der Weg über das Tal ist vielleicht nicht gemütlich, bestimmt aber spannend. Kühl, schmutzig, industriell, lang. Obwohl vergittert, lohnen die Blicke zum Fluss oder in den leeren Pool der Weiglmühle. Eure Runde schließt sich auf der anderen Brückenseite. Zurück wie ihr gekommen seid. Tipp: Wenn geöffnet ins Klostercafé Weyarn!

Klostercafé Weyarn

    • In der ehemaligen Klosterbrauerei ist mit dem Klostercafé ein neuer Ort entstanden, der sich ideal zum Abschluss einer schönen Wanderung eignet (wenn Corona nicht dazwischen funkt). Im hellen und freundlich modernen Ambiente gibt es tolle selbstgebackene Kuchen!
    • Öffnungszeiten: Täglich 9.00 Uhr-17.00 Uhr, Montag ist Ruhetag. Website Klostercafe Weyarn

Wanderkarte Weyarn

Die nachfolgende Alternativroute kürzt über die Teerstraße ab, die vom Mühltal nach Weyarn führt. Runde für Kinderwagenfahrer und Eilige. Außerdem nutzt sie von der Maxlmühle den oberen Quellenweg. Etwas stiller, aber nicht an der Mangfall.