Wanderung im Goldenen Tal bei Naring zum Verlobungsbankerl

(Wanderung 8,2/10.5 Kilometer) Manchmal braucht es einen Stups für eine Wanderung. Als ich von Armin nach einer Geburtstagstour für Barbara bei Naring gefragt wurde, konnte ich einfach nicht anders, als gleich eine ganze Wanderung auszutüfteln. Da die neue Geburtstagstour ja kein Schmarrn werden sollte, ganz uneigennützig, den Plan vor Ort fix mal getestet. Das Ergebnis macht mächtig Laune! Viel Leitzach, Wiesen und einer toller Blick vom überraschenden Verlobungsbankerl.

Das erwartet euch im Goldenen Tal

  • Die abwechslungreiche Tour von 10,5 Kilometer führt euch unter anderem zum Leitzach/Mangfall-Zusammenfluss. Ein Stück weiter wird gerade mächtig am Mangfall-Hochwasserschutz gebaut. Die Mangfall-Uferlinie wird sich die nächsten Jahre hier gewaltig verändern. Besser heute als morgen wandern. Herrlicher Wiesenabschnitt am Breitenloh am Weiler Sterneck. Innehalten am Verlobungsbankerl mit schönem Blick ins Goldene Tal. Wenn der Wasserstand der Leitzach niedrig ist, kann man die Tour an der Furt nördlich von Naring etwas verkürzen (8,2 Kilometer – 2 – 2,5 h Gehzeit). Tipp: Wenn ihr zeitig am Vormittag unterwegs seid, die Tour in umgekehrter Richtung gehen. Dann habt ihr für die schöne Strecke am Breitenloh die Sonne im Gesicht. Tipp: Ihr wollt mehr Leitzach? Dann wandert auch durch das Drachental (link).
  • Ihr wandert in Naring ein Stück auf Teer, danach sowohl auf Fußpfaden und Wirtschaftswegen. Nicht für Kinderwägen geeignet. Auf gutes Schuhwerk solltet ihr achten. Mäßige An- und Abstiege.
  • Einkehrmöglichkeit am Anfang oder Ende der Tour im Gasthaus „Zum Goldenen Tal“. Für unterwegs eine Brotzeit mitnehmen.

So kommst du ins Goldene Tal bei Naring

Anfahrt mit dem Auto: Über die Salzburger Autobahn A8 bis zur Ausfahrt Weyarn fahren. Der Straße nach Norden Richtung Feldkirchen-Westerham folgen. Im Goldenen Tal erst rechts, an der nächsten links abbiegen. Für die knapp 40 Kilometer sind ca. 25 Minuten ohne Stau zu kalkulieren. Der Wanderparkplatz gegenüber der Wirtschaft kostet 3 €/Tag. Es gibt auch einige Stellplätze am Weiler Erb, von wo wir die Leitzachbrücke überqueren.

Anfahrt mit der Bahn: Ins Goldene Tal nach Naring fährt keine Bahn, aber bis zum Bahnhof Feldolling (Link). Von dort sind es nur 600 Meter über die Mangfall, wo ihr an die Tour anknüpfen könnt. Auch am Sonntag gibt es ausreichend Verbindungen. Die Fahrt ab Ostbahnhof München dauert etwa 1:10h. Keine schlechte Wahl, wenn man das mit einer Einkehr im Gasthof „Zum Goldenen Tal“ verbinden möchte. Der nahen Vagener-Straße am P+R an der Unterführung nach Süden folgen. Nach 400 Metern die Mangfallbrücke überqueren, danach rechts nach dem Damm einbiegen. 100 Meter an der nächsten Abzweigung links abbiegen.

Losgewandert in Naring, Goldenes Tal zum Leitzach-Mangfall Zusammenfluss

Bevor wir starten, klären wir erst mal die Namensherkunft vom Goldenen Tal. Hier findest du keine Nuggets, sondern schöne Erinnerungen. Da die Hügelketten das Tal vor rauen Winden schützen und der schwere, nährstoffreiche Boden für hohe Ernteerträge sorgt, waren die Bauern hier mit Ackergold gesegnet. Hier sind wir und wollen wandern.

Vom Parkplatz nahe der Leitzach wenden wir uns zunächst zur Ortsdurchgangsstraße die „Im Goldenen Tal“ heißt. Auf ihr wandern wir  850 Meter nach Norden, erst vorbei an Siedlungshäusern, dann an Wiesen. Gegenüber dem Weiler Erb queren wir an der Brücke die Leitzach. Gleich auf der östlichen Seite folgen wir dem Weg 230 Meter weiter flussabwärts nach Norden. Es fallen uns mächtige rote Pfähle im Flussbett auf, die als Wildholzrechen Treibholz auffangen sollen, ehe sie für Brücken und Wehre im unteren Mangfalltal eine Gefahr darstellen.

  • Der Wirtschaftsweg wandelt sich zum Uferpfad, der in einem Rechtsbogen durch den Auwald führt und nach 400 Meter zum Zusammenfluss von Leitzach und Mangfall führt. Spektakulär ist das nicht, weil die Mangfall wenig Wasser führt. Jede Menge wird davon in den Seehamersee und von dort in das Leitzachwerk geleitet. Nach 200 Metern gelangen wir auf den Wirtschaftsweg. Dachten wir anfänglich, dass die Erdarbeiten einem Gewerbegebiet dient, war schnell klar, dass hier an großen Hochwasser-Auffangbecken gegraben wird.

Hochwasserschutz an der Mangfall

Vom Tegernsee bis zur Mündung der Mangfall in Rosenheim sind es 58 Kilometer. Der Fluss sammelt Regen aus einer Fläche von 1.102 km2 .  So versanken 2013 nach länger anhaltenden Niederschlägen die Ortschaften und Städte entlang der Mangfall im Hochwasser. Um die 42.000 Einwohner im Hochwasserbereich vor dem Schadenpotential von etwa 1 Mrd. Euro zu schützen, werden zahlreiche Schutzmaßnahmen umgesetzt. So wird der Flusslauf renaturiert, Deiche zurückverlegt und ein Wasser-Rückhaltebecken (Polder) bei Feldolling bei Feldkirchen Westerham für 6,62 Mio. Kubikmeter Wasser angelegt.

  • Der Weg führt an zwei Einzelgehöften vorbei, dann über Wiesen mit vereinzelten Baumgruppen.  1,2 Kilometer bis kurz vor die Vagener Straße wandern.

Bahnfahrer beginnen ihre Wanderung hier:

  • Die von Norden her kommenden Bahnfahrer biegen links in den Weg ab, Wanderer vom Norden nach rechts.
  • Der Weg verläuft ab hier 250 Meter in südöstlicher Richtung. An der nächsten Gabelung links abbiegen. Wir wandern ab hier auf gewundenem Weg auf dem nahen bewaldeten Höhenzug zu. Mäßig ansteigend durch das Hochholz ist 280 Meter der Breitenloh erreicht.

Über den Breitenloh,  Sterneck zum Verlobungsbankerl gewandert

  • Der Breitenloh ist eine grüne Weidefläche, die sich zwischen Forst und dem 1,2 Kilometer im Westen befindlichen Weiler Sterneck zieht. Der Weg verläuft zunächst am Waldrand nach Osten, dann abwechslungsreich mäandernd durch die sanft geschwungenen Wiesen. Im Frühling voller Löwenzahn knüpfen wir an schöne Wandererinnerungen mit unseren Kindern und Freunden an.
  • Am Hof wandern wir links vorbei und halten uns 700 Meter auf dem Weg, der immer nahe der Hangböschung nach Süden verläuft. Das Bankerl liegt etwas versteckt. Ein wenig müsst ihr auf den Pfad achten, der rechts knapp 7 Meter zum Aussichtpunkt führt.

Verlobungsbankerl

Wie romantisch: 2016 wurde das Bankerl für einen überraschenden Heiratsantrag am Platz mit dem schönsten Blick über das Goldene Tal aufgestellt. Ganz schön aufwändig und ein echter Liebesbeweis. Heute darf sich der Wanderer niederlassen und den Blick genießen. In einem kleinen Kästchen liegt das „Bankerlbuch“. Wie wäre es mit einer kleinen Nachricht?

Ach ja. Praktisch ist der Flaschenöffner, der sich in der Box befindet. Kronkorken und Müll einpacken und den Platz so zurücklassen, wie ihr ihn vorgefunden habt.

An der Leitzach zurück nach Naring wandern

  • Nachdem wir den Blick über das Goldene Tal ausgiebig genossen hatten, zurück auf den Forstweg gegangen. Weiter ein Stück nach Süden bis zur Abzweigung gewandert. Hier rechts abbiegen und hangabwärts gehen. Achtung, die GPX-Daten sind hier ungenau. Unten angekommen, den Weg rechts folgen. Parallel zum Flusslauf der Mangfall erreichen wir nach 550 Metern die Leitzachfurt.

Der Weg zurück über die Furt (kürzer)

  • Wenn der Wasserstand niedrig ist und es euch nicht zu kalt ist, könnt ihr durch den Fluss waten – natürlich auf eigene Verantwortung. Auf der anderen Uferseite flussabwärts in 800 Metern zurück zum Parkplatz wandern. Sollte es geregnet haben, ist davon abzuraten. Unterwegs kommt ihr an einem wunderbaren Badeplatz an der renaturierten Leitzach vorbei.

Der Weg über die Brücke (länger)

  • Ein kleines Stück oberhalb der Furt schlängelt sich der Fußpfad nach Norden. Immer dem Wasser folgend macht dieser Weg mächtig Spaß. Urwüchsig ist es hier. Ab und an hat sich die Leitzach in die Böschung gefressen. Obacht, Vogelschutzgebiet. Bitte die Schilder beachten! 1,5 Kilometer wandern wir zwischen Fluss und Wiesen, bis wir auf die Zufahrtsstraße nach Sterneck stoßen. An der Leitzachbrücke schließt sich der Kreis. Zurück geht’s auf der gleichen Straße, auf der ihr gekommen seit.

Wanderkarte Goldenes Tal