Rundwanderung übers Tölzer Isarstauwehr und Biergarten Landgasthof Fischbach

(Länge der Wanderung: 13,4 Km) Wer es verfolgt hat: Wir haben in Rahmen unserer persönlichen Challenge “Isarflimmern“ zahlreiche wochenendgerechte Wanderungen verkettet, um die Isar (vorerst) zwischen dem Münchner Stadtzentrum und Bad Tölz in ihrem Charakter zu erfahren bzw. zu erlaufen und besser kennenzulernen. Mit dieser 12. Rundwanderung haben wir (juhuu!) die letzte Lücke zwischen unserer Finaltour geschlossen und den Anschluß an den Tölzer Stausee bekommen.

Auf dieser Wanderung erwarten euch schöne Pfade entlang der Isar, Kiesbänke mit hohem Entspannungspotenzial, Wiesenwege, wunderbare Bauernhöfe mit Fernblick und der Landgasthof Fischbach mit Biergarten, teils auf dem Heilklimawanderweg HK21 und viele, viele schöne Fotomotive.

Losgewandert: Kreisstraße-Töl5-Parkkplatz bei 83646 Wackersberg/Huppenberg

Den Ausgangspunkt haben wir über Wolfratshausen, Geretsried und die Kreisstraße von Königsdorf nach Bad Tölz erreicht. Der Parkplatz ist nicht zu übersehen, da er als ausreichend große Einfahrt östlich der Straße bei Huppenberg liegt.

Um zur Isar zu kommen, gehen wir vom Parkplatz ca. 100 Meter nach Norden, um dann rechts einen kleinen Weg nach rechts abzubiegen. Schon nach 70 Metern erreicht man eine kleine Lichtung mit vielen Schlüsselblumen, einer schönen Picknickbank, sowie ein Kreuz mit Erinnerungstafel. Dieses Kleinod hier zu treffen überrascht. Die Inschrift lässt aber innehalten: Am 8.6.1975 steht zu lesen, hatte hier eine Gruppe von Wanderern ihre letzte Mittagsrast. Am gleichen Tag verunglückten fünf davon tödlich bei Warngau. Ich habe nachrecherchiert und einen Eintrag in Wikipedia gefunden, dass am gleichen Tag, wo bei Kilometer 18 44,312 um 18:31 Uhr auf freier Strecke zwei Züge aneinanderstießen und 41 Personen starben und weitere 122 verletzt wurden. Wer denkt schon bei solch schönem Ort an den Tod. Michaela denkt an Ameisen, die an ihr Bein hochkrabbeln und die Brotzeitbank unbrauchbar machen. Für eine erste Rast ist es für uns eh noch zu früh.

Der Weg führt abschüssig hinunter zur Isar. Hallo Isar! Einige Paddler sind früher aufgestanden und ziehen auf dem Fluss an uns vorbei. Ich bin wieder mal neidisch. Es wird Zeit, dass wir selbst mit unseren Booten die Isar hinunterfahren.

Wir wandern etwa 900 Meter parallel zur Isar flussaufwärts. Der Fluss macht einen Linksbogen. Hier führt uns ein optionaler Abstecher an jene Stelle, die wir vom Bootfahren her kennen. Beim Staubachhof auf der anderen Isarseite sehen wir die Prallwand. Die Isar fließt, bzw. floss bis vor ein paar Jahren kerzengerade auf eine senkrechte Wand am Isarufer zu. Als Kanufahrer musste man schneller als die Strömung auf die Wand zufahren und kurz vorher das Boot nach links ziehen. Nicht ohne! Das Flussbett verläuft jetzt anders. Kein Nervenkitzel mehr.

Die Isar flussaufwärts bis zum Tölzer Isar-Stauwehr

Wer also nicht die Prallwand angucken will, geht auf dem Weg einfach weiter. Nach 250 Metern biegen wir nach links ab, um 130 Metern weiter den kleinen Fußpfad einzubiegen (passts auf, den Pfad übersieht man leicht!). Die Autostraße ist hier hörbar, besonders die Motorradfahrer, welche bei schönem Wetter gerne am Gashahn drehen. Mich macht dieses Geräusch immer nervös, weil ich befürchte, am Peak ein Krachen und Scheppern zu hören.

Kurzzeitig sehen wir sogar die Autos, nämlich am Parkplatz auf  den wir stoßen. Nicht schlimm, am Ende geht’s links in den Wald. Einfach der Wegausschilderung des Isartalvereins folgen. 290 Meter weiter halten wir uns an der Pfadgabelung rechts. Kommt eine Wiese rechts des Weges, geht es sich leichter oben am Waldrand. Nach 1,5 Kilometern streift man linkerhand den Weiler Ochsenwöhr. An der Zufahrtsstraße kommen wir an die Kiesbank. Michaela hat lecker Plätzchen für uns! Alle sitzen wir auf einem angeschwemmten Baumstamm, essen und werfen Stöckchen für Pelle.

Die Isar bei Wackersberg in 360° – Streiche darüber und entdecke mehr

Rechts an den Kiesaufschüttungen vorbei kommen wir nach ca. einem Kilometer an das Wehr des Tölzer Stauwehrs hinter dem das erste Mal die Berge wie zum Greifen nah sind. Der Blomberg könnte vielleicht schon eines unserer nächsten Ziele sein, um auf die Isar herunter zu schauen.

Mit dem Erreichen des Stauwehrs haben Gitta und ich unsere Mission „Isarflimmern“ schon fast erfüllt, denn die letzte Final-Etappe sind wir vom nahen Gewerbegebiet Farchet letztes Jahr im Dezember schon gegangen. Auf der  anderen Flussseite geht es von hier über den Kalvarienberg und die Rosskapelle in die Tölzer Altstadt.

Vom Isar-Stauwehr zum Landgasthof Fischbach

Für dieses Mal geht’s von hier erst zum Landgasthof Fischbach, den man laut Landkarte über viele Wiesen und einige Waldwege erreichen kann. Verflixt, bin ich hungrig!

Am Parkplatz westlich der Kreisstraße führt links der Wanderweg in den Wald.  Auf die Ausschilderung achten. Leicht ansteigend, stößt er nach dem Waldstück nach etwa 350 Meter auf Abberg. Die Ansiedlung wird von uns aber nur gestriffen. Bei der Erstmöglichen halten wir uns nach Osten.

Ich liebe es über Wiesen zu gehen, und das können wir ab hier machen, denn auch der offizielle Wanderweg wird nach dem Gehöft und der Pferdekoppel rechts zum genussvollen Wiesenpfad. Mitten im Grün eine alte Holzmarterl. Vom Wetter gegerbt steht sie für Innehalten und Orientierung. Wir gehen rechts an ihr vorbei und mit dem Weg in einem Linksbogen hinauf zum nächsten Anwesen. Immer wieder bleiben wir stehen und blicken in Richtung der Berge.

Die Fernsicht wird zunehmend besser. Beim Weiler Prösteln ist eine gute Gelegenheit sich bei der Kapelle auf die Bank zu setzen, etwas zu trinken und den Blick in die Weite schweifen zu lassen. Mit der Brotzeit würde ich warten, denn zum Landgasthof Fischbach sind es nur noch 20 Minuten.

Wir kreuzen das Anwesen und folgen dem Weg nach Westen. Vom Moränenhügel auf dem wir uns befinden, haben wir nun auch einen tollen Blick in die andere Richtung und die wunderschöne hügelige Landschaft. Die Ausschilderung ist eindeutig.

Michaela meint, dass es hier von unseren gemeinsamen Touren am Schönsten ist. Lasse ihr schwedischer Mann ist am Fotografieren.

Bis zum Forst dürfen wir weiter über Wiesen wandeln. Von dort kreuzen wir kurz ein Waldstück. Am Stadel geht’s links vorbei und ca.150 Meter am Waldrand entlang. Mir ist es, als würde ich schon das Essen riechen. Nach Fischbach kommt man, indem man die Treppen hinunter in das kleines Bachtal steigt. Von hier sind nur noch wenige Meter zur Teerstraße. Das Gasthaus finden wir südlich hinter dem nahen Kircherl. Was für ein Empfang! Im Biergarten ist traditionelle Volksmusik angesagt. Es klingt wie bei uns an Weihnachten. Hier passt es her!

Landgasthof Fischbach bei Wackersberg

Auf der Website steht richtigerweise zu lesen „… man muss schon wissen, wo wir zu finden sind, denn zufällig werden Sie hier nicht vorbeifahren…“  Genau so ist es. Der Landgasthof liegt an keiner Schnellstraße, sondern ist ein ideales Ziel für Wanderer wie wir es sind.

Wir können uns in den Chor positiver Rezensionen bei Google & Co. einordnen und den Gasthof empfehlen. Schweinebraten, Wurstsalat und Lammkeule waren allesamt super!

Adresse: Fischbach 48, 83646 Wackersberg
Täglich geöffnet ab 9:00 Uhr, Montag Ruhetag  (Dezember bis Mai auch Donnerstag).

Zurück mit Weitblick über Rimslrain

Ausreichend gestärkt, geht’s nun an den Rückmarsch. Zum Auto geht es schneller als auf dem Hinweg. Wir gehen auf der Teerstraße an der Kirche vorbei nach Norden. Autos fahren am Sonntag nur wenige. Es sind 950 Meter nach Thal, dem nächsten Gehöft und der freiwilligen Feuerwehr. Wir biegen 300 Meter links ab, um gleich die nächste Teerstraße rechts bei Nodern auf die Straße nach Leitzing und Fiecht einzuschlagen. Der Weg zieht sich sanft den Hügel hinauf. Es sind zweieinhalb Kilometer nach Rimslain. Die Weiler liegen vereinzelt an der Straße. Es lohnt sich den Blick zurück zu werfen. Von dieser exponierten Lage sieht man weit ins Land, zum Beispiel hinüber nach Bad Heilbrunn oder Königsdorf.

Im Ort fallen uns viele schöne denkmalsgeschützte Bauernhöfe auf.

Hinter Rimslrain geht es 500 Meter leicht abschüssig nach Norden. Zur nahen Kreisstraße und dem Start-Parkplatz ist es nicht mehr weit. Um die letzten Meter nicht auf der stark befahrenen Töl5 gehen zu müssen, schlagen wir einen Bogen über das Anwesen Lochen. Wir durchqueren den Bauenhof und kommen über den Feldweg am nahen Waldrand zurück zum Auto.

Wir sind brav gewandert und haben viele Kalorien verbraucht. Als kleine Belohnung beschließen wir ins neue Café Bolzmacher in Rothenrain zu fahren.

Cafe Bolzmacher in Rothenrain

Es war eine gute Idee, in den Obstgarten bei Rothenrain einem Café mit schöner Terrasse und tollem Blick zu bauen. Die Tochter kümmert sich als gelernte Konditorin um die Kuchen und Torten, der Sohn um den Service. Alle helfen hier zusammen, damit hier etwas abseits der normalen Fahrwege die Gäste toll bewirtet werden. Wie gut die Backwaren sind, konnten wir nicht feststellen, da um 17:00 Uhr alles ausverkauft war. Spricht auch für sich. Der Cafe und das Wasser waren schon mal lecker. 😉 Geöffnet hat das Café Bolzmacher Mittwoch bis Sonntag jeweils von 09:00 Uhr – 22:00 Uhr.

 

 

Kleine Orientierungshilfe

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Von Huppenberg über den Isarstausee zum Landgasthof Fischbach 13,7 Kilometer

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Landgasthof Fischbach: 47.778581, 11.516090
Parkplatz bei Huppenberg: 47.811656, 11.538327
Parkplatz bei Huppenberg: 47.795370, 11.513500
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