Der Osprey Tropos-32 Daypack im Reise- und Alltagstest

Ja, ich bin ein bekennender Rucksackträger. Ob auf einer unserer Touren oder in die Arbeit, ich habe meine sieben Sachen stets dabei. Der Daypack hat eine Grundbefüllung, wie zum Beispiel ein Schweizer Taschenmesser, Schreibzeug, Portmonnaie oder Schlüssel, dass man ihn nur nehmen muss und loslegen kann.

Den letzten, meinen alten Jansport-Rucksack, hatte ich ganze 8 Jahre im täglichen Einsatz. Eine anstehende Reise nach Japan war Anlass meinen Weggefährten neu zu definieren. Ich hatte auf unserem Trip den Tropos 32 auf dem Rücken, der mich im Flugzeug, U-Bahn und im Shinkansen, hinauf auf den Skytree, durch die gesamte Stadt und in Kamakura auf einer Tempel- und Urwaldwanderung begleitet hat.

Der Daypack wurde mir kostenfrei von Osprey für die Reise und Test zur Verfügung gestellt. Daher muss ich diesen Beitrag auch als #Werbung kennzeichnen, obwohl ich mich in diesem Beitrag um eine differenzierte Bewertung bemüht habe.

Das war mir bei dem neuen Daypack wichtig:

  • Handgepäck für den Flieger mit skalierbarem Stauvolumen
  • Markenrucksack mit ausreichend guten Rezensionen auf Amazon (er soll mich nicht nur eine Saison begleiten, sondern mehrere Jahre)
  • Kluges Fachsystem, was mir das Suchen der Gegenstände erleichtert. Das reduzierte Stauangebot hat mich beim alten Rucksack gelegentlich genervt, da ich viel am Boden des Daypacks „gegraben“ habe.
  • Neutrale Farbe, dass ich den Rucksack in der Arbeit genauso gut nutzen kann, wie draußen
  • Luftdurchlässige Rückenbelüftung

Erster Eindruck vom Tropos

Auf der Website von Osprey oder an anderen Stellen im Internet findet man vorwiegend Fotos vom Tropos, wie er mit vollem Packvolumen aussieht. Diese Darstellung hat mich eher irritiert, da der Eindruck entsteht, dass der Tropos für meine Ansprüche viel zu überdimensioniert ist. Feist und rund sieht er aus, was er mit seinem maximalen Fassungsvermögen von 32 Litern im vollen Zustand auch sein kann.

Der Tragekomfort

Da ich mit 191 cm eher zu den Größeren gehöre, ist die Passform des Tropos 32 für mich ideal. Das straffe Rückenbelüftungssystem aus Mesh ist über einen dünnen, mit Aluminium legierten LightWire-Rahmen gespannt und federt auch sperrige Befüllung gut ab. Osprey bezeichnet das als Osprey AirSpeed. Nach einer mehrstündigen Wanderung hatte ich dennoch einen durchgeschwitzten Rücken. Keine Wunder erwarten! Die Gurte führen ergonomisch über die Schultern und fühlen sich gut an. 

Für die schnellere Gangart und bei vollerer Befüllung kann man im oberen Brustbereich die beiden Gurte vertikal zusammen klipsen. In das Klipsystem ist eine Alarmpfeife integriert, die mir hilft, jeden der sich in der U-Bahn zu nah an mich reibt, eine Warnung ins Ohr zu blasen. Das System ist höhenverstellbar und so auf jede Körpergröße individuell anpassbar.

Einen gepolsterten Beckengurt, wie man ihn von Wanderrucksäcken kennt, gibt es nicht. Als Kompromiss bietet der Tropos ein einfaches Gurtsystem für die Hüfte, was z.B. den Daypack beim Radfahren auf dem Rücken fixiert und in Bewegung einen rudimentären Halt verspricht. Da ein Beckengurt selten im Alltag benötigt wird und bei jedem Abstellen meist dafür sorgt, dass der Rucksack nach hinten kippt, vermisse ich diesen Komfort nicht wirklich, da mir persönlich das einfache Handling wichtiger ist.

Gut gefallen hat mir der integrierte Kickstand, der ab dem Zeitpunkt funktioniert hat, als ich den unteren Kompressionsgurt gelöst habe.

Taschen- und Ordnungssystem

Der Tropos 32 hat vier Organisationsfächer, die von oben mit einem Reißverschluss geöffnet werden können.

  1. Gepolstertes Laptop- und Tabletfach in dem bis zu 15″ große Devices untergebracht werden können. Wer keine Notwendigkeit sieht, kann hier immerhin gut Dokumente transportieren, die nicht verknicken. Eine Abdeckung verhindert, dass bei Regen sofort Feuchtigkeit in den Innenraum sickert.
  2. Hauptfach, das mittels der seitlichen Kompressionsriemen flexibel vergrößert oder verkleinert werden kann.
  3. Kleines Organisationsfach (mein Lieblingsfach). Es ist eher kleiner, aber groß genug für einen Geldbeutel oder eine kleine Kamera. Hier parke ich alles, was man im schnellen Zugriff braucht. In meinem alten Rucksack war mir dieses Fach definitiv zu klein und ist zu einem Kruschfach für loses Geld und Brillenputztücher verkommen.
  4. Vorderes Organisationsfach mit Schlüsselclip, wo wie in einem Utensilo Brillen, Visitenkarten, Stifte und vieles mehr ordentlich untergebracht werden kann. Einem internen Reissverschlussfach können zum Beispiel sicher Dokumente verwahrt werden.
  5. Seitliche Stretchfächer aus Mesh, die den Vorteil haben, dass Getränkeflaschen durch das dehnbare Gewebe besser gehalten werden und beim Bücken nicht gleich rausrutschen.
  6. Beim Reissverschlussfach vorne mittig hab ich etwas gebraucht, bis ich eine vernünftige Verwendung gefunden hatte. Für einen Fahrradhelm ist es etwas knapp, aber in Tokyo, wo es nirgendwo Mülleimer gibt und man seinen Abfall nach Hause nehmen muss, war es die Rettung. Daheim verwende ich das Fach meine Bergans Regenjacke unterzubringen, die hier sehr gut verstaut ist und nicht stört.

Sicherheitsfunktionen

  • LED-Licht-Befestigung
  • Reflektierendes Osprey Logo und Streifen

Mein Fazit zum Osprey Tropos 32

Der Osprey Tropos 32 ist ein gut verarbeiteter Qualitäts-Daypack, der mit vielen durchdachten Funktionen aufwartet. Die Vielzahl der Organisationsfächer sind schon beinahe zu viel, da man sich schon überlegen muss, wo man welchen Gegenstand verstaut hat, um sie auf Anhieb wiederzufinden. Er hat insgesamt einen guten Tragekomfort, an dem man sich schnell gewöhnt, auch wenn der Rucksack selbst eher größer ausfällt. Durch seine Kompressionsgurte lässt sich die Silhouette und das Volumen des Tropos gut der Situation nach flexibel anpassen, was den Daypack sowohl im Alltag, als auch auf einer Wanderung sehr vielseitig einsetzen lässt. Lieblingsfeature: der praktische Kickstand. Daumen rauf mit Empfehlung.

Facts zum Tropos 32

  • Gewicht: 1.24 kg
  • Hauptmaterial: 420HD Nylon Packcloth
  • Maße im gepackten Zustand (cm): 56 (l) x 33 (w) x 31 (d)
  • Maximal 32 Liter Fassungsvermögen
  • Listenpreis von 150 € (der Straßenpreis liegt teils deutlich darunter)
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