Wanderung vom Deininger- zum Aufhofener Weiher

(Wanderung 3 Km / 10,5 Kilometer länge) Wer es nicht weiß: Der Deininger Weiher wird auch Gleißental-Weiher genannt. Das nur 1.80 Meter tiefe Wasser erwärmt sich schnell, was den See zum beliebten Ausflugsziel der Münchner macht. Außerdem gibt es eine Wirtschaft mit Biergarten die auch einen ganzen Haufen bräsiger Besucher anlockt. Vom Parkplatz bis zum Sonnenplatz am Wasser sind es nämlich nur ein Katzensprung. Der Alibispaziergang um den kleinen See gibt das gute Gefühl, auch etwas aktiv gewesen zu sein (auch wenn die Kalorien dadurch nicht mal zu einem Bruchteil abgearbeitet wurden).

Merkt man es an meiner Galligkeit, dass ich auf den Weiher eigentlich nicht gut zu sprechen bin? Obwohl sehr schön gelegen, haben wir doch schon längere Zeit einen größeren Bogen um dieses Platzerl gemacht, weil es halt arg überlaufen ist. Am Ostermontag haben wir dem Deiniger Weiher als Ausgangsbasis noch einmal eine Chance gegeben. Auch darum, weil ich die 3 Kilometer Minirunde  „Deiniger Acht“ um heutigen Runde auf 10,5 Kilometer verlängert habe. Dies geht, da mir ein Schlupfloch im Moor über den Zulaufgraben aufgefallen ist, der mir bislang entgangen war.

Loswegandert am Parkplatz Gleißentalstraße 2, 82064 Straßlach-Dingharting

Sowie man im Gleißental angekommen ist, findet man rechts und links der Strasse eine größere Anzahl von Parkplätzen. Wir gelangen am Gasthof zum Biergarten und vom Biergarten zum Kiesweg, den wir rechts entlang des Weihers folgen. Im Sommer befinden sich hier rechts und links des Wassers die Liegeplätze. Hundeverbot zur Badesaison!

Wir genießen die schönen Ausblicke ins Moor. Wenn auch klein und eingezäunt wirkt es naturbelassen und urwüchsig. Der Weg hält sich an der westlichen Hangseite. Die Vögel zwitschern. Wir halten uns rechts, geradeaus, auch wenn links Wege um den See herum einladen.

Nach etwa einem Kilometer öffnet sich das Tal. Weite Wiesen geben den Blick frei. Links davon der verlängerte Schilfgürtel um den Zulaufkanal des Deininger Weihers. Dort, wo die Strasse fast eine Rechtskurve um den Hangwald beschreibt, führt links – nicht ganz einfach zu sehen – eine Weg über die Wiesen. Wir schreiten aus, immer weiter nach Süden. Mittlerweile sind Fußgänger seltener geworden.  800 Metern weiter stößt man auf einen Weg, der von Deining nach links ins Filz führt. Während der Weg sich links im Nichts verläuft, hat der Wanderer die Möglichkeit entweder die Direttissima zu wählen, also einfach weitere 300 Meter geradeaus zu gehen, über Zäune zu klettern, um auf die Verlängerung des Weges am Giesenanger zu gelangen. Das mag zur Winterszeit noch ganz gut gehen. Es empfiehlt sich jedoch der kleine Umweg nach rechts über Deining (bis zur Alten Tölzer Strasse, vor Haus Nr. 27 links (Giesenanger) abzubiegen.

Das renaturierte Deininger Moos

In den vergangenen Jahrzehnten wurden lt dem Landratsamt München mehr als 95 Prozent der Moorflächen in Bayern entwässert, um die Areale anderweitig zu nutzen. Das Deininger Moos ist lt. Bund Naturschutz „Teil des FFH-Gebietes  – Moore zwischen Dietramszell und Deining – und seit 1992 ein wichtiges Kerngebiet im landesweiten Biotopverbundsystem BayernNetz Natur.“

Seit die Streuwiesenmahd vor etwa 60 Jahren aufgegeben wurde, entwickelten sich im Moorgebiet immer mehr Moorbirken und Waldkiefern.   Seit 2010 arbeitet der Bund Naturschutz daran, das Filz wieder in ein intaktes Hochmoor zu verwandeln. Bei einem Wachstum der Torfmoose von einem Millimeter pro Jahr braucht es allerdings lt. dem Bund Naturschutz „mindestens ein bis zwei Generationen“ um das Moor zu stabilisieren.

Von Dettenhausen nach Aufhofen spaziert

Der Weg macht Spaß. Er wird zunehmen enger. Aus einem Karrenweg wird ein Fußpfad, der zu einem malerischen Steg führt, der uns über den Zulaufgraben des Deininger Weihers bringt. Diesen Übergang hatten wir lange gesucht.

Wir haben die linke Talseite erreicht. Das Alpenpanorama grüßt. Ein guter Wanderweg führt Richtung der Berge nach Dettenhausen.
Es obliegt nun dem Wanderer, ob er nun bis Dettenhaus auf der geteerten Landstrasse 1,2 Kilometer nach Osten Richtung Aufhofen schreitet (siehe Wanderkarte am Ende des Beitrags), oder wie wir, sich am Waldrand etwas oberhalb der Straße hält und durch das Wäldchen zum Aufhauser Weiher spaziert. In der Ferne weiden schottische Hochlandrinder, die hier ganzjährig auf der Weide leben.

Um den Aufhofer Weiher herum und durch den Wald zurück gewandert

Während der Deininger Weiher  ein natürlicher Moorsee ist, ist der Aufhofener übrigens ein um 1721/22 aufgestautes und somit künstlicher Gewässer. Da die Isar einst häufig bei Hochwasser die Fischteiche im Tal überschwemmt hat und somit stets alle Tiere verloren gingen, wollte der Abt vom Kloster Schäftlarn durch den hier gelegenen Teiche mehr Versorgungssicherheit erzielen (gleiches gilt übrigens für die Thanninger Weiher etwas weiter südlicher). Wir umrunden das kleine, reizvolle Wasser am nördlichen Ufer.  Bademöglichkeit im Sommer! Nicht wundern, wenn hier plötzlich viele Autos parken.

Der Wirt im Ort ist legendär und besonders an Sonntagen tobt der Bär. Das heißt allerdings nicht, dass sich die Wirtsgäste alle am Wasser tummeln. Nur Wenige schaffen es, sich etwas weiter als bis zum Gasttisch zu bewegen.

Gasthof Jägerwirt in Aufhofen

Der Jägerwirt in Aufhofen ist eine regionale Institution. Ehrliche bayerische Küche zu fairen Preisen im gediegenem Landhausstil. Schöner Wirtsgarten. Nicht nur wir haben hier bislang immer gut gegessen. Die Bewertungen z.B. auf Google liegt etwa bei 4,5 bei 570 Rezensionen (2/20).

Adresse: Hofmarkstraße 10, 82544 Egling / Aufhofen
Telefon: 08176 998950
Website Jägerwirt

Vor der Josefi-Kapelle folgen wir dem Feldweg links über die Wiese in den Wald. Schwere Räder haben dem kleinen Wirtschaftsweg arg zugesetzt. Die Bäume stehen hier licht und weit, was dem Grün eine tolle Leichtigkeit verleiht. Schön! Als die Bäume wieder enger jünger und kleiner werden und man fast meinen könnte, dass der Weg sich in einer Schonung verläuft, stoßen wir rechts auf eine Kiesstrasse, der wir nach Osten folgen. Es geht spürbar abwärts, bis wir wieder am Gleissental den Wald verlassen. Von hier sind es kurzweilige 1,4 Kilometer nach Norden. Das Moos befindet sich nun auf der linken Seite. Die Spaziergänger werden wieder mehr. Zurück am See bemerken wir, dass die Sonnenterrasse der Wirtschaft voll besetzt ist.

Eigentlich haben wir uns eine Erfrischung verdient. 🙂

Wanderkarte Deiniger- und Aufhofer Weiher

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