Steinsee-Rundwanderung ab Maria Altenburg bei Moosach

(Länge der Wanderung: 6,7 Km) Während bei uns am Samstag allerhand notwendiger Kram erledigt werden muss, können wir am Sonntag mal wieder ausschreiten. So auch neulich, als das Wetter sonnig, warm und der Himmel blau war. Etwa 30 Kilometer südöstlich von München liegt Moosach. Eingebettet in bewaldete Moränenhügel des bayerischen Voralpenlandes ist es unser heutiges Ziel. Eigentlich ist es die Wallfahrtskirche Maria Altenburg, die leicht oberhalb des Ortsteils Altenburg auf dem Grund eines Burgstalls des hohen Mittelalters erbaut wurde. Die Wanderung in Wald und Feld verläuft vorwiegend auf guten Wegen. Kinderwagenfahrer sollten kein Problem haben.

Das erwartet euch auf der Wanderung zum Steinsee

  • Einfache Wanderung, die sich gut als kurze Nachmittagsrunde eignet.
  • Vorwiegend gut gangbare Wege (Wirtschafts-/Wiesenwege und kleinen Teerstraßen). Kurzzeitig (400 Meter) auf der Landstraße.
  • Zu sehen gibt’s die Wallfahrtskirche Maria Altenburg, das Moosachtal mit den Sieben Quellen und die Einkaufsmöglichkeit in der Fischzucht Plenagl.
  • Bademöglichkeit am Steinsee
  • Einkehrmöglichkeit in der Reiterhof Gaststätte (einfach) oder im Steinsee Restaurant (Abstecher)

Anfahrt mit dem Auto und den öffentlichen Verkehrsmitteln

Anfahrt mit dem Auto: Mit den Auto zum Wanderparkplatz bei Altenburg 37, 85665 Moosach beginnen.

Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: Da es bei Altenburg/Moosach keine Bushaltestelle gibt, muss man die Wanderung am Steinsee starten, was lediglich den Einstieg ändert, nicht jedoch die Wegstrecken. Mit der S7 bis Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Mit dem Bus 413 Antholing bis Niederseeon, Schule.

Losgewandert von Maria Altenburg zu den Moosachquellen

Wir lassen zuerst unseren Blick vom Parkplatz zu den weißen Gipfeln der Münchner Hausberge im Süden schweifen, bevor wir den Weg nach Norden einschlagen. Es geht innerhalb der Kirchenmauer vorbei, hinten wieder hinaus. Ein erstes Bankerl lädt zum verweilen ein. Zu früh? Entscheidet ihr, wir haben auf jeden Fall den Blick genossen. An der kleinen Kapelle führen die Stufen zur Moosach hinab. Unten am Hang ein altes Schild, was zu den „Sieben Moosachquellen“ weist. Ein kleiner Abstecher ist lohnenswert, denn der Weg führt nicht weiter.

Der Ort liegt verlassen vor uns. Bänke, die zum Verweilen einladen sollen, gammeln vor sich hin. Alles ist von Moos eingewachsen. Zauberhaft. Die sieben Quellen erschließen sich uns nicht. Das sprudelnde Wasser der Moosach scheint vielmehr aus Quellen oberhalb des Tales zu kommen. Schön ist es hier trotzdem, auch wenn hier tote Hose ist und das Wasser sehr mäßig fließt. Zurück zum Weg und weiter nach Osten, bis man an die Landstraße EBE12 kommt.

Bleibt kurz tapfer und geht auf der Teerstraße ca. 400 Meter in das Tal hinein nach Norden. Wir kommen an der Fischzucht vorbei und biegen alsbald  links auf einen Forstweg zum Spiegelbüchel ab. Moosach muss von Moos und noch mehr Moos kommen. Baumleichen liegen hier überall kreuz und quer im feuchten Gras und lösen sich auf. Das Bachrinnsal stammt aus dem Ausfluss des Steinsees, was mit dem Wasser der sieben Moosachquellen (;-)) unterhalb der Fischweiher wieder zu einem ansehnlichen Bächlein anschwellt. Ich stelle mir vor, wie schön es hier wäre, kleine Staudämme an einem schönen Sommertag zu bauen.

Fischzucht Plenagl

Die Fischzucht Plenagl pflegt seit 1628 im engen Bachtal ihre Teiche. Inmitten dieses Idylls der etwa 38 Fischteiche entspringt die Moosach. In diesem reinem Wasser wachsen in drei Jahren Forellen zu Genussfischen für den anspruchsvolleren Gaumen heran.

So ein Familienbetrieb ist im besonderen Maße auf das Wohlwollen der Natur und dem behutsamen Eingriff der Menschen in das Ökosystem abhängig. Stauweiher sollen auch in regenärmeren Zeiten für ausreichend Wasser in den Fischteichen sorgen. Es bleibt zu beobachten, welche Rolle der stetig steigende Wasserbedarf von München und seinen umliegenden Gemeinden auf die Moosach-Quellen hat, oder die Natur, wenn sie außer Kontrolle gerät. Wie 2009, als Plenagl mit dem Hochwasser die Fische buchstäblich weggeschwemmt wurden oder 2013, als es in der Gemeinde wieder „Sandfüllalarm“ gab.

Nach der Wanderung sind wir hier noch einmal vorbeigefahren um uns frischen Fisch zu kaufen, der hier gleich ausgenommen und in Zeitungspapier eingewickelt wird. Plenagl hat auch am Sonntag hat der Laden geöffnet. Von Montag bis Mittwoch steht man vor verschlossener Türe.

Behaartes Schaumkraut

Behaartes Schaumkraut

Behaartes Schaumkraut

Unterwegs haben wir eines der wenigen Kräuter gefunden, die man um diese Jahreszeit finden kann. Das behaarte Schaumkraut ist relativ unscheinbar. Von März bis Mai kann man die Blätter der Grundrosette für Salate, Aufläufe, Suppen, im Kräuterquark, Kräuterbutter oder Pesto verwenden. Weiterlesen..

Der Weg beschreibt eine weite Kurve nach Süden und stößt am Waldrand auf ein Kiestraßerl. Diesem nach links folgen. 600 Meter weiter überqueren wir westlich des Strandbads vom Steinsee die Straße zwischen Oberpframmern nach Moosach. Vor uns sehen wir die Koppeln des Reitergestüts. Fast die Hälfte der Strecke liegt hinter uns. Im Biergarten beim Reiterstüberl darf gerastet werden. Ja es gibt Schönere, aber nicht auf dieser Tour.

Zwei Wegvarianten führen um den Steinsee

Nr. 1: Bei schlechtem Wetter sollte man besser den Umweg über den Weiler Oberseeon gehen. Dessen Zufahrtstrasse erreicht man nach 200 Meter auf der Teerstrasse und dann der Allee nach Osten (links) folgend. Sie führt in einem Schlenker die Anhöhe hinauf zum Gehöft. Hinter dem Bauernhof führt der Feldweg hinunter zum Steinsee.

Nr. 2: Wir gehen direkt am Reiterstüberl vorbei nach Osten, lassen das Gut und Reiterstüberl beim RC-Steinsee links liegen und gehen den Wiesenweg rechts des Steinsees den Hang nach oben.

Villa Rustica beim Steinsee

Wanderung von Moosach zum Steinsee

Hier stand einst die Villa Rustica

Oben am Hang, nahe dem Hof Oberseeon, stand einst die Villa Rustica eines ehemaligen römischen Legionärs, der das Stück Land wohl nach Abschluss seiner Militärlaufzeit erhalten hatte. Der Hof war wohl in früheren Zeiten aus Stein, weswegen der Steinsee von den früheren Ortsansässigen „Steinsee“ genannt wurde. Von hier war es für die einstigen Bewohner nicht weit zur römische Konsularstraße, die von Regensburg über Sempt, Pframmern nach dem römischen Dorf „Isinisca“ (Kleinhelfendorf) verlief, wo sie auf die „via Teberia“, die Heeresstraße Salzburg-Augsburg, stieß.

Einsam sollte es hier im mäßig besiedelten Rätien dennoch gewesen sein. Wir sehen von hier nach den Bergen und denken, dass sich das Bergpanorama seit dieser Zeit wohl kaum verändert hat.

Am Steinsee-Badeplatz vorbei und zurück nach Altenburg

Ab hier führt uns ein Wirtschaftsweg nach Norden, hinunter an das östliche Seeende, wo sich ein kleiner Steg und das Häuschen der Wasserwacht befinden. Hier lässt es sich im Sommer wunderbar kostenfrei baden, sofern man einen kurzen Anmarsch in Kauf nimmt. Da sich der See aus reinem Quellwasser speist, ist die Wasserqualität auch bei Badehochbetrieb im grünen Bereich. Der Steinsee gehört zu den wärmsten Badeseen Deutschlands!

Der Weg führt am See vorbei nach Nordosten. Bei nächster Gelegenheit biegen wir links ab. Auf guten Wegen wandern wir mit schnellem Schritt durch einen schönen Mischwald etwas um den See herum. Zurück nach Altenburg kommen wir, indem wir an den nächsten zwei Abzweigungen den Forstweg rechts und einmal links abbiegen. Zur Sicherheit besser die App mit GPX-Track verwenden! Jetzt noch die Landstraße kreuzen und den Weg 900 Meter bis an den Parkplatz bei Maria Altenburg folgen.

Wanderkarte zur Steinsee Runde

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