Die Holunderbeeren sind reif und warten darauf verarbeitet zu werden.

Es ist in meiner Familie schon lange Tradition im Herbst Fliederbeeren oder in Bayern eher bekannt als Holunderbeeren zu sammeln und daraus Saft herzustellen.

„In die Fliederbeeren gehen“

Ich liebe diesen Busch, obwohl er mir und meinen Eltern, als ich Kind war, einen ziemlichen Schrecken eingejagt hat. Wie schon oben beschrieben, sind wir immer gemeinsam „in die Fliederbeeren“ gegangen und dabei bin ich natürlich auch in den Busch geklettert, um die Beeren ernten zu können, die meistens weit oben wachsen. Bloß leider ist das Geäst des Holunders sehr morsch und nicht zum Klettern geeignet. Bums, Krach, Ratsch hat es gemacht und Klein-Gitta-Maus kracht zu Boden und ratscht sich mit einem Ast die Brust auf. Schreck. So schlimm, war’s nicht, aber eine kleine Narbe ist geblieben.

Der Holunder ist vielseitig verwendbar

Die Beeren des Holunder sind eine wahre Kraftbombe und nicht nur die Beeren, auch die Blüten. Man kann fast alle Pflanzenteile zu Heilzwecken verwenden. Die Blüten haben eine schweißtreibende Wirkung und werden bei fiebrigen Erkältungskrankheiten auch gerne als Tee gereicht.

Die Holunderbeeren oder auch Fliederbeeren kann man zu Saft, Mus, Wein, Likör oder Marmelade weiterverarbeiten. Die Beeren haben sehr viele Vitamine, die die Abwehrkräfte des Körpers stärken. Um die Vitamine nicht zu zerstören, kann wer mag, die Beeren gerne frisch essen, sie verursachen aber oft Übelkeit und Brechreiz, verursacht durch das darin enthaltende Glykosid.

Rezept Holundersaft

Holunderbeersaft abgefüllt

Auf unserer Wanderung bei Dietramszell habe ich so viel Holunderbeeren gefunden, an die ich gar nicht gedacht hatte, sie zu sammeln. Aber an diesen Beeren konnte ich nicht vorbei gehen und habe sämtliche, natürlich frische, Hundekotbeutel mit prallen schwarzen Holunderbeeren gefüllt. Zuhause habe ich sie dann abgepult, d.h. mit den Fingern abgestreift, was schon ein wenig Zeit in Anspruch nimmt. Dann gebe ich sie in einen Kochtopf füge einen Schuss Wasser hinzu, dass das Ganze nicht anbrennt. Zucker gebe ich auch hinzu, damit der Saft haltbarer wird. Ich habe immer Angst, dass der Saft kaputt geht und alle Mühe umsonst ist, deshalb füge ich denn Zucker hinzu. Hier kann ich die Menge schwer angeben, da es erstens auf den Geschmack und auch die Menge der Beeren ankommt. Das müsst ihr selbst ausprobieren. Alles aufkochen! Mit dem Kartoffelstampfer presse ich noch ein wenig den Saft aus den Beeren und lasse es ungefähr 5 Minuten kochen. Dann seie ich den Saft durch ein Sieb ab und presse mit einem Löffel möglichst viel Saft aus der Beerenmasse raus. Diesen Saft fülle ich nochmal in einen sauberen Topf, koch es nochmal kurz auf und fülle es dann in saubere ausgekochte Flaschen.

 

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